Stationäre Batteriespeicher Brandschutzcontainer eröffnet neue Möglichkeiten bei der Aufstellung

Quelle: Denios 6 min Lesedauer

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Vom Gefahrstoff über die Lithium-Batterie bis hin zum stationären Batteriespeicher: Denios entwickelt Lösungen für die sichere Lagerung und Aufstellung in feuerwiderstandsfähigen Containern. In diesem Jahr ist mit Denios energy ein eigenständiger Geschäftsbereich mit dem Fokus Batteriespeicher gestartet. Über die Entwicklung des Produktportfolios, das Zusammenspiel von Speichertechnik und Sicherheitskonzept sowie die Potenziale modularer Batteriespeicherlösungen sprach r.energy mit Markus Boberg, Vertriebsleiter Gefahrstofflagertechnik bei Denios, und Dirk Willing, Geschäftsbereichsleiter von Denios energy.

Markus Boberg (links), Vertriebsleiter Gefahrstofflagertechnik bei Denios, und Dirk Willing, Geschäftsbereichsleiter von Denios energy.(Bild:  Denios)
Markus Boberg (links), Vertriebsleiter Gefahrstofflagertechnik bei Denios, und Dirk Willing, Geschäftsbereichsleiter von Denios energy.
(Bild: Denios)

Herr Boberg, wenn Sie zurückblicken, wie hat sich das Produktportfolio bei Denios im Bereich der Brandschutzcontainer entwickelt?

Markus Boberg: Vor genau 40 Jahren wurde Denios gegründet mit dem Ziel, Mensch und Umwelt vor Schäden durch Gefahrstoffe zu schützen. Produkte für die sichere Lagerung und das Handling von Gefahrstoffen gehören seitdem zum Kernsortiment. Im Bereich des Containerbaus setzen wir mit unseren Brandschutzsystemen für entzündbare Medien hohe Maßstäbe und lassen sie aufwendige Brandtests und Zulassungsverfahren durchlaufen. So liefern wir unseren Kunden bereits in der Planungsphase und für den Bauantrag den baulichen Nachweis für den Brandschutz unserer Container. Als die Verbreitung von Lithium-Batterien rasant zunahm, schuf Denios 2018 auch Lösungen für die Lithium-Batterie-Sicherheit. Aufgrund der Zellchemie und des daraus resultierenden Brandrisikos verhalten sich Lithium-Batterien ähnlich wie entzündbare Gefahrstoffe. Chemikalienrechtlich gelten sie jedoch als "Erzeugnisse", ohne dass konkrete Vorgaben für die Lagerung aus den Technischen Regeln für Gefahrstoffe hervorgehen. Daher haben verschiedene Stellen wie Versicherungen, Berufsgenossenschaften, Feuerwehren und Verbände Empfehlungen zur Schadenverhütung und zum Brandschutz herausgegeben. Unsere aus der Gefahrstofflagertechnik bewährten F-90-Schränke und REI-90-Container haben wir auf das Lagergut angepasst und Ausstattungen für den Havariefall wie Druckentlastung und Löschanlage zur Kühlung der Lithium-Batterien ergänzt. Damit entsprechen unsere Systeme den praxisbezogenen Empfehlungen.

Ab welchem Zeitpunkt kam die Idee auf, Batteriespeicher mit ins Portfolio aufzunehmen?

Markus Boberg: Als wir das Produktportfolio auf die Lithium-Batterie-Sicherheit ausgeweitet haben, wurden auch Unternehmen auf uns aufmerksam, die nach einer stationären Batteriespeicherlösung suchten. Wenn behördliche Auflagen baulichen Brandschutz fordern, bleiben Betreibern häufig nur hohe Sicherheitsabstände oder größere bauliche Maßnahmen. Im Wasserschutzgebiet wird es noch schwieriger. Unsere Brandschutzcontainer sind flexibel, können in direkter Nähe zu Gebäuden und im Wasserschutzgebiet aufgestellt werden. Sie bieten in jedem Fall eine sichere Aufstellung und reduzieren zudem Schallemissionen. 2022 haben wir den ersten im Container integrierten Gewerbespeicher vorgestellt, den begehbaren "Power Safe" mit baulichen Nachweisen für Brandschutz – ETA – und Gewässerschutz – DIBt.

Ist das Energiemanagement also eher Neuland für Denios?

Markus Boberg: Wir beschäftigen uns schon seit längerer Zeit mit dem Energiemanagement, weil wir ein nachhaltiges Unternehmen sind. Wir haben an unseren verschiedenen Standorten für Produktion, Verwaltung und Logistik PV-Anlagen installiert und unsere eigenen Batteriespeichercontainer angeschlossen. Wir haben auch wichtige Erfahrungen in Kundenprojekten gesammelt, sodass wir dieses Jahr einen wichtigen Schritt gegangen sind und die Batteriespeicher nun unter neuer Marke Denios energy als eigenständigen Geschäftsbereich führen. Dirk ist neu ins Team gekommen und leitet den Bereich. Er ist ein alter Hase in der Energiewirtschaft, wenn ich das so sagen darf, mit viel Praxiswissen und wichtigen Kontakten.

Herr Willing, Sie sind seit Anfang Mai dieses Jahres Geschäftsbereichsleiter bei Denios energy. Was sind die Ziele dieser Einheit?

Der begehbare Gewerbespeicher "Power Safe" verfügt über alle erforderlichen baulichen Nachweise für den Brand- und Gewässerschutz.(Bild:  Denios)
Der begehbare Gewerbespeicher "Power Safe" verfügt über alle erforderlichen baulichen Nachweise für den Brand- und Gewässerschutz.
(Bild: Denios)

Dirk Willing: Ich bin seit über zwanzig Jahren in der Energiewirtschaft tätig und habe schon viele Entwicklungen und Akteure kommen und gehen sehen. Wir werden mit Denios energy nicht die Batterietechnik revolutionieren, müssen wir aber auch gar nicht. Die Batteriesysteme werden sich immer ähnlicher und günstiger. Das kommt daher, dass die steigende Nachfrage und daraus resultierenden Skalierungseffekte einen Standard schaffen, der massive Kostenreduzierungen ermöglicht. Was der Motivation der Preisoptimierung aber immer zum Nachteil wird, ist, dass die Sicherheit und der Umweltschutz auf einen minimalen Standard reduziert werden sowie mit Blick auf die Rendite und eine schnelle Amortisation oft hinten angestellt oder vergessen werden. Die Probleme kommen dann auf der Baustelle zum Tragen. Ein fehlendes Sicherheitskonzept kann bedeuten, dass sich der Speicher nicht zu den geplanten Kosten in Betrieb nehmen lässt. Auch über Schallemissionen macht sich kaum einer Gedanken bis die ersten Beschwerden eintreffen. Mit der Kombination aus bewährtem Brandschutzcontainer und fertigem All-in-one-Speicher haben wir für all das eine Lösung. Wir können die Systembausteine aber auch separat liefern, und der Kunde kümmert sich um den Rest. Für uns ist nur wichtig, den Kunden dort abzuholen, wo er steht, um ihm eine Plattform für das bestmögliche Ergebnis zur Verfügung zu stellen.

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Gibt es Unterschiede bei den Systemen je nachdem, ob Lithium-Batterien gelagert oder als stationärer Speicher betrieben werden?

Dirk Willing: Was den technischen Schutz betrifft, ähneln sich die Systeme stark. Bei der Integration des Batteriespeichers sind aber nicht nur deutlich mehr Komponenten wie Batterieracks, Wechselrichter und EMS zu berücksichtigen. Entscheidend ist, das Energiemanagement smart in einem System zu vereinen und Kunden hinsichtlich der Speicheranwendungen und Geschäftsmodelle zu beraten. Wir liefern unseren Kunden das Gesamtpaket aus Speicherlösung und Sicherheitskonzept. Wir nennen das "BESS-ER machen". BESS-ER ist eine Abkürzung für Battery Energy Storage System Emergency Response. Wir veredeln sozusagen den Speicher, sodass im Schadensfall Sicherheitsmechanismen greifen, die den Sicherheitskräften genügend Zeit bietet, um eine Schadensausbreitung zu verhindern. BESS-ER machen wollen wir zudem den wirtschaftlichen Ertrag für unsere Kunden, da auch das passende EMS und das Zusammenbringen strategischer Partner wichtige Bestandteile unseres Leistungspaketes sind.

Wie kommen die Lösungen am Markt an?

Dirk Willing: Unsere langjährige Erfahrung im Umwelt- und Gefahrstoffschutz schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass viele Kunden beim Thema Batteriespeicher auf uns zukommen. Dabei zeigt sich immer wieder, wie groß der Bedarf an Lösungen ist, die Energietechnik und Sicherheitskonzept von Anfang an zusammenbringen. Teilweise sind Kunden regelrecht verzweifelt, weil sie bislang keinen Anbieter gefunden haben, der sie zu beiden Themen aus einer Hand beraten kann. Bei der Diskussion um die Amortisation stellen wir in den meisten Fällen fest, dass unsere standardisierte All-in-one-Lösung den Aufwand in der Planung und Umsetzung so weit reduziert, dass die zusätzlichen Kosten für den Brand- und Umweltschutz nicht mehr ins Gewicht fallen und der Mehrwert überwiegt.

Markus Boberg: Im besten Fall kommen die Kunden möglichst früh auf uns zu, damit sie nicht erst mit Schwierigkeiten konfrontiert werden, die gegebenenfalls zeit- und kostenintensiv werden können. Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden über das richtige Wissen, die passenden Lösungen sowie die notwendigen Sicherheitsnachweise verfügen, damit sie zu jeder Zeit sicher aufgestellt sind und sich nicht im Behörden- und Genehmigungsdschungel verirren.

Geht das Sicherheitskonzept für den Batteriespeicher mit Einschränkungen für die lokale Energieversorgung einher?

Dirk Willing: Eher im Gegenteil. Statt die lokale Energieversorgung an ein starres Speicherkonzept anzupassen, lässt sie sich durch die Kombination aus Speicher und Brandschutzcontainer flexibel an Standort und Energiebedarf ausrichten. Unser neuestes Produkt, der "Plug& -Play Power Safe", setzt für verschiedene Größen auf ein standardisiertes Baukastensystem. Der passende Brandschutzcontainer und Batteriespeicher werden jeweils als fertige Systembausteine beim Kunden angeliefert und erst an der Verwendungsstelle zusammengesetzt. Lösungen von 500 kWh bis hin zu Großspeichern lassen sich beliebig skalieren, und der ohnehin vergleichsweise geringe Planungsaufwand bleibt auch bei wachsendem Energiebedarf überschaubar. Das Sicherheitskonzept muss nicht erneuert werden, da jeder Container einen eigenen Sicherheitsbereich bildet.

Wohin werden sich die Lösungen von Denios energy in den nächsten Jahren entwickeln

Dirk Willing: Wir sind gerade dabei, ein Partnernetzwerk aufzubauen und sehen den Batteriespeicher nicht isoliert, sondern eher als Hub im Energiekonzept. Hier laufen Erzeugung und Verbrauch zusammen und werden intelligent gesteuert. Daher ist es wichtig, dass wir auch die Schnittstellen sauber haben. Wir setzen uns deshalb mit Energieerzeugern und Netzbetreibern zusammen und arbeiten an gemeinsamen Konzepten für ihre und unsere Kunden. Zudem vernetzen wir uns mit Technik-, Vertrieb- und Servicepartnern, um den Wandel zu dezentralen Energiestrukturen auch ressourcenmäßig mit gemeinsamem Know-how stemmen zu können. Zudem wollen wir künftig noch flexibler auf die Bedarfe unserer Kunden und die Anforderungen an die Aufstellung eingehen. Daher sind Lösungen im Entstehen, die noch modularer aufgebaut sind und erweiterte Lösungen in der Kombination mit BESS ermöglichen. Mit dem jetzigen Standard sorgen wir aber bereits für eine hohe Abdeckung und bringen Projekte zum Abschluss, die ohne unsere Lösung nicht hätten realisiert werden können.

Herr Willing und Herr Boberg, danke für das Gespräch.