Projekt "Greensolarmodules" Nachhaltigere Solarmodule

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben, werden unter anderem Solarmodule benötigt. Deren Wiederverwertung ist jedoch sehr aufwendig, da wichtige Komponenten nur schwer zu recyceln oder zu reparieren sind. In einem neuen Forschungsprojekt hat die TH Köln gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft daran gearbeitet, diese Bauteile umweltfreundlicher und langlebiger zu gestalten. Zudem untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wirtschaftliche Aspekte sowie den ökologischen Fußabdruck von Solarmodulen.

Im Projekt "Greensolarmodules" erarbeitete ein Team der TH Köln Lösungen für energieeffizientere, umweltfreundlichere Materialien sowie ein reparierbares Anschlussdosendesign von Solarmodulen. (Bild:  Daniel Schäfer, TH Köln)
Im Projekt "Greensolarmodules" erarbeitete ein Team der TH Köln Lösungen für energieeffizientere, umweltfreundlichere Materialien sowie ein reparierbares Anschlussdosendesign von Solarmodulen.
(Bild: Daniel Schäfer, TH Köln)

Solarmodule bestehen aus Glas, Kunststofffolien, Solarzellen und Elektronik, die von einem Aluminiumrahmen zusammengehalten werden. Bisher ist es schwierig, diese Komponenten zu trennen, um sie anschließend wiederverwerten oder reparieren zu können. "Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir Lösungen für energieeffizientere und umweltfreundlichere Materialien sowie ein neues reparierbares Anschlussdosendesign erarbeitet", berichtet Prof. Dr. Ulf Blieske vom Cologne Institute for Renewable Energy (CIRE) der TH Köln. Er leitete das Teilprojekt zu nachhaltigem Moduldesign und Reparierbarkeit. Ziele des Gesamtvorhabens waren zudem ein geringer Material- und Energieverbrauch bei der Herstellung, die Vermeidung umweltbedenklicher Stoffe sowie die Erhöhung des Energieertrags.

Know-how aus verschiedenen Instituten

In einem ersten Schritt bündelten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Erneuerbare Energien, Materialwissenschaften und Werkstoffanwendung sowie Lebenszyklusanalyse ihre Expertise. Dazu untersuchten sie drei zentrale Komponenten: Solarglas, Kunststofffolien und Vergussmassen zur Isolierung von Bauteilen. 

"Wir haben von einem Unternehmen ein dünnes Solarglas erhalten, das weniger Energie bei der Produktion benötigt, und dessen Stabilität getestet. In den Normen sind die Prüfverfahren aufgeführt. Diese beschreiben, wie die Stabilität von Solargläsern zu testen ist. Das Team von Prof. Dr. Ruth Kasper und Hannah Sophie Reichart vom Institut für Konstruktiven Ingenieurbau unserer Hochschule hat entdeckt, dass sich diese Normen nicht auf die besonders dünnen Gläser anwenden lassen und demnach angepasst werden sollten", betont Oliver Pfeiffer, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom CIRE. "Zudem haben wir festgestellt, dass Solarglas auch ohne den Zusatz des giftigen Metalls Antimon die notwendige Transmission, also Lichtdurchlässigkeit, erreichen kann."

Einsatz umweltfreundlicherer Rohstoffe für Solarmodule getestet

Mit diesem Messstand wurden optische Eigenschaften der nachhaltigen Solargläser wie Lichtdurchlässigkeit und Reflexion untersucht.(Bild:  Oliver Pfeiffer, TH Köln)
Mit diesem Messstand wurden optische Eigenschaften der nachhaltigen Solargläser wie Lichtdurchlässigkeit und Reflexion untersucht.
(Bild: Oliver Pfeiffer, TH Köln)

Die Forschenden befassten sich des Weiteren mit Kunststofffolien, die in Solarmodulen eingesetzt werden, um die Solarzellen vor Umwelteinflüssen und mechanischen Beschädigungen zu schützen. Dabei wurden nachhaltigere Varianten aus natürlichen Rohstoffen wie Holzfasern oder Reisabfällen getestet. Einige dieser Alternativen erwiesen sich als stabil und recycelbar. Abschließend kamen entfernbare Vergussmassen zur Isolierung von Bauteilen in Anschlussdosen zum Einsatz, in denen sicherheitsrelevante Elektronik verbaut ist. Damit lassen sich beispielsweise defekte Stecker austauschen und Reparaturen erleichtern. 

"Wir haben mit einigen Partnern aus dem Konsortium ein Folgeprojekt beantragt, welches das Recycling von Solarglas weiter voranbringen soll. Ein weiteres lohnendes Vorhaben wäre die industrielle Erprobung der erarbeiteten Lösungen. Allerdings haben viele Unternehmen ihre Produktion außerhalb Europas verlagert. Wenn umweltfreundlichere Solarmodule marktfähig werden sollen, braucht es politische Unterstützung", so Blieske.

Lebenszyklusanalyse und marktfähige Lösungen

Neben den technischen Arbeiten und Analysen untersuchte das Team der TH Köln auch wirtschaftliche Aspekte und den ökologischen Fußabdruck von Solarmodulen. Dazu wurde die Produktion zweier Modultypen in Deutschland und China sowie die Rückgewinnung von Materialien am Nutzungsende verglichen. Ein zentrales Ergebnis war, dass bei einer Produktion hierzulande rund ein Viertel weniger Treibhausgasemissionen entstehen.

In einem weiteren Arbeitspaket widmeten sich die Forschenden der Frage, ob nachhaltige Solarmodule eine Chance auf dem Markt haben. Um deren Verbreitung zu erhöhen, müssen neben wirtschaftlichen Strategien auch regulatorische und politische Rahmenbedingungen adressiert werden. In der Praxis haben sich partizipative Workshopformate als effektives Instrument bewährt, um den Fokus auf einen Mehrebenenansatz zu lenken.

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