Technologie "Astrose" Freileitungsmonitoring des Fraunhofer IZM durch Wika kommerzialisiert

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Das Fraunhofer IZM, das Fraunhofer ENAS und Wika Alexander Wiegand haben im Juli 2026 eine umfassende Vereinbarung zur Kommerzialisierung der Freileitungsmonitoring-Technologie Astrose unterzeichnet. Mit dem Abschluss eines Lizenzvertrags übernimmt Wika die Industrialisierung, Produktion und weltweite Vermarktung des Systems. Gleichzeitig wurde eine auf fünf Jahre angelegte Forschungs- und Entwicklungskooperation vereinbart, um die Technologie gemeinsam weiterzuentwickeln und neue internationale Märkte zu erschließen.

"Astrose" überwacht Hochspannungsleitungen direkt am Leiterseil und ermöglicht eine präzisere Auslastung bestehender Netzinfrastruktur.(Bild:  Fraunhofer IZM)
"Astrose" überwacht Hochspannungsleitungen direkt am Leiterseil und ermöglicht eine präzisere Auslastung bestehender Netzinfrastruktur.
(Bild: Fraunhofer IZM)

Astrose ist das Ergebnis von mehr als 15 Jahren Forschung. Seit 2009 wurde die Technologie dank der Förderung durch das Forschungs- und das Wirtschaftsministerium und der Unterstützung durch den Anwendungspartner LTB Leitungsbau sowie den Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom in den Projekten Astrose, "Isostrose", "Astrose-Vision", "Astrose-Magic" und "Monet" kontinuierlich weiterentwickelt und gemeinsam mit Netzbetreibern sowie Industriepartnern erprobt. Ziel war es, Stromleitungen intelligent zu überwachen und die bestehende Netzinfrastruktur effizienter auszulasten.

Astrose macht bestehende Stromnetze leistungsfähiger

Das Sensorsystem wird auf Freileitungen installiert und misst Temperatur, Stromfluss, Neigung und Torsion der Leiterseile. Durch die Kombination mit Wetterdaten kann die tatsächlich verfügbare Übertragungskapazität von Stromleitungen präziser bestimmt werden. Netzbetreiber erhalten damit die Möglichkeit, bestehende Infrastrukturen besser auszulasten und kostspielige Netzausbaumaßnahmen gezielt zu ergänzen.

"Mit Astrose zeigen wir, wie aus langfristiger Forschung marktreife Technologien entstehen können. Die Zusammenarbeit mit Wika ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Fraunhofer Innovationen in die industrielle Wertschöpfung überführt und damit einen direkten Beitrag zur Energiewende leistet", sagt Harald Pötter, Abteilungsleiter für die Entwicklungsarbeiten am Fraunhofer IZM.

Gemeinsame Weiterentwicklung für internationale Märkte

Für Wika bedeutet die Vereinbarung den Einstieg in ein wachstumsstarkes Technologiefeld. Das Unternehmen wird Astrose künftig als industrielles Produktportfolio fürEnergieversorgungsunternehmen weltweit anbieten. Bereits heute kommt die Technologie in Deutschland, der Schweiz und Chile zum Einsatz. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Weiterentwicklung stehen die weitere Industrialisierung der Technologie, die Erhöhung der Robustheit der Sensorknoten für unterschiedliche Einsatzbedingungen sowie die Anpassung des Systems an internationale regulatorische und technische Anforderungen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Vorbereitung des Markteintritts in Nordamerika.

Freileitungsmonitoring mit Astrose auf einen Blick

Vom Forschungsprojekt zum Industrieprodukt
- direkte Messung von Temperatur, Stromfluss, Neigung und Torsion auf dem Leiterseil statt indirekter Modellberechnung,
- energieautarke Sensorknoten mit drahtloser Datenübertragung,
- Einsatz in Hoch- und Höchstspannungsnetzen,
- Anwendungen für Freileitungsmonitoring, Ampacity-Berechnung, Eislastdetektion und Zustandsüberwachung.

Nutzen für Netzbetreiber- bessere Auslastung bestehender Stromleitungen,
- Unterstützung des Prinzips "Netzoptimierung vor Netzausbau",
- Beitrag zur kosteneffizienten Modernisierung der Stromnetze und zur besseren Integration erneuerbarer Energien,
- höhere Transparenz über den tatsächlichen Zustand der Leitungen,
- Verlängerung des Produktlebenszyklus bestehender Trassen.

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