North Sea Connector 2 Offshore-Milliardenauftrag bleibt in Deutschland 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Siemens Energy und Neptun Smulders bauen eine Offshore-Plattform, um Windstrom an Land zu bringen. Die wesentlichen Komponenten sollen überwiegend in Deutschland gefertigt werden. Bis zu 500 Jobs könnten entstehen.

Die neue Offshore-Anlage soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee installiert werden. (Bild:  50Hertz)
Die neue Offshore-Anlage soll rund 200 Kilometer westlich von Sylt in der Nordsee installiert werden.
(Bild: 50Hertz)

Die Neptun Smulder Offshore Renewables GmbH (NSORe) hat den Auftrag zum Bau einer 2-Gigawatt-Offshore-Konverterplattform für das Projekt „North Sea Connector 2“ erhalten. Das Unternehmen aus Rostock wird das Projekt im Rahmen eines Konsortiums zusammen mit Siemens Energy realisieren. Auftraggeber ist die 50Hertz Transmission GmbH. 

Zudem wurden Verhandlungen über ein weiteres Projekt in ähnlicher Größenordnung aufgenommen. Auch für dieses zweite Projekt sollen zentrale Komponenten in den Produktionsstätten von Neptun gefertigt werden, darunter in Rostock-Warnemünde und auf der Werft von Smulders in Vlissingen/Niederlande.

Kommen beide Aufträge zustande, würde sich das Volumen auf rund 2,5 Mrd. Euro belaufen, überwiegend für Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Inbetriebnahme der Plattform, die rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt installiert werden soll, ist für Ende 2034 geplant.

Mehr als 500 neue Arbeitsplätze möglich

NSORe ist ein Joint-Venture zwischen der Neptun Werft GmbH & Co. KG und dem Bauunternehmen Smulders. Durch den Ausbau der Aktivitäten und sofern wesentliche Teile der zweiten Plattform ebenfalls in Rostock gebaut werden, wird die Schaffung von langfristig mehr als 500 neuen Arbeitsplätzen in Mecklenburg-Vorpommern bei den Neptun-Unternehmen selbst sowie bei regionalen Zulieferern erwartet.

Im Rahmen des Joint-Ventures wird die Neptun Werft die Aufbauten in Rostock-Warnemünde fertigen, während Smulders die Unterkonstruktion (sog. Jacket-Foundation) auf seiner Werft in Vlissingen bauen wird. Zusammen bilden diese beiden Hauptkomponenten das Rückgrat der Offshore-Konverterplattform. Sie sollen einen wesentlichen Beitrag zur Integration erneuerbarer Energien in das europäische Stromnetz leisten, indem sie in der Nordsee erzeugte Windkraft für die Übertragung an Land in Gleichstrom umwandeln. 

Siemens Energy baut 2GW-Konverter-Plattform

Siemens Energy ist in dem Projekt für die Hightech-Komponenten verantwortlich, darunter Transformatoren, Schaltanlagen und Konverter zur Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom. Zusätzlich hat Siemens Energy einen Service-Vertrag mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahre erhalten. Er umfasst geplante und ungeplante Wartungsarbeiten, IT-Services und Rufbereitschaften. Die vollständige Buchung des Auftrags erwartet Siemens Energy im kommenden Geschäftsjahr, das am 1. Oktober 2026 startet.

Rund 95 Prozent der Wertschöpfung des Anteils von Siemens Energy für den North Sea Connector 2 wird in Deutschland erbracht: Die Transformatoren und Konverter kommen aus Nürnberg, die SF₆‑freien, gasisolierten Schaltanlagen aus Berlin. Siemens Energy investiert derzeit mehrere hundert Millionen Euro in die Erweiterung dieser Standorte, um den gestiegenen Bedarf an Technologien für die Energiewende abarbeiten zu können.

Auf einen Blick

Damit Strom aus weit entfernt liegenden Offshore-Windparks effizient an Land transportiert werden kann, wird er bereits auf See von Wechselstrom in Gleichstrom umgewandelt. Dafür wird eine sogenannte Offshore-Konverterplattform eingesetzt. Sie besteht aus zwei Hauptteilen: einem Fundament auf Stelzen (Jacket) sowie einem haushohen Stahlkonstrukt (Topside). 

  • Die Topside für das Projekt North Sea Connector 2 wird von der Meyer Werft in Rostock-Warnemünde gebaut. 

  • Anschließend wird sie von Siemens Energy mit der notwendigen Übertragungstechnik ausgestattet. 

  • Parallel dazu fertigt das Stahlbau-Unternehmen Smulders in den Niederlanden das Jacket, auf dem die Topside später rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt in der Nordsee installiert wird. 

Nach der Inbetriebnahme wandelt die Plattform den von den Windturbinen erzeugten Wechselstrom in Gleichstrom um und transportiert ihn über Seekabel an Land. In einer Land-Konverterstation in der Nähe von Schwerin wird der Strom wieder in Wechselstrom zurückgewandelt und in das Stromnetz eingespeist.

Tim Holt, Mitglied des Vorstands von Siemens Energy, sagte: „Der Ausbau der Offshore-Netzanbindungen gehört aktuell zu den anspruchsvollsten Aufgaben der Energiewende – vor allem in dem Tempo, das jetzt gefragt ist. Wir haben daher unsere Kapazitäten in Deutschland gezielt ausgebaut. Damit unsere Technologien letztlich aber auch verbaut werden können, sind wir auf starke Partner im maritimen Bereich angewiesen. Wir begrüßen es, dass durch die Neptun Werft dringend benötigte, zusätzliche Kapazitäten entstehen.“

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