Im Madrider Busverkehr Bosch startet Praxistest für Brennstoffzellen 

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Im März hatte Bosch sein neues Brennstoffzellensystem für Busse vorgestellt. Nun kommt es in der Variante FCPM C190 mit einer Dauerleistung von 190 kW in einem Bus des spanischen Herstellers Irizar zum Einsatz. 

Erstes Kundenprojekt: Neues Brennstoffzellensystem von Bosch kommt in Irizar-Testbus zum Einsatz.(Bild:  Bosch)
Erstes Kundenprojekt: Neues Brennstoffzellensystem von Bosch kommt in Irizar-Testbus zum Einsatz.
(Bild: Bosch)

Der Druck auf den städtischen Nahverkehr in Europa wächst: Angesichts verpflichtender EU-Vorgaben, die CO₂-Emissionen von Stadtbussen bis 2030 um 90 Prozent zu senken, suchen Verkehrsbetriebe nach zuverlässigen, emissionsfreien Lösungen. 

Dazu startet jetzt ein erster Testbetrieb in Madrid. Ausgerüstet mit einem Brennstoffzellen-Antriebssystem (Fuel Cell Power Module, kurz: FCPM) von Bosch befördert ein Bus von Irizar nun mehrere Wochen lang Passagiere durch die spanische Hauptstadt. Das Fahrzeug wird insbesondere auf Strecken fahren, auf denen es mit seiner hohen Reichweite seine Vorteile voll ausspielen könne. Betreiber ist die spanische Busgesellschaft Alsa.

„Die Brennstoffzelle bietet sich insbesondere für Busse an, die täglich längere Strecken fahren und unterwegs kaum die Möglichkeit haben, zu laden“, sagt Thomas Pauer, Mitglied des Sektorvorstands Bosch Mobility und Vorsitzender des Bosch-Bereichsvorstands Power Solutions. Mit dem Testbetrieb könne man eindrucksvoll zeigen, dass die Brennstoffzellentechnik von Bosch bereit für den anspruchsvollen Serieneinsatz im Personenverkehr ist.“

Realbetrieb soll Robustheit bestätigen 

In den vergangenen Wochen hat das Testfahrzeug bereits umfassende Erprobungen sowie die nötige Homologation durchlaufen. Nun soll der alltägliche Realbetrieb die Robustheit und die Stärken des Brennstoffzellenantriebs bestätigen. 

Im Testbus kommt das Brennstoffzellensystem FCPM C190 von Bosch zum Einsatz. Das kompakte System basiert auf einem horizontalen Doppelstack und bietet eine Dauerleistung von 190 Kilowatt. Mit dem verfügbaren H2-Tankvolumen sind Reichweiten von über 1.000 Kilometern möglich, bei Tankzeiten von nur zehn bis 15 Minuten. Damit kann der Bus auch im Überlandverkehr eingesetzt werden. 

Neben dem FCPM C190 bietet Bosch mit dem FCPM C300 auch ein System für schwere Reisebusse und Lkw an. Ergänzt wird das Portfolio durch das FCPM C100, das mit 100 Kilowatt Dauerleistung und einer flachen Bauform die richtige Lösung für städtische Busse ist.

EU-Regelungen treiben Erneuerung im Bussegment

Busbetreiber und städtische Verkehrsbetriebe setzen aufgrund EU-Vorgaben zunehmend auf Alternativen zum Dieselantrieb. Neben den Regelungen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten erfordern zusätzlich die Regelungen zum Klimaschutz umweltfreundlichere Antriebskonzepte. 

So müssen die CO₂-Emissionen neu zugelassener Stadtbusse bis 2030 um 90 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 sinken, für alle anderen Bustypen gilt dies von 2040 an. Hier können Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antriebssystem, welche die EU als „Zero-Emission“-Fahrzeuge anerkennt, einen wichtigen Beitrag leisten. 

Entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette

Bosch engagiert sich laut eigener Aussage stark für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und entwickelt technische Lösungen für die Erzeugung, Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff. So verkündete das Unternehmen 2025 den Markteintritt seines Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks zur Produktion von Wasserstoff

Darüber hinaus arbeitet Bosch an der Technik für Wasserstoffmotoren und bietet entsprechende Komponenten für die Saugrohr- und Direkteinblasung an. Für die Entwicklung der mobilen Brennstoffzelle wurde ein Entwicklerteam von Bosch Ende 2025 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ausgezeichnet.

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