Nachhaltige Energiespeichersysteme Batteriegehäuse aus recyceltem Kunststoff statt Aluminium

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 2 min Lesedauer

Naext demonstriert, welches Potenzial im Materialwechsel bei Energiespeichern steckt: Ein schweres, energieintensives Aluminiumbauteil wurde durch eine vollständig recycelte Kunststofflösung ersetzt. Mit Vorteilen in Isolationseigenschaften, Gewicht, Kosten, Handling und Nachhaltigkeit. 

Schwarzes Batteriegehäuse aus 100 Prozent ABS-Rezyklat(Bild:  Formary)
Schwarzes Batteriegehäuse aus 100 Prozent ABS-Rezyklat
(Bild: Formary)

Naext ist ein deutscher Hersteller nachhaltiger Energiespeichersysteme. Das Unternehmen nutzt sogenannte Second-Life-Batterien aus Elektrofahrzeugen, bereitet diese technisch auf und setzt sie in stationären Speichersystemen erneut ein. Ziel ist es, die Lebensdauer bestehender Ressourcen zu verlängern und einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Die eingesetzten Schutzabdeckungen der Batteriesysteme bestanden ursprünglich aus Primäraluminium. Funktional erfüllte Aluminium seinen Zweck. Jedoch war das Material schwer, vergleichsweise teuer und energieintensiv in der Herstellung. Damit stand ein wesentlicher Bestandteil des Systems im Widerspruch zum Nachhaltigkeitsanspruch des Produkts.

Das wollte das Unternehmen ändern und wandte sich an Formary, einem digitalen Fertiger für tiefgezogene Kunststoffteile. Der Fokus liegt auf der effizienten Beschaffung und Fertigung von Tiefziehteilen – von der Anfrage bis zur Serienfertigung.

Vom Aluminiumbauteil zur Kunststoff-Rezyklat-Lösung 

Anlass für das Projekt war der Wunsch, Rezyklat einzusetzen und damit den Nachhaltigkeitsanspruch konsequent umzusetzen. Das führte zu einer grundlegenden Neubewertung: Ist Aluminium überhaupt das richtige Material? Die Antwort war eindeutig nein. Der Materialwechsel von Aluminium auf Kunststoff war dabei nur ein Teil der Aufgabe.

Kurz ERklärt

Rezyklat ist wiederaufbereiteter Kunststoff, der nicht neu aus Rohstoffen hergestellt wurde, sondern aus bereits benutzten Produkten stammt. Dabei unterscheidet man zwischen Rezyklaten aus industriellen Abfällen (Post Industrial Rezyklate, kurz PIR) und aus Abfällen der Endverbraucher (Post Consumer Rezyklate, kurz PCR).

Quelle: www.plastxnow.de

Entscheidend war, das Bauteil fertigungstechnisch neu zu denken. Gemeinsam mit Naext entwickelte Formary eine tiefgezogene Gehäuselösung aus recyceltem ABS-Kunststoff, bei der Deckel und Unterteil aus einem Kombiwerkzeug gefertigt werden können, auch Mehrfach-Nutzen-Werkzeug genannt. Dadurch wurde nur ein Werkzeug benötigt, was die Investitionskosten und den Produktionsaufwand reduzierte.

Das Ergebnis war eine serientaugliche Lösung aus Kunststoffrezyklat mit mehreren Vorteilen: geringeres Gewicht, bessere Isolationseigenschaften, einfacheres Handling, reduzierte Herstellungsenergie und niedrigere Kosten. Gleichzeitig konnte das Projekt trotz enger Zeitvorgaben schnell umgesetzt werden, unter anderem durch einen regionalen Produktionspartner aus dem Formary Netzwerk.

Nachhaltig, skalierbar und erfolgreich in die Serie überführt

Der Einsatz von Recyclingkunststoff wird häufig mit Einschränkungen verbunden. Das Batteriegehäuse von Naext und Formary zeigt jedoch ein anderes Bild. Der Anspruch, Rezyklat zu verwenden, führte zu einer Komplettumstellung von Aluminium auf Kunststoff – mit klaren Vorteilen. 

Das Rezyklat selbst stand dabei der ABS-Neuware in nichts nach und ergänzte die technischen Vorteile um den ökologischen Mehrwert. Die gemeinsam entwickelten Gehäuseteile sind heute fester Bestandteil der Naext-Energiespeicherlösungen.

INFO

Das ist die Kurzfassung des Beitrags „Rezyklate in der Praxis: Wenn recycelter Kunststoff zum Vorteil wird“, der aus unserem Schwesternportal www.plastxnow.de erschien. Diesen finden Sie hier (+).

Service

Ein Video über die Zusammenarbeit der beiden Unternehmen finden Sie auf dem Youtube-Kanal von Formary.

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