260 % mehr Solarstrom Mittelspannungslängsregler von Thüga entlastet Verteilnetze

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ein Pilotprojekt in Thüringen zeigt, wie sich der Ausbau der Erneuerbaren beschleunigen lässt, ohne neue Leitungen zu bauen. In Hopfgarten bei Weimar kommt dafür weltweit erstmals ein Mittelspannungslängsregler (MSLR) zum Einsatz. Entwickelt wurde die Technologie von Thüga, TEN Thüringer Energienetze und Hitachi Energy.

Statt Netze zu verstärken, steuert der MSLR gezielt die Spannung. Er korrigiert das Spannungsband und erhöht damit die Aufnahmefähigkeit bestehender Leitungen. (Bild:  adobe.stock.com - generiert mit KI)
Statt Netze zu verstärken, steuert der MSLR gezielt die Spannung. Er korrigiert das Spannungsband und erhöht damit die Aufnahmefähigkeit bestehender Leitungen.
(Bild: adobe.stock.com - generiert mit KI)

Statt Netze zu verstärken, steuert der MSLR gezielt die Spannung. Er korrigiert das Spannungsband und erhöht damit die Aufnahmefähigkeit bestehender Leitungen. Das Pilotnetz von TEN kann so ein Vielfaches an PV-Strom aufnehmen. Eine Rechnung in einem Beispielnetz hat ergeben, dass sich dadurch rund 260 % mehr PV-Leistung integrieren lassen. Die Thüga AG München gab den Anstoß für die Entwicklung des MSLR: Sie definierte die Anforderungen auf der Basis von Erkenntnissen aus der Thüga-Gruppe.

Technisch setzt Mittelspannungslängsregler auf Pragmatismus

Das Gerät ist auf Basis von Thüga-Spezifikationen standardisiert und etwa so groß wie ein großer Ortsnetztransformator. Es kann ohne zusätzliche Bauarbeiten in bestehende Trafostationen integriert werden. Zugleich ist es robust und betrieblich unkritisch: In Vorserientests erwies sich die Technik als unempfindlich selbst gegenüber Fehlbedienung. Für Netztechniker unterscheidet sich die Handhabung kaum von der konventioneller Komponenten.

Im Gesamtsystem ist die Technik ein Ergänzungsinstrument. Sie steht neben anderen Lösungen wie regelbaren Ortsnetztrafos, Speichern oder Redispatch – und zielt vor allem auf Anwendungen, in denen schnell zusätzliche Netzkapazität benötigt wird. Die strategische Bedeutung liegt damit weniger im Einzelgerät als im Zusammenspiel. Netzausbau, Digitalisierung und flexible Netztechnik werden nur zusammen die steigenden Mengen erneuerbarer Energie integrieren. „Der MSLR wird dafür ein wichtiges Element sein“, so Alsheimer. „Er belegt die Innovationskraft der Thüga-Gruppe eindrucksvoll – und zeigt, warum Verbünde wie unserer die Zukunft der Energiewende prägen werden.“

Lösung für akutes Problem der Energiewende

Der Zubau von Photovoltaik, vor allem auf Hausdächern im ländlichen Raum, überfordert vielerorts die Verteilnetze. Dadurch entsteht ein struktureller Engpass. Allein im Netzgebiet der TEN sind derzeit 17 Mittelspannungsbereiche „voll“: Die Netze können keine weitere PV-Einspeisung aufnehmen. In der Thüga-Gruppe stehen alle Flächennetzbetreiber von der Ostsee bis zu den Alpen vor derselben Herausforderung. 

„Berechnungen für Flächenversorger in der Thüga-Gruppe haben ergeben, dass der Einsatz von MSLR bis 2035 bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag an Netzausbaukosten sparen kann, wenn wir diese Regler dort einsetzen, wo es sinnvoll und möglich ist“, sagt Dr. Constantin H. Alsheimer, Vorstandsvorsitzender der Thüga Aktiengesellschaft.

Hitachi Energy fertigt den Mittelspannungslängsregler künftig in Serie im Transformatorenwerk in Lodz, Polen. Die kurzfristige Bereitstellung großer Stückzahlen ist somit möglich. Allein durch die Pilotinstallationen in Hopfgarten können rund 2.750 Balkonkraftwerke mehr ans Netz gehen – ohne konventionellen Netzausbau.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung