29.09.2026
Shell, Schneider Electric und Axens nehmen im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland die erste elektrische Heizung im industriellen Maßstab in Betrieb
Das gemeinsame Projekt zur Dekarbonisierung der Industrie zeigt, wie Elektrifizierung, Verfahrenstechnik und Standortintegration dazu beitragen können, die direkten CO₂- und NOx-Emissionen aus der Raffinerieheizung zu reduzieren.
Schneider Electric, Shell und Axens haben im Rahmen des R3-Grundölprojekts, das derzeit im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland (Shell Rheinland) in Deutschland realisiert wird, erfolgreich den ersten elektrischen Rohrheizkörper im industriellen Maßstab installiert. Dies ist ein bedeutender Schritt vorwärts bei der Elektrifizierung und Dekarbonisierung energieintensiver industrieller Prozesse.
Die Anlage ist die erste ihrer Art im industriellen Maßstab in Europa. Sie ist Teil eines umfassenderen Projekts von Shell, das darauf abzielt, den Standort Shell Rheinland neu auszurichten und seinen CO₂-Fußabdruck zu verringern. Durch den Ersatz herkömmlicher Verbrennungsheizungen durch eine elektrische Alternative, die ohne direkte CO₂- und NOx-Emissionen arbeitet, zeigt das Vorhaben, wie Industrieunternehmen gemeinsam praktikable Lösungen zur Dekarbonisierung des Raffineriebetriebs entwickeln können.
Das in enger Zusammenarbeit entwickelte Projekt vereint das Know-how von Shell, Schneider Electric und Axens. Shell bringt seine Erfahrung im Betrieb von Industrieanlagen ein, Axens seine Prozesstechnologie und Expertise im Bereich elektrischer Heizungen sowie Schneider Electric seine Kompetenzen in den Bereichen Elektrifizierung, Stromverteilung und Steuerung.
Das Herzstück der Anlage bildet die „Electric Tubular Radiant Heater“-Technologie von Axens Heurtey Petrochem Solutions, die mithilfe der Lösungen von Schneider Electric realisiert wurde. Die Technologie wurde als kohlenstoffarme Alternative zu herkömmlichen befeuerten Heizgeräten konzipiert und erfüllt die strengen Prozessanforderungen bei der Grundöldestillation.
Schneider Electric lieferte eine modulare, vorgefertigte Stromversorgungslösung, bestehend aus elektrischen Schaltanlagen, Transformatoren und einem Leistungssteuerungssystem, das mit dem Prozessleitsystem von Axens verbunden ist. Das Paket ist vollständig in die bestehende Standortinfrastruktur von Shell integriert, um einen sicheren, zuverlässigen und optimierten Betrieb zu gewährleisten.
Der integrierte „Power and Process“-Ansatz ermöglicht eine schnelle und präzise Leistungsmodulation, eine fein abgestimmte Heizungsregelung, eine hohe Betriebssicherheit sowie die Einhaltung der Anforderungen von Shell hinsichtlich Stromqualität und Auslegung. Damit zeigt das Projekt, wie sich elektrifizierte Heizlösungen durch das Zusammenspiel von Prozess-Know-how, Elektrotechnik und Automatisierung industriell skalieren lassen.
Marijn Bezuijen, Senior-Projektmanager bei Shell Rheinland, erklärt: „Dieses Projekt zeigt, wie eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette die Transformation bestehender Industrieanlagen unterstützen kann. Durch die Zusammenarbeit mit Schneider Electric und Axens treibt Shell die Einführung praktischer Lösungen voran, die zur Dekarbonisierung unserer Betriebsabläufe beitragen.”
Quentin Debuisschert, CEO von Axens, erläutert: „Dieses Projekt für Shell Rheinland zeigt, wie eine enge Verzahnung von Verfahrenstechnik und elektrischen Systemen die Elektrifizierung und Dekarbonisierung von Raffinerien beschleunigen kann. Durch die Kombination der elektrischen Heiztechnologie von Axens mit den bewährten Stromversorgungs- und Steuerungslösungen von Schneider Electric unterstützen wir Shell bei der Realisierung einer zuverlässigen, effizienten und kohlenstoffarmen Industrieanlage sowie einer schlüsselfertigen Lösung, die den Weg vom Elektron bis zum Molekül abdeckt.”
Devan Pillay, Heavy Industry Segmend President bei Schneider Electric, sagt: „Dieses Projekt markiert einen wichtigen Meilenstein für die Elektrifizierung der Schwerindustrie. Durch die Integration der Prozesstechnologie von Axens mit den Leistungs- und Steuerungskompetenzen von Schneider Electric haben wir eine Lösung geschaffen, die beweist, dass Dekarbonisierung und Leistung Hand in Hand gehen können. Damit wird ein klares Signal gesendet, dass die Technologien, die zur Reduzierung der Emissionen in der Raffinerie benötigt werden, bereits existieren und schon heute eingesetzt werden können.“
Durch die Bündelung der industriellen Aktivitäten von Shell, der Verfahrenstechnik von Axens und der Fachkompetenz von Schneider Electric in den Bereichen Elektrifizierung und Steuerungstechnik liefert das Projekt ein konkretes Beispiel dafür, wie Zusammenarbeit dazu beitragen kann, die Dekarbonisierung komplexer industrieller Prozesse in großem Maßstab zu beschleunigen.