Fast 3000 Start-ups entwickeln in Deutschland nachhaltige Lösungen für Energie, Mobilität und Industrie. Damit adressieren sie genau die Themen, die im Kontext der Transformation der Wirtschaft sowie aktueller Krisen und Engpässe an Relevanz gewinnen.
GreenTech schafft Resilienz: Fast 700 Energie-Start-ups bringen den Standort bei Erzeugung, Netzen und Speicherung voran.
Deutschland gibt jedes Jahr hohe zweistellige Milliardensummen für fossile Energieimporte aus und die aktuellen geopolitischen Spannungen zeigen erneut, wie schnell Wirtschaft und Gesellschaft durch explodierende Preise unter Druck geraten. Gleichzeitig hebt der KI-Ausbau den Strombedarf der Rechenzentren weltweit auf ein völlig neues Level – günstiger Strom und eine verlässliche Versorgung werden somit noch wichtiger.
Die gute Nachricht: 675 Energie-Start-ups sind in Deutschland aktiv und allein 2025 wurden 107 neu gegründet. 39 % der Energie-Start-ups arbeiten an Energiequellen und -trägern, weitere 35 % an Netzinfrastruktur und Speichern. Sie sind also genau dort tätig, wo Unabhängigkeit, Stabilität und Klimaschutz entstehen. Das geht aus dem GreenTech Monitor 2026 des Startup-Verbands hervor.
Souveränität und Resilienz durch neue Technologien
„Das Thema Energiesouveränität entscheidet, ob wir unsere Industrie halten, den Ausbau von IT-Infrastruktur stemmen und unabhängiger von globalen Schocks werden. Wir haben viele Gründerinnen und Gründer, die ihre Expertise einbringen und hier an nachhaltigen Lösungen arbeiten. Für unseren Wirtschaftsstandort ist es daher zentral, den GreenTech-Sektor weiter zu stärken und die Dynamik zu befeuern“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands.
(Bild: GreenTech Monitor 2026)
Energie-Start-ups liefern Technologien für ein modernes und intelligentes Energiesystem
Sie treiben die klimaneutrale Transformation des Energiesystems voran, mit Lösungen von der Erzeugung über Speicherung bis zum Netzmanagement.
Besonders relevant sind dabei ihre Technologien für Erzeugung und Speicherung, die in der aktuellen Phase den größten Hebel für mehr Unabhängigkeit und Stabilität bieten.
Aber auch bei Industrieprozessen, in denen viel Spezialisierung und technisches Know-how nötig sind, eröffnen sich für innovative Start-ups attraktive Marktpotenziale.
Dafür müsse Gründen und Skalieren jetzt durch die neue Rechtsform EU Inc. einfacher und damit attraktiver werden. „Wir brauchen dazu auch Fortschritte bei der angekündigten nationalen IP-Strategie, um unsere exzellente Forschung konsequent in die unternehmerische Praxis zu bringen“, so Pausder weiter.
Finanzierungslücke bremst Ideen aus
Damit aus Ideen Unternehmen entstehen, braucht es Kapital – und hier fällt Deutschland klar zurück. Zwischen 2021 und 2025 flossen in den USA rund 46 Mrd. Euro in Energie-Start-ups, in Deutschland waren es nur knapp 6 Mrd. Euro. Pro Kopf investieren die USA damit etwa doppelt so viel in diesen Zukunftssektor.
Das bedeutet, dass die Finanzierungsrunden im Schnitt kleiner ausfallen: Rund 500 Mio. Euro zusätzlich hätte es zwischen 2021 und 2025 pro Jahr gebraucht, damit deutsche Energie-Start-ups Finanzierungsrunden auf US-Niveau abschließen könnten.
Im gesamten GreenTech-Sektor summiert sich die Lücke auf über eine Milliarde Euro jährlich – besonders bei großen Finanzierungen wird es eng. „Deutschland hat die Technologien, die Teams und die Märkte – was uns fehlt, ist das Kapital. Gelingt es, diese Lücke zu schließen, gewinnen wir erhebliche Wachstumschancen im GreenTech-Sektor und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer etablierten Industrien“, kommentiert Nils Aldag, Gründer & CEO Sunfire sowie Vorstand Startup-Verband.
GreenTech-Neugründungen rückläufig
Für den Report konnten 2.903 aktive GreenTech-Start-ups in Deutschland identifiziert werden. Fast ein Viertel der GreenTechs entfällt auf den Energiesektor, weitere 18 % lassen sich dem breiteren Feld der Umwelttechnologien zuordnen. Besonders stark sind die Ökosysteme in Berlin (549), München (222) und Hamburg (170).
(Bild: GreenTech Monitor 2026)
Fast 700 GreenTech Start-ups liefern Lösungen im Energiebereich – mit Blick auf KI-Boom zentral
Resiliente Energieversorgung rückt aktuell noch stärker in den Fokus; 675 Start-ups sind in diesem Sektor aktiv.
Der KI-Boom steigert den Strombedarf durch Rechenzentren stark und befeuert die Nachfrage.
Allein 2025 wurden 107 Energie-Start-ups neu gegründet, ihr Anteil unter GreenTechs legt zu.
Bis 2021 sind die Neugründungen auf den Höchststand von 545 pro Jahr gestiegen, seitdem beobachten wir jedoch einen Rückgang und aktuell im Jahr 2025 sind nur 312 neue GreenTech-Start-ups entstanden. Die politische Unsicherheit und das schwache Investitionsklima im Sektor hinterlassen ihre Spuren.
Forschung als Sprungbrett
Start-ups aus dem Bereich GreenTech verbinden Klimaschutz mit Innovationskraft: Zwei Drittel geben an, dass ihr Produkt aus wissenschaftlicher Forschung hervorgeht, über die Hälfte bringt eine neue Technologie auf den Markt. 62 % wurden bei ihrer Gründung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen unterstützt und 16 % lassen sich dem DeepTech-Bereich zuordnen (Start-ups insgesamt: 11 %).
Entsprechend hoch ist auch der Hardware-Anteil: 44 % der GreenTechs entwickeln physische Produkte. Ganz wichtig ist hier laut Startup-Verband auch: GreenTechs stärken den Transfer von der Forschung in die Breite der Wirtschaft und 69 % kooperieren mit etablierten Unternehmen.
Gute Noten für den Standort Deutschland
Trotz aller Herausforderungen bleibt der Standort attraktiv: 75 % der GreenTech-Gründer und -Gründerinnen bewerten Deutschland im europäischen Vergleich positiv – deutlich mehr als im allgemeinen Start-up-Durchschnitt. Gerade im aktuellen politischen Umfeld könne Deutschland in diesem Sektor für Talente aus der ganzen Welt zum Anziehungspunkt werden.
Stand: 16.12.2025
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