Energiewende in der Transportlogistik  E-Lkw überholen Diesel bei den Betriebskosten 

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Eine neue Studie zeigt: Der Tankrabatt schafft nur kurzfristig Entlastung. E-Lkw bieten Spediteuren langfristig Schutz vor Dieselpreisschocks und sparen über fünf Jahre mindestens 85.000 Euro. Somit macht die Energiewende in der Transportlogistik auch wirtschaftlich Sinn. 

Der Mercedes-Benz eActros 600 (Mitte) ist ein vollelektrischer Schwerlast-Lkw mit rund 500 km Reichweite.(Bild:  Mercedes)
Der Mercedes-Benz eActros 600 (Mitte) ist ein vollelektrischer Schwerlast-Lkw mit rund 500 km Reichweite.
(Bild: Mercedes)

Laut einem neuen Bericht von T&E (Transport and Environment) sind die Gesamtbetriebskosten von E-Lkw in sechs der neun wichtigsten EU-Märkte günstiger als Diesel-Lkw. Auf die analysierten Märkte entfallen 46 Prozent aller in der EU neu zugelassenen schweren Lkw. 

In Deutschland sind die Kostenersparnisse mit am höchsten: Über einen Zeitraum von fünf Jahren betragen sie 85.000 Euro, wobei sich E-Lkw bereits nach zwei Jahren amortisieren. Angesichts der derzeit hohen Dieselpreise könnten die Einsparungen auf 106.000 Euro steigen.

Kostenersparnisse in Deutschland am höchsten

In Deutschland sind die Kostenersparnisse mit am höchsten: Über einen Zeitraum von fünf Jahren betragen sie 85.000 Euro, wobei sich E-Lkw bereits nach zwei Jahren amortisieren. Angesichts der derzeit hohen Dieselpreise könnten die Einsparungen auf 106.000 Euro steigen.

Dies sollte laut T&E ein Weckruf für die europäischen Lkw-Hersteller sein, da angesichts der geringen Margen in der Branche der Gewinn im Vordergrund steht. Sie müssen daher ihre Produktion von E-Lkw beschleunigen und ausweiten, um ihre Marktführerschaft zu behalten.

(Bild: T&E Modellierung)

In sechs von neuen untersuchten EU-Ländern sind E-Lkw bereits heute günstiger.

Ergebnisse für einen neuen 5-LH-Traktor, der 2026 gekauft wurde.

Falsche Sicherheit beim Tankrabatt 

Johanna Braun, Managerin für E-Mobilität im Bereich Lkw bei T&E Deutschland, sagt: „Der europäische Vergleich zeigt: Die Bedingungen für E-Lkw sind in Deutschland besonders gut. Schon nach zwei Jahren machen sich die Investitionskosten bezahlt und Speditionen können mit E-Lkw Geld sparen.“ 

Gleichzeitig seien E-Lkw der beste Schutz vor Schocks am Ölmarkt. Der Tankrabatt der Bundesregierung hingegen werde tausende Unternehmen kurzfristig in falscher Sicherheit wiegen und die Abhängigkeit der Transportbranche von teuer importiertem Diesel unnötig verlängern.

Daimler Truck profitiert von den EU-Herstellern am meisten

Die Kostenvorteile von E-Lkw schlagen sich bereits in steigenden Verkaufszahlen nieder. 2025 waren 3,2 Prozent aller in der EU neu verkauften Lkw über fünf Tonnen elektrisch. In Deutschland waren es im selben Jahr bereits 7,2 Prozent, ein Anstieg um ca. 60 Prozent gegenüber 2024. 

Dabei profitiert besonders der deutsche Hersteller Daimler Trucks. Während der Marktanteil des Lkw-Herstellers bei Diesel-Lkw bei knapp 20 Prozent stagniert, ist sein Marktanteil bei E-Lkw mit knapp 40 Prozent doppelt so hoch und wächst weiter stark an. Zusammen mit dem zweiten deutschen Hersteller MAN haben deutsche E-Lkw-Marken derzeit einen Marktanteil von gut 50 Prozent unter europäischen Neuzulassungen.

(Bild: T&E Modellierung)

Daimler Truck profitiert von den EU-Herstellern am meisten vom E-Lkw-Hochlauf.

T&E fordert stabile Rahmenprogramm

„Deutsche Lkw-Hersteller profitieren gerade besonders stark vom E-Lkw-Hochlauf. Um diese Marktführerschaft zu sichern, muss die Bundesregierung die Rahmenbedingungen für den Markt mindestens stabil halten und allen Marktteilnehmern Investitionssicherheit geben“, so Braun. 

China dränge bereits mit wettbewerbsfähigen E-Lkw auf den Markt. Das heißt, werden die europäischen Elektrifizierungsziele abgeschwächt, profitieren außereuropäische Lkw-Hersteller und sichern sich Marktanteile. „Anstatt die europäischen Ziele immer weiter zu verschieben, sollten heimische Hersteller sich darauf fokussieren, ihren Vorsprung im eigenen Markt zu behaupten“, bringt es Braun auf den Punkt. 

Der Verband fordert, dass sich die Bundesregierung dafür einsetzt, dass die CO₂-Flottengrenzwerte für Lkw nicht verwässert werden. Laut T&E darf das CO₂-Ziel von - 43 Prozent bis 2030 nicht weiter ausgehöhlt werden. Es sei entscheidend, um sicherzustellen, dass die Hersteller mehr E-Lkw anbieten und die notwendigen Skaleneffekte erzielen, um die Preise weiter zu senken.

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