Geothermie Die Erkundung des Untergrundes im Rheinland geht weiter

Verantwortliche:r Redakteur:in: Michael Hobohm 2 min Lesedauer

Wie lässt sich die Erdwärme tief unter Weisweiler zur Energiegewinnung nutzen? Der Antwort wollen die Fachleute jetzt wieder ein Stück näherkommen: Seit Kurzem wird vor dem Kraftwerk eine 500-m-Bohrung niedergebracht, die zweite Bohrung innerhalb weniger Monate. Sie wird das Wissen über den Untergrund und seine Eignung für die tiefe Geothermie erweitern. 

Das Bohrgerät in Weisweiler erstellt eine Erkundungsbohrung von rund 500 m Tiefe. Deren Daten helfen, die nächsten Erkundungsschritte zu planen.(Bild: RWE Power)
Das Bohrgerät in Weisweiler erstellt eine Erkundungsbohrung von rund 500 m Tiefe. Deren Daten helfen, die nächsten Erkundungsschritte zu planen.
(Bild: RWE Power)

Zudem will das Forschungsteam eine tiefe Erdwärmesonde installieren, deren aufgenommene Energie über eine Wärmepumpe erschlossen werden kann. Damit würde dort mittelfristig Tiefenwärme zutage gefördert werden – erneuerbare Energie, mit der die noch zu errichtenden Forschungsgebäude beheizt werden sollen.

Auch die zweite Bohrung ist Teil des internationalen Interreg-Forschungsprojekts "DGE-Rollout*". Es wurde vom Geologischen Dienst NRW koordiniert. Für die ersten Bohrungen in Weisweiler sorgt RWE Power. Die Erdwärmesonde ist eine Spezialanfertigung aus der Schweiz und wird betreut von der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG, die in das erste, 100 m tiefe Bohrloch seismologische Messgeräte eingebaut hat. "Mit diesem aufwendigen Projekt und unserem kommenden Standort in Weisweiler wollen wir weitere Untergrunddaten sammeln, die wir auf dem Weg zu Strukturwandel und Wärmewende im Rheinland brauchen", sagt Prof. Rolf Bracke, Leiter der Fraunhofer IEG.

NRW mit großem geothermischen Potenzial

Auf der Grundlage beider Bohrungen könnte später unter Regie von Fraunhofer IEG eine tiefe Erkundungsbohrung niedergebracht werden, um Thermalwasser führende Erdschichten zu orten. Sie würde auf ihrem Weg in die Tiefe auch den sogenannten Kohlenkalk erreichen. "Wir vermuten dieses karbonatische Reservoirgestein ab einer Tiefe von etwa 1.300 m", sagt Dr. Martin Salamon vom Geologischen Dienst in Krefeld. Geologische Erkundungen wie Bohrungen und seismische Messungen sind für die Erschließung zwingend erforderlich.

Studien der Fraunhofer IEG zeigen, dass Tiefengeothermie den aktuellen Wärmebedarf Deutschlands mindestens zu einem Viertel decken könnte. Das geothermische Potenzial von NRW ist besonders groß. Heißes Wasser aus der Tiefe wird zum Beispiel in Paris, Wien und München zur klimafreundlichen Wärmeversorgung genutzt. Ist das Thermalwasser in ausreichenden Mengen vorhanden und heiß genug, kann es bei der Fernwärmeversorgung von Haushalten oder auch in der Industrie fossile Energieträger, wie Erdgas und Braunkohle, ersetzen.

RWE Power-Vorstandsmitglied Dr. Lars Kulik: "Vom Kraftwerk Weisweiler zieht sich eine Fernwärmeleitung von RWE bis nach Aachen. Wenn sie eines Tages mit Tiefengeothermie erzeugte und damit regenerative Fernwärme transportiert, sind Energiewende und Strukturwandel in unserer Region wieder ein gutes Stück weiter."

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung