Automobilhersteller BMW treibt Wasserstoffeinsatz in Leipzig voran

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Im BMW-Werk in Leipzig soll Wasserstoff künftig direkt aus der Leitung kommen. Am Mittwoch wurde mit dem Bau der Verbindung zum Wasserstoffnetz begonnen. 

Baustart der Wasserstoff-Pipeline im BMW Group Werk Leipzig: Michael Kretschmer, Ministerpräsident Freistaat Sachsen; Petra Peterhänsel, Leiterin BMW Group Werk Leipzig und Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.(Bild:  BMW)
Baustart der Wasserstoff-Pipeline im BMW Group Werk Leipzig: Michael Kretschmer, Ministerpräsident Freistaat Sachsen; Petra Peterhänsel, Leiterin BMW Group Werk Leipzig und Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr.
(Bild: BMW)

Das BMW-Werk in Leipzig feierte diese Woche den symbolischen Baubeginn einer rund zwei Kilometer langen Wasserstoff-Pipeline als Anschluss an das künftige Wasserstoff-Kernnetz. Fertigstellung und Anschluss sind im ersten Halbjahr 2028 geplant. Der Standort wird damit das weltweit erste Automobilwerk sein, das direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

Wasserstoff in der Intralogistik und in der Lackiererei 

BMW nutzt Wasserstoff in Leipzig bereits seit 2013 in der Intralogistik. Heute setzt das Werk über 230 Gabelstapler und Routenzugschlepper mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb ein und betreibt damit die größte Flotte an brennstoffzellenbetriebenen Intralogistikfahrzeugen in Europa. 

Seit 2022 kommt Wasserstoff zudem in der Lackiererei zum Einsatz: Dort sind inzwischen elf bivalente Lack-Brenner installiert, die flexibel Erdgas oder Wasserstoff verbrennen können. „Die Pipeline ermöglicht die Versorgung unserer Lackiererei mit Wasserstoff in völlig neuen Größenordnungen“, sagt Petra Peterhänsel, Leiterin BMW Group Werk Leipzig. Sie sei damit ein Meilenstein und Grundpfeiler zur Sicherung unserer künftigen Energie-Resilienz und biete Potenziale für die weitere Dekarbonisierung unserer Produktion.

Mit dem Pipelineanschluss kann Wasserstoff künftig Erdgas vor allem dort ersetzen, wo energieintensive Prozesse hohe Temperaturen benötigen. Dies ist bei den Trocknern in der Lackiererei der Fall. Der Einsatz der bivalenten Erdgas- und Wasserstoffbrenner ermöglicht zudem das Sammeln von Erfahrungen der technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Hochlaufs des H2-Kernnetzes, um einen optimierten Betrieb der Anlagen darstellen zu können.

Global denken, lokal handeln

Die Wasserstoff-Pipeline in Leipzig ist ein Bestandteil des globalen Energiemanagements der BMW Group. Der Ansatz folgt keinem pauschalen Modell, sondern setzt auf technologieoffene, standortspezifische Lösungen. In Leipzig bilden eine langjährige Wasserstoff-Erfahrung, konkrete industrielle Anwendungen und der direkte Anschluss an die entstehende H2-Infrastruktur die Basis für eine langfristig belastbare Energieversorgung.

Die BMW Group setzt bei der Energieversorgung auf Lösungen, die zum jeweiligen Standort passen. Entscheidend sind laut eigener Aussage die lokale Infrastruktur, die Kosten und die verfügbaren Energiequellen. So verbinde das Unternehmen Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Dekarbonisierung. Künftig sollen die Standorte Energie nicht nur verbrauchen, sondern auch selbst erzeugen, speichern und flexibel einsetzen. Sie werden zu sogenannten Prosumern.

Digitale Steuerung ergänzt diesen Ansatz bei der BMW Group: Virtuelle Kraftwerke vernetzen Erzeuger, Verbraucher und Speicher und optimieren Energieflüsse datenbasiert. Damit können Standorte Lasten flexibler steuern, die Netzstabilität unterstützen und ihre Abhängigkeit von Markt- und Preisschwankungen reduzieren.

Gemeinsam für eine resiliente Energieversorgung

Die Anbindung des BMW Group Werks Leipzig an das künftige H2-Kernnetz ist ein gemeinsamer Schritt von Industrie und Energiepartnern. Die BMW Group hat dafür mit der Ontras Gastransport GmbH, die für den Aufbau des Wasserstoff-Kernnetzes in der Region zuständig ist, einen Kapazitäts-Reservierungsvertrag vereinbart. Die Bauarbeiten für die rund zwei Kilometer lange Anschlussleitung für das BMW Group Werk Leipzig inklusive Gasdruckregel- und Messanlage übernimmt die Mitnetz Gas GmbH. 

Eine resiliente Energieversorgung entstehe jedoch nicht nur im Zusammenspiel von Unternehmen, Energiepartnern und Politik, sondern auch unter Einbindung der Gesellschaft. Aus Sicht der BMW Group sind Transparenz, Verlässlichkeit und frühzeitige Beteiligung wichtige Voraussetzungen für Akzeptanz und Planungssicherheit. Mit Projekten wie der Wasserstoff-Pipeline in Leipzig leistet das Unternehmen einen konkreten Beitrag, industrielle Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung und regionale Wertschöpfung zu verbinden.

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