Energietunnel Stromverbrauch in Berlin verdoppelt sich: 50hertz plant neue Autobahnen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Berlin ist künftig stärker auf elektrische Energie angewiesen, die außerhalb der Stadtgrenzen erzeugt wird. Der Stromversorger 50hertz plant hierfür neue unterirdische Stromautobahnen unter der Stadt.

	(Bild:  50hertz)
(Bild: 50hertz)

Aktuellen Prognosen zufolge soll sich der Stromverbrauch in Berlin in den kommenden zehn Jahren verdoppeln. Die Gründe hierfür sind unter anderem die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung, die zunehmende Elektromobilität und die steigende Digitalisierung etwa durch die Ansiedlung von Rechenzentren. Das aktuelle Bundesbedarfsplangesetz sieht daher mehr leistungsstarke Stromleitungen zur Versorgung der Hauptstadt vor. Der Stromversorger 50hertz plant daher drei neue Stromautobahnen unter der Stadt.

Die Planungen umfassen vier Aus- beziehungsweise Neubauprojekte mit einer Gesamtlänge von etwa 75 Kilometern in Berlin und im angrenzenden Brandenburg. Drei der geplanten Leitungen hat 50hertz kürzlich vorgestellt. Zwei sollen die jetzige Strom-Hauptschlagader, die Kabeldiagonale Berlin zwischen den Umspannwerken Teufelsbruch im Westen und Marzahn im Osten der Stadt, ergänzen. Der Abschnitt zwischen Teufelsbruch und Reuter wird als Ersatzneubau leistungsfähiger gemacht.

Das sind die neuen Stromautobahnen von 50hertz in Berlin

Kabeldiagonale Berlin: Die im Bau befindliche neue Berliner Kabeldiagonale zwischen der Rudolf-Wissell-Brücke und dem Umspannwerk (UW) Mitte soll um ein rund sechs Kilometer langes Teilstück erweitert werden. Dieses verläuft zwischen den Umspannwerken Reuter und Teufelsbruch. In bis zu 40 Metern Tiefe gilt es, einen Kabeltunnel mit circa vier Meter Innendurchmesser zu planen und zu errichten. Dieses Teilstück ersetzt nach dem Bau des Tunnels eine bestehende Ölkabeltrasse und erhöht die Stromtragfähigkeit zwischen Teufelsbruch und Reuter um etwa 40 Prozent.

Kabelvertikale Berlin-Süd: Die 380-kV-Kabelvertikale Berlin-Süd ist als Tunnel mit einer Länge von rund 14 Kilometer geplant. Der Anfangsschacht wird sich in Brandenburg nahe der Stadtgrenze Berlins in Großbeeren befinden. Von dort führt die Leitung in Tunnelbauweise in Richtung Norden zu einem neu zu planenden Umspannwerk am Heizkraftwerk Lichterfelde. Über voraussichtlich zwei weitere Zwischenschächte wird die Leitung bis zum Umspannwerk Mitte südlich des Potsdamer Platzes geführt.

Kabelvertikale Berlin-Nord: Zudem ist t der Bau einer rund 20 Kilometer langen Höchstspannungsleitung geplant. Davon sollen rund 17 Kilometer in Tunnelbauweise und voraussichtlich drei Kilometer als Freileitung oder als erdverlegte Kabeltrasse umgesetzt werden. Die Leitung beginnt am Umspannwerk Reuter, verbindet ein neues, noch zu bauendes Umspannwerk in Tegel, verläuft in möglichst gerader Linie und endet am UW in Malchow.

Die Bauarbeiten für die drei neuen Vorhaben beginnen gestaffelt ab voraussichtlich 2030. Die sukzessive Inbetriebnahme der Leitungen ist ab 2036 bis Ende der 30er-Jahre vorgesehen. 

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung