Notstrom beim Netzausfall Solarenergie bei Stromausfall? Die Photovoltaikanlage funktioniert dann nicht immer...

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 3 min Lesedauer

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Solaranlagen versorgen das eigene Gebäude bei Sonnenschein zuverlässig mit Energie. Doch bei einem Ausfall des Stromnetzes ist das nicht immer der Fall. So wird die Photovoltaikanlage notstromfähig.

(Bild:  © Guy/stock.adobe.com)
(Bild: © Guy/stock.adobe.com)

Das Stromnetz in Deutschland ist im internationalen Vergleich ziemlich zuverlässig. Dennoch kommt es immer wieder einmal aus den verschiedensten Gründen zu einer Unterbrechung der Stromversorgung. Wer eine Solaranlage auf dem Dach hat und wenn die Sonne scheint, dann fließt im eigenen Gebäude weiterhin der Strom – wenn die Photovoltaikanlage inselfähig ist und ein Batteriespeicher vorhanden ist.

Ein inselbetriebsfähiger Wechselrichter kann eigenständig eine Netzfrequenz herstellen und ermöglicht den Betrieb der Anlage unabhängig vom Stromnetz. Wie lange eine Solaranlage im Falle eines Stromausfalls Strom liefern kann, hängt laut dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) unter anderem von den genutzten Komponenten, Größe und Ladestand des Speichers, vom Verbrauchsprofil der Betreiber sowie von der Sonneneinstrahlung während der Krise ab.

STROMASUFÄLLE IN DEUTSCHLAND

Die Stromversorgung in Deutschland gehört zu den zuverlässigsten in der Welt. So wurde 2023 jeder Verbraucher zu etwa 99,997 Prozent mit Strom versorgt.

Das entspricht einer durchschnittlichen Unterbrechungsdauer von lediglich 13,7 Minuten pro Jahr. Die Anzahl der Unterbrechungen pro Kunde lag 2023 bei 0,34. Das bedeutet, dass jeder Kunde im Schnitt lediglich einmal alle drei Jahre von einer Störung betroffen ist. Ein Grund für Störungen ist die seit 2020 generell hohe Bautätigkeit sowohl im Straßenbau als auch im Breitbandausbau, die immer wieder zu Schäden an Stromkabeln führt.

In den den genannten Zahlen sind jedoch Unterbrechungen durch höhere Gewalt und geplante Abschaltungen nicht enthalten. Und das Beispiel Berlin Anfang 2026 zeigt: Anschläge auf das Stromnetz können es schnell einmal für ein paar Tage lahmlegen.

Notstromfähige Photovoltaikanlagen

Grundsätzlich unterscheidet man bei notstromfähigen Photovoltaikanlagen zwischen Anlagen mit Notstromfunktionen, die einzelne Geräte über eine Steckdose versorgen können (nicht automatisch umschaltend), und Anlagen mit Ersatzstromfunktion, die ein Teilnetz (einzelne Phase) oder das gesamte Hausnetz versorgen können:

  • Ersatzstrom: Photovoltaikanlagen, die mit einem inselbetriebsfähigen Batteriewechselrichter und einer Netztrennungseinrichtung ausgestattet sind, können Ersatzstrom auch in Zeiten von Stromausfällen liefern. Diese Anlagen trennen laut dem BSW-Solar bei Ausfall der öffentlichen Versorgung die häuslichen Stromkreise vom Netz und schalten um auf Inselbetrieb. Die vorhandene Elektroinstallation und die angeschlossenen Geräte werden dann aus der Batterie versorgt.
  • Notstrom: Diese technisch einfachere Variante lässt die Versorgung einzelner Geräte zu, die bei Ausfall der Netzversorgung umgesteckt werden müssen. Im Speicher oder Wechselrichter sind dafür separate Steckdosen eingebaut oder es kann ein separater Stromkreis angeschlossen werden, der nur im Fehlerfall genutzt wird.
  • Nachladen aus der Photovoltaikanlage: Die Versorgungsdauer im Inselbetrieb kann bei Sonneneinstrahlung erheblich verlängert werden, wenn die Batterie auch im Notstrombetrieb aus der Photovoltaikanlage nachlädt.

„Photovoltaik ist in der Lage, im Notfall dezentral und ohne funktionierenden Netzzugang die Energieversorgung sicherzustellen. Das dient der Krisensicherheit der Betreiber und steigert die Resilienz unseres Energiesystems“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Wer sich eine neue Photovoltaikanlage anschaffen möchte, sollte sich auch zu den Möglichkeiten einer Not- und Ersatzstromfunktion beraten lassen, damit diese auf Wunsch im Krisenfall sofort verfügbar sind. Die Mehrkosten für eine entsprechende technische Ausstattung seien in der Regel überschaubar. Auch bei Photovoltaik-Bestandsanlagen sei laut Carsten Körnig die Nachrüstung mit einer Notstrom- oder Ersatzstromfunktion in vielen Fällen möglich.

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