Wasserstoff-Infrastruktur: Europäische FNB unterzeichnen Kooperationsvereinbarung

Verantwortlicher Redakteur:in: Michael Hobohm 2 min Lesedauer

Die EU-Mitgliedstaaten befinden sich derzeit in einem dynamischen Wandel. Wasserstoff wird zu einem der wichtigsten Energieträger bei der Energiewende in der EU. Mehrere Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) setzen nun die Vision der „Initiative European Hydrogen Backbone“ (EHB) in enger Zusammenarbeit in die Tat um. Am 14. Dezember 2022 unterzeichneten FNB aus sechs EU-Ländern eine Kooperationsvereinbarung über das länderübergreifende Projekt „Nordic-Baltic Hydrogen Corridor“.

(Quelle:  Ontras)
(Quelle: Ontras)

Die europäischen FNB Gasgrid Finland (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), Gaz-System (Polen) und Oontras (Deutschland) unterzeichneten eine Kooperationsvereinbarung für die Errichtung einer Wasserstoff-Infrastruktur von Finnland über Estland, Lettland, Litauen und Polen bis nach Deutschland, um die Ziele von „RepowerEU“ für 2030 zu erreichen. Die FNB initiierten das Projekt Nordic-Baltic Hydrogen Corridor, mit dem die Energiesicherheit der Region gestärkt und ihre Abhängigkeit von importierter fossiler Energie verringert werden soll. Zudem wird das Projekt eine bedeutende Rolle in der Dekarbonisierung von Gesellschaften und der energieintensiven Industrien entlang des Korridors einnehmen. Darüber hinaus verfügt das Projekt über ein großes Potenzial, einen Beitrag zur Erreichung des EU-Ziels zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu leisten, indem es die heutige Produktion auf fossiler Basis wie auch den Verbrauch fossiler Brennstoffe in Industrie, Verkehr, Strom und Beheizung durch die Produktion und den Verbrauch von grünem Wasserstoff ersetzt.

Starken Markt für Wasserstoff schaffen

Der Nordic-Baltic Hydrogen Corridor unterstützt die Diversifizierung der Energieversorgung. Zudem soll er die Einführung erneuerbarer Energien beschleunigen, um insbesondere das EU-Ziel zu erreichen, 10 Millionen t erneuerbaren Wasserstoff in Europa zu erzeugen. Der Wasserstoffkorridor kann grün erzeugten Wasserstoff aus dem Ostseeraum Richtung Mitteleuropa transportieren und dabei Verbrauchscluster entlang des gesamten Korridors versorgen.

Darüber hinaus kann bei einem weiteren Ausbau der Wasserstoffinfrastruktur im Ostseeraum ein starker Markt für Wasserstoff geschaffen werden. Damit wird der Zugang zu uneingeschränkt vorhandenen erneuerbaren Energieressourcen ermöglicht.

Das Projekt unterstützt nachdrücklich die EU-Wasserstoffstrategie und den RepowerEU-Plan. Ferner werden mit Nordic-Baltic Hydrogen Corridor mehrere regionale und europaweite Klimaziele unterstützt. Dazu gehören zum Beispiel der „Europäische Grüne Deal“ und „Fit für 55“.

Weitere Schritte des Projektes

Unter Berücksichtigung der Komplexität des Projekts ergreifen die Projektpartner proaktive Schritte zur Projektumsetzung. In der ersten Phase der Projektentwicklung im Jahr 2023 werden die Projektpartner eine vorläufige Machbarkeitsstudie durchführen. Basierend auf den Empfehlungen der vorläufigen Machbarkeitsstudie wird eine Entscheidung über die Fortsetzung der Projektentwicklung getroffen. Im Anschluss daran würden Engineering- und Genehmigungsphasen sowie der Bau und die Inbetriebnahme folgen.

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