Fraunhofer ISE Riesiges Potenzial: Agri-Photovoltaik kann Deutschlands Solarziele übertreffen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat das Potenzial für Agri-Photovoltaik für Deutschland erhoben: Bereits auf den am besten geeigneten Flächen könnten 500 Gigawatt Peak Solarleistung installiert werden.

(Bild:  Fraunhofer ISE)
(Bild: Fraunhofer ISE)

In Agri-Photovoltaik (AgriPV), die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Nahrungsmittelproduktion und für die Photovoltaik-Stromerzeugung, steckt ein enormes Potenzial. In mehreren Studien hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) dieses Potenzial nun für Deutschlands Ackerflächen ermittelt: Bereits auf den am besten geeigneten Flächen könnten demnach 500 Gigawatt Peak Solarleistung installiert werden. Das übertrifft die Photovoltaik-Ausbauziele Deutschlands für 2040.

Potenzial von Agri-Photovoltaik in den einzelnen Bundesländern: Technisch machbar / Szenario 1: Ausschluss von Naturschutzgebieten / Szenario 2: zusätzliche Verordnungen zum Landschaftsschutz.(Bild:  Fraunhofer ISE)
Potenzial von Agri-Photovoltaik in den einzelnen Bundesländern: Technisch machbar / Szenario 1: Ausschluss von Naturschutzgebieten / Szenario 2: zusätzliche Verordnungen zum Landschaftsschutz.
(Bild: Fraunhofer ISE)

Basis der aktuellen Studien des Fraunhofer ISE sind geografische Informationssysteme, deren Flächendaten nach zwei Kriterienkatalogen bewertet wurden.

Der erste Kriterienkatalog berücksichtigt geografische Faktoren sowie rechtliche und behördliche Anforderungen und erfasst das regulatorische und technisch mögliche Potenzial. Er unterscheidet dabei zwei Szenarien: Szenario 1 schließt Flächen aus, die wegen harter Restriktionen wegfallen, zum Beispiel Naturschutzgebiete. Szenario 2 schließt Flächen nach harten und weichen Restriktionen (zum Beispiel Flora-Fauna-Schutzgebiete) aus, und ist daher das naturschutzfreundlichere. In der Potenzialanalyse ergeben sich in Szenario 1 7900 Gigawatt Peak und in Szenario 2 5600 Gigawatt Peak installierbare Photovoltaik-Kapazität – ein Vielfaches der für die Klimaneutralität Deutschlands im Jahr 2045 benötigten Menge.

Ein weiterer Kriterienkatalog umfasst politisch-wirtschaftliche und agrarökonomische Eignungskriterien, um besonders geeignete Standorte zu finden. In diesem Schritt wurde betrachtet, welche Flächen besonders geeignet sind, etwa aufgrund der Solareinstrahlung, des vorhandenen Netzeinspeisepunkts oder weil Dauerkulturen wie Wein oder Obst besonders von Synergieeffekten profitieren.

Agri-PV auf lokaler Ebene

Nicht nur auf nationaler Ebene, sondern auch lokal lässt sich mit Hilfe von Geoinformationssystem-basierten Analysen das Potenzial für Agri-PV bis auf die einzelne Parzelle berechnen. Dazu arbeiten die Forscher des Fraunhofer ISE mit Landkreisen zusammen und beziehen Netzdaten der lokalen Verteilnetzbetreiber mit ein.

So untersuchte das Fraunhofer ISE im Projekt „AgriChance“ die ländlichen Gebiete des Stadtstaates Hamburg. Im Rahmen von drei Szenarien wurden die identifizierten Flächen unter techno- und agrarökonomischen Gesichtspunkten klassifiziert. Demnach sind insbesondere Dauerkulturen im Alten Land und in den Vier- und Marschlanden (bis zu 620 Hektar) optimal geeignet. Auch das Potenzial für Gewächshäuser ist vielversprechend, hier könnten auf 160 Hektar bestehenden Gebäuden fast 50 Megawatt Peak installiert werden.

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