Lukrativ für Mieter und Vermieter Mieterstrom: 20 Millionen Haushalte könnten von Solarenergie profitieren

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Mieterstrom lohnt sich sowohl für Mieter als auch für Vermieter. Zudem lässt sich damit ein großer Teil des Photovoltaik-Bedarfs decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

(Bild:  © slavun/stock.adobe.com)
(Bild: © slavun/stock.adobe.com)

Mit Mieterstrom können Mieter günstigen Solarstrom direkt vom Hausbesitzer beziehen. Der Strom wird vor Ort auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses erzeugt und direkt an die Mieter verkauft wird, ohne ihn durch das öffentliche Netz zu leiten. In Deutschland könnten Millionen Mieterhaushalte und ihre Vermieter von Solarstrom auf dem Dach profitieren.

So zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), dass bis zu 20,4 Millionen Wohnungen in rund drei Millionen Mehrfamilienhäusern technisch mit Mieterstrom versorgt werden könnten. Wenn dieses Potenzial voll ausgeschöpft würde, dann ließen sich bis zu 60 Gigawatt Photovoltaik installieren – das entspricht fast einem Drittel des Ausbauziels bis zum Jahr 2030.

Mieterstrom: Auch für Vermieter lukrativ

Beim Mieterstrom schließen Mieter ihren Liefervertrag mit dem Vermieter ab. Weil dabei Netzentgelte und Abgaben entfallen, können die Mieter von günstigeren Preisen profitieren. Nur der restliche Stromverbrauch wird aus dem öffentlichen Netz versorgt. Besonders attraktiv ist das Modell, wenn es mit der Nutzung von Wärmepumpen oder E-Autos kombiniert wird.

Auch Vermieter profitieren davon, wie Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen: Im Basisszenario ergibt sich für ein typisches Gebäude eine Rendite von 3,6 Prozent, unter Idealbedingungen sogar bis zu 18,5 Prozent – abhängig davon, wie viele Mieterhaushalte am Modell teilnehmen und wie gut die Größe der Photovoltaik-Anlage und der Batterie an den Bedarf angepasst ist.

Dennoch bleibt die Zahl der realisierten  Mieterstrom-Projekte in Deutschland bislang überschaubar: Bei der Bundesnetzagentur sind nur rund 5.400 Mieterstromanlagen registriert – gegenüber gut vier Millionen Photovoltaik-Anlagen insgesamt. 

„Vor allem bürokratische Hürden bremsen den Ausbau“, kommentiert Dr. Ralph Henger, Senior Economist für Wohnungspolitik und Immobilienökonomik beim IW, die Ergebnisse. Die Vorgaben zur Strommessung und Abrechnung seien kompliziert, die Genehmigungsprozesse von PV-Anlagen durch die Netzbetreiber aufwendig. „Ohne Reformen bleiben wertvolle Potenziale ungenutzt“, so seine Warnung.

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