Energiewende

Haus der Technik: Grundlagenwissen aus Europas Energiehauptstadt

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Beispiel Wasserstoff

Im Prinzip droht das auch dem Wasserstoffbereich, für den Essen – Sitz gleich mehrerer der größten Player der Energiewirtschaft – nebenbei eine Vorreiterrolle zukommt. 2021 wurde hier Europas erster Wasserstoff-Innovations-Hub gegründet. Er adressiert die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Doch obschon sich der Wasserstoff-Arbeitsmarkt erst am Anfang befindet, deutet sich bereits an, dass Fachkräftemangel zum Belastungsfaktor werden wird. Dafür sorgen – wenig überraschend – die demografische Entwicklung und fehlender Nachwuchs.

Ein Puzzleteil zur Lösung des Problems ist das Veranschaulichen der Chancen und Potenziale der Wasserstoffwirtschaft. Denn die Karrieremöglichkeiten sind vielen bislang unklar. Was nicht zuletzt daran liegt, dass die Wasserstoffbranche bisher kein ganz großer Jobmotor ist. Genauso ist die enorme Vielfältigkeit nur wenigen bewusst. Man denke neben der Speicherung und Integration in bestehende Energieinfrastrukturen an die Gewährleistung der Sicherheit,die gleichermaßen neue Vakanzen schaffen wird und zum Teil aktuell schon schafft.

Ausweg Weiterqualifizierung

Ein praktikabler Ausweg kann die Weiterqualifizierung von vorhandenem Personal sein, für die das HDT zahlreiche Optionen bietet – einschließlich individuell maßgeschneiderter Inhouse-Seminare. Von zentraler Bedeutung sind in dem Kontext Schulungen von Führungskräften. Immerhin sind sie es, die in Firmen die strategische Rolle von Wasserstoff vermitteln, Ressourcen bereitstellen und den Aufbau von Fachwissen in den einzelnen Abteilungen unterstützen müssen.

Und tatsächlich sieht man beim HDT ein wachsendes Interesse an Weiterbildungen zum gesamten Themenkomplex, das zusätzlich befördert wird durch Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit. Diese macht (grünen) Wasserstoff zu einer interessanten Alternative – ob als potenziell vollständiger Ersatz wie bei der Stahlerzeugung oder als ergänzende Komponente wie im Sektor Mobilität, an den sich das HDT ebenfalls mit einer großen Zahl an Veranstaltungen richtet.

Starker Nachfrage erfreuen sich überdies im Bereich Renewables die Seminarangebote des HDT zu allen Aspekten der Windenergie und der Photovoltaik – von theoretischen Grundlagen über Planung, Projektierung, Installation und Überwachung von Anlagen bis hin zu Energiemanagementsystemen, Energiekennzahlen und Energieeffizienz.

Neue Energie für eine neue Realität im Haus der Technik

Kommen wir zum Schluss noch einmal auf den eingangs erwähnten gesellschaftlichenAuftrag zu sprechen. Dieser beinhaltet, dass sich das von einem gemeinnützigen Verein getragene HDT dafür einsetzt, dass unser Land nicht bloß Schritt hält mit der globalen Fortschrittsentwicklung, sondern (wieder) einen Spitzenplatz einnimmt. Das ist freilich kein Selbstzweck. In letzter Konsequenz geht es um den Erhalt unseres Wohlstands – als Unterpfand für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden.

Im HDT weiß man um den Zusammenhang nur zu gut. Ein Blick auf die eigene Unternehmensgeschichte genügt. Trauriger Höhepunkt des düstersten Kapitels war 1943 die Zerstörung des Essener Stammhauses durch einen Bombentreffer. Das in einer großen Kraftanstrengung bis 1953 wiederaufgebaute und für das HDT namensgebende Haus der Technik dient den Menschen, die darin heute arbeiten, quasi als Mahnmal. Gleichzeitig macht es in gewisser Weise stolz, da sich an diesem Ort nachvollziehen lässt, wie es einst geglückt ist, den Wahnsinn des Krieges hinter sich zu lassen.

Das spendet vielleicht sogar ein wenig Hoffnung im Hinblick darauf, dass acht Jahrzehnte später neuerlicher Krieg in Europa keine theoretische Möglichkeit mehr ist. Wie inzwischen jedem klar geworden sein muss, besitzt diese neue Realität – um den Bogen zu schließen – auch handfeste energetische und energiepolitische Implikationen.

Haus der TechnikMIichael Graef 
ist Chefredakteur des vom Haus der Technik herausgegebenen HDT-Journals.

Bildquelle: Hanna Knychas

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