Kombinierte Leitungstrasse für Finkenwerder Hamburger Energienetze verlegen Wasserstoff- und Stromleitungen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Die Transformation der Energieversorgung erreicht auch die Elbinsel Finkenwerder: Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz "HH-WIN" soll dort ab 2027 den Luftfahrtstandort versorgen, und der steigende Strombedarf erfordert eine leistungsfähigere Infrastruktur. Die Hamburger Energienetze kombinieren nun das Legen von Wasserstoff- und Stromleitungen auf einem rund 4,5 km langen Abschnitt zwischen Altenwerder und dem Norden der Elbinsel. Um das Gewässer Aue zwischen Alter Süderelbe und Dradenauhafen zu queren, entsteht ein insgesamt 270 m langer kombinierter Leitungstunnel, ein sogenannter Düker.

Hamburger Energienetze legen kombinierte Leitungstrasse und untertunneln das Gewässer Aue.(Bild:  Hamburger Energienetze)
Hamburger Energienetze legen kombinierte Leitungstrasse und untertunneln das Gewässer Aue.
(Bild: Hamburger Energienetze)

Aktuell gräbt sich eine Horizontalbohrmaschine unter der Aue durch. Dort zieht ein Team aus Tunnelfachleuten Rohre unter dem Gewässergrund ein, durch die künftige Strom- und Wasserstoffleitungen verlaufen werden. Dank des Horizontalspülbohrverfahrens von einer Baugrube nördlich des Ufers zu einer weiteren südlich der Aue beeinträchtigen die Arbeiten das naturnahe Gewässer nicht. Weil rund um die Baustelle vor allem landwirtschaftlich genutzte Flächen liegen, gehen von den Maßnahmen kaum Verkehrsbeeinträchtigungen aus. Lediglich der Radweg auf dem Bahndamm musste umgeleitet werden. Die Kombination zweier Leitungsneubauten senkt darüber hinaus den Aufwand gegenüber Einzelmaßnahmen erheblich.

Horizontalspülbohrverfahren quert Aue

Über eine Länge von 270 m gräbt sich die Horizontalspülbohranlage von der Startgrube auf Finkenwerder nahe des Osterfelddeichs zur Zielgrube bei der Straße "An der alten Süderelbe". Hinter dem Bohrkopf stabilisiert dabei eine Bentonit-Spülung den Bohrkanal und transportiert zugleich Abraum in die Startgrube zurück. Eine per Kreiselkompass geführte Steuerung lenkt dabei die Bohrung zielsicher von Start- zu Zielgrube. Mit dem Bohrkopf zieht das Fachteam Spezialrohre mit rund 30 cm Durchmesser in den Bohrkanal ein, die bereits für die Aufnahme der Stromleitung beziehungsweise für den Transport von Wasserstoff vorbereitet sind. Die von Altenwerder kommenden Leitungen verlaufen hier später in Nord-Süd-Richtung entlang des alten Finkenwerder Bahndamms, auf dem heute ein Radweg liegt.

Mehrere Leitungen für Hamburgs Energiezukunft

Zusätzlich zur Wasserstoff-Infrastruktur HH-WIN bauen die Hamburger Energienetze auf Finkenwerder das Stromnetz aus. Mittelspannungs-, Niederspannungs- und Datenkabel sollen Industrie und Anlieger künftig zuverlässig mit Strom versorgen. Der Ersatz alter Leitungen und die Digitalisierung des Netzes spielen bei dem Ausbau eine zentrale Rolle. Zusätzlich schaffen Leerrohre für 110-kV-Kabel Reserven für weitere Leistungserhöhungen. Die Transformation der Energieinfrastruktur macht hier Hamburg-Finkenwerder fit für die Anforderungen der Energiewende.

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