Energy Transition Outlook Deutschland schrammt knapp am Klimaziel vorbei

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Der Energy Transition Outlook Deutschland prognostiziert, dass die CO2-Emissionen bis 2050 um 95 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Damit verfehlt Deutschland sein Klimaziel.

(Bild:  pvl0707 / Adobe Stock)
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Die Studie „Energy Transition Outlook“ (ETO) von DNV, einer Schifffahrts-Klassifikationsgesellschaft und Dienstleister unter anderem im Bereich Risikomanagement, zeigt, dass Deutschland in Sachen Klima auf einem guten Weg ist. Dennoch werde die Bundesrepublik ihr Klimaziel verfehlen.

Deutschland möchte eigentlich bis 2045 klimaneutral werden. Der Energy Transition Outlook Deutschland prognostiziert, dass die CO2-Emissionen bis 2045 um 89 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden und um 95 Prozent bis 2050. Das würde bedeuten, dass Deutschland an seinem Ziel der Klimaneutralität bis 2045 knapp vorbeischrammt.

Klimaziel: Große Fortschritte bei der Umgestaltung der Energielandschaft

Der Studie zufolge werde sich der Energieversorgungsmix in Deutschland drastisch verändern: Der Anteil der Energieimporte an der Primärenergieversorgung werde bis 2050 von aktuell 70 Prozent auf 27 Prozent sinken. Dadurch werde Deutschland seine Abhängigkeit von ausländischer Energie deutlich reduzieren. Kohleimporte würden um 99 Prozent fallen, Ölimporte um 79 Prozent.

Zudem werden laut DNV Erdgas und Wasserstoff bis 2050 ähnlich stark nachgefragt werden –  wobei ein Drittel des Wasserstoffs in Deutschland produziert wird.

Zudem werde Deutschland bis 2050 46 Prozent seines Energiebedarfs mit Strom decken – das ist mehr als das Doppelte des heutigen Anteils von 19 Prozent. Dadurch werde die Effizienz des Energiesystems erheblich steigen und der Primärenergieeinsatz im Vergleich zu heute um 33 Prozent sinken.

Die Elektrifizierung werde laut der Studie durch sinkende Kosten für neue Technologien wie Energiespeicher und Wärmepumpen sowie politische Maßnahmen wie den CO2-Preis vorangetrieben. Die Stromerzeugungskapazität werde sich bis 2050 auf 1.000 TWh verdoppeln – 90 Prozent davon würden aus erneuerbaren Energien stammen.

Steigerung der Energieeffizienz

DNV geht davon aus, dass das Wachstum der erneuerbaren Energien mit einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz einhergeht. Die Energieintensität der Wirtschaft (Energieverbrauch pro BIP-Einheit) werde sich bis 2050 fast halbieren. Ebenso sinke der Energieverbrauch pro Kopf um mehr als 50 Prozent.

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Die Energiepreise würden keinen Standortnachteil für die Industrie bringen. Energieintensive Branchen benötigten allerdings Unterstützung, um ihre Geschäftsmodelle gezielt auf Energieeffizienz, Elektrifizierung und CO2-Abscheidung (CCS) auszurichten. Nach den jüngsten Rekordpreisen für Energie würden diese Industrien in Zukunft zudem von fallenden Strompreisen profitieren. Wer Flexibilität in seinen Prozessen ermöglicht, könne zusätzlich profitieren.

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