Aktuelle Daten der Bundesnetzagentur Strommarkt in Deutschland: 2024 war so sauber wie nie

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Die Bundesnetzagentur veröffentlichte die Strommarkt-Daten für 2024. Mit 59 Prozent waren erneuerbare Energien die wichtigste Energiequelle für die Stromversorgung in Deutschland.

(Bild:  urbans78 / Adobe Stock)
(Bild: urbans78 / Adobe Stock)

Zum Jahresbeginn veröffentliche die Bundesnetzagentur die aktuellen Zahlen zum Strommarkt 2024 in Deutschland. Datengrundlage ist die Informationsplattform SMARD der Bundesnetzagentur für Strom- und Gasmarktdaten. Insgesamt wurden im abgelaufenen Jahr 431,7 TWh Strom erzeugt*. Das entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr (450,5 TWh). Gemessen an der Gesamterzeugung entfielen 254,9 TWh oder 59,0 Prozent auf erneuerbare Energieträger. Im Jahr 2023 lag der Anteil bei 56,0 Prozent.

Energieträgeranteile an der Gesamtstromerzeugung 2024: Den größten Anteile hat Onshore-Windkraft mit über 25 Prozent.(Bild:  Bundesnetzagentur)
Energieträgeranteile an der Gesamtstromerzeugung 2024: Den größten Anteile hat Onshore-Windkraft mit über 25 Prozent.
(Bild: Bundesnetzagentur)

Onshore-Windkraft machte mit 25,9 Prozent den größten Anteil der einzelnen Energieträger aus. Da 2024 im Vergleich zu 2023 vergleichsweise windarm war, ging die Einspeisung von Onshore-Windkraft um 5,8 Prozent auf 111,9 TWh zurück. Den größten Zuwachs verzeichnete Photovoltaik: Wurden 2023 noch 55,7 TWh aus Solarenergie eingespeist, waren es 2024 insgesamt 63,3 TWh. Das liegt zum einen am Zubau bei der installierten Nettonennleistung, zum anderen an außergewöhnlich viel Sonnenschein in diesem Sommer.

Strommarkt 2024: Rückgang konventioneller Energieträger 

Durch konventionelle Energieträger wurden 176,8 TWh Strom eingespeist, was einem Rückgang von 10,9 Prozent gegenüber dem Jahr 2023 entspricht. Braunkohle ging um 8,8 Prozent auf 71,0 TWh zurück, Steinkohle fiel um 31,2 Prozent auf 27,3 TWh. Die Erzeugung aus Erdgas stieg hingegen um 8,6 Prozent auf 56,9 TWh und machte damit 13,2 Prozent an der Gesamterzeugung aus.

 2024 war das erste vollständige Jahr, in dem Kernenergie keine Rolle mehr bei der Gesamterzeugung in Deutschland spielte. Im Jahr 2023 erzeugten die Kernkraftwerke noch bis zur endgültigen Abschaltung im April Strom und machten daher auf das Jahr gesehen 1,5 Prozent der Gesamterzeugung aus. In 2022, dem letzten vollständigen Jahr vor dem Abschalten der letzten AKWs, trugen sie noch 6,7 Prozent bei.

Günstigerer Großhandelsstrompreis

Der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelsstrompreis lag im Jahr 2024 bei 78,51 Euro/MWh. Gegenüber dem Durchschnittspreis von 95,18 Euro/MWh im Jahr 2023 entspricht das einem Rückgang von 17,5 Prozent.

Dazu beigetragen hat unter anderem der höhere Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamterzeugung, aber auch beispielsweise die leicht gesunkenen Gaspreise. Zudem lag der durchschnittliche Großhandelspreis in den Anrainerstaaten mit 71,44 Euro/MWh leicht unter dem deutschen, wodurch es häufiger finanzielle Anreize gab, Strom günstig auf dem europäischen Binnenmarkt zu beschaffen. 2023 lag der durchschnittliche Großhandelspreis der Anrainer mit 93,13 Euro/MWh noch nahezu gleichauf mit dem deutschen.

Der höchste Großhandelspreis von 936,28 Euro/MWh wurde übrigens am Donnerstag, den 12. Dezember, in der Stunde von 17:00 bis 18:00 Uhr erreicht. In dieser Stunde traf eine besonders niedrige Erzeugung aus Photovoltaik und Windkraft (insgesamt 1,4 GWh) auf den für einen frühen Abend an einem Arbeitstag in dieser Jahreszeit typisch hohen Verbrauch von 66,8 GWh.

* Dabei handelt es sich um die die Einspeisung in das Netz der allgemeinen Versorgung – abzüglich des Eigenverbrauchs der Kraftwerke. Die Erzeugung im Netz der Deutschen Bahn sowie innerhalb von Industrienetzen und geschlossenen Verteilnetzen sind nicht berücksichtigt.

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