Small is beautiful

Erfolgsmodell Wasserkraft in Norwegen

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Wenig Bürokratie und Digitalisierung

Auch sind die regulatorischen Hürden für die Genehmigung von kleinen Laufwasser-Kraftwerken in Norwegen nicht übermäßig hoch. Die beschränkte Größe der Anlagen und die geringen Auswirkungen auf das Ökosystem haben eine hohe Akzeptanz von Small-Hydro-Wasserkraftwerken in der Bevölkerung zur Folge, die solche Anlagen in der Regel bereits kennt. Die behördlichen Genehmigungsprozesse sind auch wegen der geringen Dimension schnell, effizient und eingeübt. Zudem stocken die zuständigen Behörden ihre personellen Kapazitäten weiter auf, um Genehmigungsverfahren noch mehr zu verkürzen. Auch die Planung eines solchen kleinen Laufwasser-Kraftwerks ist aufgrund der geringen Größe und der hohen Expertise der Entwickler und Dienstleister in sehr überschaubaren Zeiträumen möglich.

Es wundert deshalb nicht, dass diese kleinen Kraftwerke zahlreich in Norwegen vorhandensind und hochprofitabel arbeiten können. Die Wasserkraft in dem skandinavischen Land kommt folgerichtig ohne staatliche Subventionen aus. Förderungen wie das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) mit seinen entsprechenden Risiken bei der künftigen Gestaltung sindsomit nicht notwendig. Für Projektentwickler und Anlagenbetreiber bedeutet dies zusätzliche langfristige Planungssicherheit.

Digitalisierte Wasserkraft

Small-Hydro-Laufwasser-Kraftwerke in Norwegen sind gefragt und auch bei Investorenbeliebt – weil sie sich gut kalkulierbar rechnen und ihnen keine behördlichen Stolpersteine in den Weg gelegt werden. Einen weiteren Treiber bei Effizienz und Wirtschaftlichkeit bildet die zunehmende Digitalisierung dieser Anlagen. Die kleinen Anlagen können remote überwacht,gesteuert und jederzeit flexibel an die aktuellen Bedingungen angepasst werden.

Alle relevanten Parameter wie Wasserstände, Durchflussmengen und Energieerzeugungwerden in Echtzeit erfasst und die Anlage kann darauf angepasst werden. Auch auf mögliche Störungen kann schnellsten reagiert werden, oder entsprechende Risiken werden bereits im Vorfeld erkannt und Betriebsbeeinflussungen können verhindert werden. Digitalisierungeröffnet zudem neue Möglichkeiten bei der Überwachung von Verschleißteilen und der Online-Beauftragung von Ersatz bei angebundenen Dienstleistern sowie in der Kommunikation mit Behörden. Für Investoren ein großes Plus bildet die Möglichkeit zur Darstellung und Analyse derWirtschaftlichkeitsdaten der Wasserkraftwerke in Echtzeit.

Am Beispiel der kleinen Ausleitungs-Laufwasser-Kraftwerke macht Norwegen vor, dass bei Wasserkraft small durchaus beautiful und ökologisch sowie ökonomisch überlegen sein kann. Voraussetzung sind natürlich die entsprechenden topographischen und meteorologischen Bedingungen, die in dem skandinavischen Land nahezu ideal sind. Unabhängig davon zeigt das skandinavische Land, wie eine effiziente, lösungsorientierte Bürokratie sowie Digitalisierung dazu beitragen, die Potenziale von Wasserkraft als saubere Energie mit konkurrenzlos gutem Wirkungsgrad bestmöglich zu nutzen. Hierbei dient Norwegen als Vorbild für andere Staaten in Europa und weltweit.

Wasserkraft NorwegenJan Erik Schulien 
ist Vorstand der DWK Deutsche Wasserkraft.

Bildquelle: Deutsche Wasserkraft

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