Ausbau stockt Herausforderungen beim Elektrolyse-Ausbau in Deutschland: 10-GW-Ziel eher unrealistisch

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Die Elektrolyse-Kapazitäten in Deutschland sollen bis zum Jahr 2030 auf mindestens 10 GW erhöht werden, so das Ziel der Bundesregierung. Doch der Hochlauf der Kapazitäten verläuft zu schleppend.

(Bild:  © Justlight/stock.adobe.com)
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Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) untersucht mit seiner Analyse „Entwicklungen im Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland“ den Status quo und die neusten Entwicklungen im Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland. Das Ergebnis: Das Ziel von 10 GW Elektrolyse-Kapazitäten bis zum Ende des Jahrzehnts dürfte Deutschland verfehlen.

Status quo der Elektrolyse-Kapazitäten in Deutschland

Aktuell liegt die installierte Leistung von Elektrolyseuren in Deutschland nach Berechnungen des EWI bei 181 MWel, weitere 1,3 GWel haben eine finale Investitionsentscheidung (FID) oder sind im Bau. Demnach könnten Ende des Jahres 2027 bis zu 1,5 GWel Elektrolysekapazität in Betrieb sein.

Gegenüber der EWI-Erhebung vom August 2024 ist die Elektrolysekapazität in Betrieb beziehungsweise mit FID/in Bau gestiegen. Mit 54 MW ist der bislang größte Elektrolyseur Deutschlands in Betrieb gegangen. Weiterhin gibt es mehrere Projekte mit mehr als 100 MW, für die eine FID getroffen wurde. Allerdings sind fast 3 GWel der geplanten Projekte aus der Datenbank rausgefallen, da sie entweder abgesagt wurden oder zu lange keine neuen Informationen veröffentlicht wurden. Zählt man alle bis zum Jahr 2030 angekündigten Projekte zusammen, könnte eine Gesamtkapazität von 8,7 GWel erreicht werden.

Betrachtet man die Projekte, die Stand August 2024 im Jahr 2025 in Betrieb gehen sollten, so wurden lediglich circa 30 Prozent dieser Projekte fristgerecht realisiert. Eine Verzögerung könnte auch bei den Projekten auftreten, die für die nähere Zukunft angekündigt sind: Zwar sind mehr als 20 Projekte mit einer geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2026 angekündigt, doch 14 dieser Projekte – mit einer kumulierten Kapazität von mehr als 1 GWel – haben bislang keine FID erreicht oder es wurde kein Baubeginn kommuniziert. Daher ist es fraglich, ob diese innerhalb eines Jahres fertiggestellt werden.

Als Gründe für den schleppenden Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland führt Dr.-Ing. Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI, neben der regulatorischen Komplexität und Unsicherheit auch hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher an. Außerdem bestehe grundsätzlich weiterhin das Henne-Ei-Problem – da Angebot, Nachfrage und die Infrastruktur simultan aufgebaut werden müssen. „Dies kann zu Koordinationsproblemen und zur Verzögerung einzelner Projekte führen“, so Klaas.

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