E-Fahrzeuge: TU München gibt Training an College in Äthiopien
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Michael Hobohm
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Ein Team der Technischen Universität München (TU München) hat einen eigens für ländliche Regionen in Afrika entwickelten Elektro-Kleintransporter als Lehrobjekt an das Agro Technical & Technology College in Harar im Osten Äthiopiens übergeben und für die Lehrenden ein Trainings für E-Fahrzeuge durchgeführt.
(Quelle: Stiftung Menschen für Menschen)
Ziel der Wissenschaftler der TU München ist es, mit Elektro-Nutzfahrzeugen die Mobilität in ländlichen Regionen Afrikas und damit die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort zu verbessern. Weit entfernt von urbanen Zentren zu leben, bedeutet dort häufig keinen direkten Zugang zu medizinischer Versorgung und Bildung zu haben und landwirtschaftliche Erzeugnisse nicht zum Verkauf in die nächste Stadt fahren zu können. Afrika profitiert von wertvollen, natürlichen Ressourcen wie Sonne, Wind und Wasser, die schon jetzt dafür sorgen, dass der Kontinent seinen Energiebedarf zu 47 Prozent aus erneuerbaren Energien decken kann. Deshalb bieten sich E-Fahrzeuge als zukunftsträchtige, saubere Fortbewegungsmittel an. Erste Prototypen eines Elektro-Kleintransporters (2017) wurden daher gezielt auf die Bedingungen in ländlichen Regionen Afrikas hin entwickelt. Im Jahr 2021 sind diese schließlich als Evum aCar in dem dafür gegründeten Unternehmen EVUM in Serie gegangen.
E-Fahrzeuge: Kleintransporter für den Einsatz in Afrika
Das Fahrzeug ist für den Personen- und Gütertransport konzipiert, geländegängig und kann große Lasten von bis zu einer Tonne transportieren. Der modulare Aufbau erlaubt außerdem noch weitere Nutzungen, zum Beispiel zur Wasseraufbereitung oder die Verwendung als mobile Arztpraxis. Die Batterie hat eine Reichweite von bis zu 200 Kilometern und kann an einer normalen Haushaltssteckdose mit 220 Volt innerhalb von sieben Stunden vollständig geladen werden.
Wichtig bei der Entwicklung war den Wissenschaftlern außerdem, dass sich die Menschen vor Ort das Fahrzeug finanziell leisten können. Das Fahrzeug in der Serienvariante für den deutschen Markt kostet derzeit mit der Grundausstattung 35.000 Euro. Die Entwicklung des Elektro-Kleintransporters war der erste Schritt im Projektplan der TU München. Das langfristige Ziel, den Zugang zu Mobilität in ländlichen Regionen Afrikas nachhaltig zu verbessern und die E-Autos direkt vor Ort zu produzieren, wird durch die Ausgründung von EVUM Motors weiter verfolgt. Vier EVUM aCars gehen dafür als Teil des „Green Innovation Centres“-Programms der GIZ an ausgewählte Forschungsstandorte für das E-Auto in Afrika.
Das ATTC als Forschungsstandort für E-Mobilität
Das ATTC im Osten Äthiopiens, das seit 30 Jahren von der Stiftung Menschen für Menschen betrieben wird, wurde als einer der Forschungsstandorte ausgewählt. Um die Lehrenden und Studierenden am ATTC direkt bei der Übergabe in die Technologie allgemeiner Elektrofahrzeuge einzuweisen, sind an der Entwicklung beteiligte Wissenschaftler der TU München eigens nach Harar gereist. Praktische Elemente der Ausbildung, z.B. Demontage und Analyse von Komponenten liefen am Beispiel des aCar ab. Um die Produktion des Fahrzeugs in Zukunft im Land selbst umsetzen zu können, ist die Ausbildung von Automobilfachleuten direkt am Objekt ein essenzieller Schritt. Dafür nimmt das College das Thema E-Mobilität in den Lehrplan des Ausbildungszweigs „Automotive“ auf, um den Studierenden beizubringen, wie der Elektro-Kleintransporter aufgebaut ist, gewartet und nachgebaut werden kann.
„Von der Idee über die Entwicklung sind wir an der TU einen langen Weg in München gegangen, bis hin zur Herstellung in Serie des Fahrzeugs durch EVUM Motors. Unser eigentlicher Wunsch ist es aber, dass das EVUM aCar direkt an seinen zukünftigen Einsatzorten produziert werden kann. Deshalb ist für uns das College in Harar der geeignete Ort, die Lehrenden zu E-Fahrzeugspezialisten auszubilden. Für uns ist es unglaublich zu sehen, mit welchem Interesse und welcher Freude die Lehrenden und Studierenden des ATTC das EVUM aCar und alle Informationen, die wir zur Verfügung stellen, annehmen. Wir sind unserem langfristigen Ziel damit einen großen Schritt nähergekommen“, so Philipp Rosner, Teamleiter des Projekts an der TU München.
E-Fahrzeuge können Lebenssituation verbessern
Yilma Taye, Landesrepräsentant von Menschen für Menschen in Äthiopien ist begeistert von dem gesamten Projekt und der Idee dahinter: „Die Wissenschaftler der TU München haben sehr gute Arbeit geleistet. Viele Menschen in unseren Projektregionen könnten durch solch ein elektrisches Nutzfahrzeug ihre Ein Team der Technischen Universität München (TU München) hat einen eigens für ländliche Regionen in Afrika entwickelten Elektro-Kleintransporter als Lehrobjekt an das Agro Technical & Technology College in Harar im Osten Äthiopiens übergeben und für die Lehrenden ein Trainings für E-Fahrzeuge durchgeführt.deutlich verbessern, ihre Waren leichter zum nächsten Markt transportieren, Wasser holen und vieles mehr. Auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort könnten ihre tägliche Arbeit durch Nutzung eines solchen Fahrzeuges besser umsetzen. Wir freuen uns sehr, dass unsere Studentinnen und Studenten die Möglichkeit bekommen, anhand dieses gelungenen Beispiels für Elektromobilität ihren Beruf zu erlernen. Sie erfahren nicht nur, wie Elektroautos produziert werden können, sondern werden auch in der Lage sein, diese selbst zu bauen.“
Stand: 16.12.2025
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Die Stiftung Menschen für Menschen leistet seit 40 Jahren nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit in Äthiopien. In aktuell zwölf Projektregionen setzen rund 600 fest angestellte äthiopische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit der Bevölkerung die integrierten ländlichen Entwicklungsprojekte um. Dabei verzahnt die NGO rund 380 Maßnahmen in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Bildung, Gesundheit und Einkommen miteinander. Dies ermöglicht den Menschen, ihre Lebensumstände aus eigener Kraft zu verbessern. Den Grundstein für die Stiftung legte 1981 der Schauspieler Karlheinz Böhm in der Sendung „Wetten, dass..?“. Menschen für Menschen trägt seit 1993 das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI).