"Dualvac"-Vakuumrohrverfahren Green Therma und das GFZ starten zukunftsweisendes Geothermieprojekt

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

Einem ruhigen Forschungsstandort nördlich von Berlin steht etwas Bemerkenswertes bevor. In den Wäldern der Brandenburger Schorfheide,wo Wissenschaftler die Nutzung geothermischer Wärme erforschen, werden Green Therma und das Helmholtz-Zentrum für Geoforschung (GFZ Potsdam) in einem Geothermieprojekt eine neue Technologie testen. Die Art und Weise auf geothermische Wärme aus tiefen Quellen zuzugreifen, eine der mächtigsten – aber noch zu wenig genutzten – erneuerbaren Energien, kann sich grundlegend verändern.

Bei der neuartigen Tiefengeothermie-Technologie wird erstmals eine kontinuierliche Vakuumisolierung in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet. (Bild:  Green Therma)
Bei der neuartigen Tiefengeothermie-Technologie wird erstmals eine kontinuierliche Vakuumisolierung in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet.
(Bild: Green Therma)

2026 wird an dem Standort die weltweit erste Installation des Dualvac-Vakuumrohrverfahren von Green Therma erfolgen. Diese neuartige Tiefengeothermie-Technologie ist darauf ausgelegt, Wärme aus mehr als 3 km Tiefe mit geringen Wärmeverlusten zu transportieren. Erstmals wird eine kontinuierliche Vakuumisolierung – die in modernen industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt – in einem koaxialen Geothermiesystem mit nur einem Bohrloch verwendet. Sollte sich die Technologie wie erwartet bewähren, könnte sie die Effizienz von Tiefengeothermieanlagen deutlich steigern und erneuerbare Wärmequellen an Standorten erschließen, die bisher als zu schwierig oder zu kostspielig galten.

Neues Kapitel in der Geothermie

Für Green Therma ist diese Demonstrationsanlage ein Resultat jahrelanger Vorbereitungen. Die patentierte "Heat4ever"-Lösung des Unternehmens, deren Kernstück Dualvac bildet, basiert auf einer einfachen Idee: Tiefe geothermische Wärme ist überall vorhanden – benötigt werden nur bessere Werkzeuge, um sie effizient zu gewinnen. Die Zusammenarbeit mit dem GFZ Potsdam – Deutschlands renommiertem nationalen Forschungszentrum der Geowissenschaften – setzt diese Idee nun unter realen geothermischen Bedingungen in die Praxis um.

Die Anlage wird Tiefen von über 3 km erreichen, wo die Temperaturen bei über 100 °C liegen. Im Laufe eines einjährigen Tests wird das System vermessen, überwacht und auf Herz und Nieren geprüft – die dabei gewonnenen Daten können den Einsatz von Tiefengeothermie als lokale, zuverlässige und klimaneutrale Wärmequelle beschleunigen.

Die Hürden für den Einsatz tiefer Geothermie senken

Die Zusammenarbeit ist Teil der europäischen "Transgeo"-Initiative, die Partner aus fünf europäischen Ländern zusammenbringt, um zu erforschen, wie bestehende Bohrungen für die Gewinnung und Speicherung geothermischer Wärme genutzt werden können. Entwickelt werden Strategien, um Bohrlöchern ein zweites Leben zu geben. Die hier gewonnenen Erkenntnisse können dazu beitragen, die Geothermie in Regionen auszubauen, die skalierbare, saubere Wärme benötigen.

Sollte sich das Dualvac-System bewähren, könnte es die Hürden für den Einsatz tiefer Geothermie in Städten, Industriegebieten und kalten Klimazonen deutlich senken. Es stellt nicht nur einen technologischen Meilenstein dar, sondern auch eine neue strategische Option für Länder, die eine sichere, fossilfreie Wärmeversorgung umsetzen wollen. Mit dieser Demonstration gehen Green Therma und das GFZ Potsdam einen wichtigen Schritt in Richtung einer Zukunft, in der die Wärme unter unseren Füßen eine skalierbare Lösung für den weltweit wachsenden Energiebedarf darstellt.

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