Kreislaufwirtschaft Digitaler Batteriepass: Nur die transparente Batterie wird grün

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Wann sind die Herstellung und Wiederverwertbarkeit einer Batterie wirklich „grün“? Transparenz für jede einzelne Batterie könnte der digitale Batteriepass des EU-Projekts BASE herstellen.

(Bild:  pickup / Adobe Stock)
(Bild: pickup / Adobe Stock)

Die Energiewende kommt nicht ohne Batterien aus. Doch ob ihre Herstellung und ihre Wiederverwertung nach ökologischen und sozialen Standards als „grün“ gilt, wird regelmäßig angezweifelt. Klarheit und Transparenz für jede einzelne Batterie könnte ein digitaler Batteriepass herstellen, der Prozesse und Bestandteile entlang der kompletten Wertschöpfungskette nachvollziehbar dokumentiert und Folgeanwendungen für Batterien effizienter möglich macht. Einen solchen Batteriepass entwickeln die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) mit dem EU-Projekt BASE. 

Eine Batterie, die grün sein will, muss transparent Auskunft geben, wo sie herkommt, was in ihr steckt und wozu sie noch taugt.

Dr. Shahin Jamali, Leitung Monitoring und Künstliche Intelligenz am Fraunhofer-Institut für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG)

„Eine Batterie, die grün sein will, muss transparent Auskunft geben, wo sie herkommt, was in ihr steckt und wozu sie noch taugt“, erklärt Dr. Shahin Jamali vom Fraunhofer IEG, Koordinator des Projektes BASE (Battery Passport for Resilient Supply Chain and Implementation of Circular Economy). Der digitale Batteriepass mache dies möglich.

Das steht im digitalen Batterie-Ausweis drin

Ein digitaler Batteriepass soll nicht nur statische Daten ablegen, sondern auch laufende Betriebsdaten, die die zukünftige Verwendung der Batterie beeinflussen, leicht zugreifbar speichern. Typische Einträge können Herstellungsjahr, Materialzusammensetzung, Demontage- beziehungsweise Recyclinganleitungen, Betriebsparameter oder Sicherheitshinweise sein, aber auch Betriebsstunden, Temperaturverläufe, Ladezyklen oder Fehlercodes im Betrieb.

Als Werkzeug für den digitalen Pass nutzt BASE die Distributed-Ledger-Technologie (DLT), landläufig auch Blockchain genannt. So können Nutzer Daten sicher, transparent und verteilt aufzeichnen und gleichzeitig laufend entlang des Lebensweges der Batterie aktualisieren. 

Das Projekt BASE wird das des Konzepts des digitalen Batteriepasses demonstrieren, validieren und insbesondere die Aspekte Funktionalität, Rückverfolgbarkeit der Daten und Wertschöpfung beleuchten. Auch entwickelt es Analyse- und KI-Techniken zur Schätzung von Leistungs- und Sicherheitsindikatoren für Batterien, Indikatoren für die Kreislaufwirtschaft durch Berücksichtigung der 4R-Aspekte (Reduce, Repair, Reuse und Recycle) sowie harmonisierter Indikatoren für die Auswirkungen auf Umwelt, Soziales, Governance und Wirtschaft (ESGE) anhand der Daten im Batteriepass. Der digitale Batteriepass soll die Kreislaufwirtschaft in der Batterie-Wertschöpfungskette fördern.

Vier Pilotfälle demonstrieren die Anwendungsnähe des erarbeitenden Konzeptes:

  • Automotive I: Im Elektobus eCitaro von Mercedes-Benz Türkiye werden die Daten des Batteriemanagement-Systems passend im Batteriepass hinterlegt.

  • Automotive II: Der Batteriepass soll auch für die hochflexible Elektrovehikel-Plattformen von Ford Otosan funktionieren, die als Basis für viele Endkunden-Modelle dienen wird.

  • Schifffahrt: Elektroschlepper verwenden eine große Zahl von Batterien gleichzeitig, deren Status und Lebenserwartung laufend überwacht wird.

  • Stationär: 2nd-Life-Elektrospeichern können noch erheblichen wirtschaftlichen Nutzen für das Stromnetz entwickeln, der durch automatisierte Batteriepass-prozesse weiter steigt.

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