Gewerbe- und Industrieunternehmen wollen klimafreundlich produzieren und setzen vermehrt auf Energiespeicher. Ob Eigenverbrauchsoptimierung, Ersatzstrom oder Lastspitzenmanagement. Einsatzmöglichkeiten: C&I Energiespeichersysteme (Commercial & Industrial) sind vielfältig.
(Bild: Intilion)
Der Gewerbespeichermarkt in Deutschland boomt. Von 2021 auf 2022 ist der Markt für Energiespeicher mit einer Kapazität bis circa einer Megawattstunde um 24 % gestiegen und ist weiterhin auf Wachstumskurs. Der Grund liegt auf der Hand: Im Zuge der Energiewende wollen immer mehr Gewerbe- und Industriebetriebe klimafreundlich werden und investieren in einen Energiespeicher. Doch die Systeme erhöhen nicht nur die Effizienz erneuerbarer Erzeugungsanlagen, sondern machen Unternehmen zusätzlich netzunabhängiger und reduzieren die Stromkosten.
Energiespeichersysteme: Ertrag der Solaranlage erhöhen
Besitzen Unternehmen bereits eine Solar- oder Windkraftanlage oder möchten eine Anlage anschaffen, lässt sich deren Ertrag mit einem Energiespeicher erhöhen. Bei der sogenannten Eigenverbrauchsoptimierung speichert der Energiespeicher den Strom zwischen, wenn die Sonne scheint und Energie produziert wird, und gibt ihn bei Bedarf wieder ab. So kann ein größerer Anteil des erneuerbaren Stroms genutzt und auch zu Zeiten ohne Solarstrom, zum Beispiel nachts, nutzbar gemacht werden.
Übersteigt die Stromproduktion der Solaranlage den Verbrauch des Unternehmens, wird er im Energiespeicher zwischengespeichert. Produziert die Solaranlage zu einem späteren Zeitpunkt weniger Strom, als benötigt wird, gibt der Speicher ihn wieder ab. Auf diese Weise kann die Nutzung des günstigeren Eigenstroms erhöht beziehungsweise der Bezug des teureren Netzstroms vermindert werden. Dadurch reduzieren sich die Energiekosten und der Autarkiegrad wird erhöht.
(Bild: Intilion)
Firmenflotte elektrifizieren
Verfügen Firmen über einen Ladepark für E-Autos oder möchten ihre Autoflotte elektrifizieren, kann der Batteriespeicher zur Erweiterung des Netzanschlusspunktes dienen, wenn dieser nicht für die Leistung von Ladesäulen ausgelegt ist. Ein Batteriespeicher wird in diesem Fall mit der am Netzanschlusspunkt möglichen Leistung beladen und kann die Energie mit der von den
Ladesäulen benötigten höheren Leistung wieder abgeben. Eine teure und langwierige Erweiterung des Netzanschlusses entfällt. Zudem werden dem Unternehmen keine hohen Lastspitzen und damit keine hohen Netzentgelte berechnet.
Lastspitzen managen
Lastspitzen im Strombezug können nicht nur durch die E-Mobilität entstehen, sondern beispielsweise auch zu Produktionshochzeiten oder morgens, wenn die Produktionsanlagen hochgefahren werden. Beim Peak Shaving geht es darum, diese Leistungsspitzen im Stromverbrauch abzufangen. Dies ist speziell für Firmen mit Benutzungsstunden über 2.500 h interessant, da diese einen höheren Leistungspreis zahlen müssen. Die sogenannten Benutzungsstunden ergeben sich aus dem Quotienten der bezogenen Jahresenergie und der maximalen Bezugsleistung. Mithilfe eines Batteriespeichers lassen sich diese Spitzen kappen. Dafür wird ein Grenzwert für die Leistung definiert. Sobald der Wert überschritten wird, springt der Energiespeicher ein, sodass es zu geringeren Spitzenlasten in der Netznutzung kommt. Gewerbebetriebe können so die Netzentgelte für ihr Unternehmen reduzieren.
Das Großspeichersystem „scalecube“ von Intilion.
(Bild: Intilion)
Energiespeichersysteme: Netzentgelte sparen
Besonders energieintensive Unternehmen mit einem Verbrauch von mehr als 10 GWh im Jahr, die unter anderem mithilfe von Batteriespeichern ihr Lastprofil glätten, können nach § 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) bis zu 80 % der Entgelte sparen. Der Grund: Weil die Netzbetreiber bei der Anwendung „intensive Netznutzung“ gleichmäßigen Bezugskurven ihre Stromnetze besser auslasten können, bieten sie für konstante Bezüge günstigere Preise an.
Treten bei einem Industrieunternehmen über einen bestimmten Zeitraum erhöhte Strombezüge auf, ist die maximale Bezugsleistung entsprechend hoch angesetzt, wodurch sich ein geringerer Wert für die Benutzungsstunden ergibt. Die Folge: Das Unternehmen zahlt hohe Netzentgelte. Glättet es jedoch durch einen Batteriespeicher seine Lastspitzen, sinkt die maximale Bezugsleistung, was die Jahres-Volllaststunden erhöht. Die Grenze, ab der ein Stromkunde vom Versorger als netzdienlich angesehen wird, liegt bei 7.000 Benutzungsstunden. Ab diesem Wert zahlt er nach § 19 der StromNEV für das Bezugsjahr deutlich niedrigere Netzentgelte.
Schnellere Amortisation: 7.000-h-Regel für Batteriespeicher in Unternehmen
Firmen, die über den Einsatz eines Speichersystems nachdenken, sollten die 7.000-h-Regel berücksichtigen, weil sich die Investition dann besonders schnell amortisiert. Rechnet sich ein Batteriespeicher, der „nur“ die Lastspitzen kappt, je nach Leistungspreis in etwa sechs Jahren, reduziert sich die Amortisationszeit durch das Erhöhen der Benutzungsstunden auf circa zwei bis drei Jahre. Für Unternehmen, die die 7.000 Benutzungsstunden nicht überschreiten, können sich die Regelungen für atypische Netznutzer eignen. Sie erhalten vergünstigte Netzentgelte, wenn ihre Jahreshöchstlast außerhalb von Hochlastzeitfenstern innerhalb ihres Verteilnetzes liegt.
Der E-Ladepark einer exemplarischen Firma hat einen jährlichen Stromverbrauch von 172.800 kWh und eine jährliche Lastspitze von 300 kW. Durch den Einsatz des Gewerbespeichers „Intilion | scalebloc“ kann die jährliche Lastspitze auf 60 kW gesenkt werden, sodass sich die Netzentgelte von 38.700 Euro um rund 80 % auf 7.740 Euro reduzieren lassen.
(Bild: Intilion)
Energiespeichersysteme: Vor Stromausfällen schützen
Gewerbe- und Industriebetriebe, die über die Anschaffung eines Batteriespeichers nachdenken, sollten darauf achten, dass dieser über eine Netzersatzfunktion verfügt. Denn bereits kurze Stromausfälle, können zu hohen wirtschaftlichen Einbußen führen. Firmen können sich mit ersatzstromfähigen Batteriespeichern absichern und die wichtigsten Verbraucher weiterversorgen, wenn das Netz zusammenbricht. Das Speichersystem geht dann in den netzbildenden Betrieb und übernimmt die Aufgaben des Netzes: Es baut das Netz auf, stellt die Leistung bereit und gibt die Spannung und Frequenz des Inselnetzes vor. Dadurch lassen sich zum Beispiel nach einem Stromausfall auch PV-Anlagen weiter betreiben, die dann neben der Eigenverbrauchsoptimierung auch den Speicher laden können.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Die Lithium-Ionen-Energiespeichersysteme von Intilion besitzen eine Speicherkapazität von 70 kWh bis 100 MWh. Hier das Gewerbespeichersystem „scalebloc“ in Kombinationen mit Ladesäulen.
(Bild: Intilion)
Energiespeichersysteme Beispiel: ein Sägewerk wird netzunabhängiger
Ein Sägewerk verfügte bereits über fünf Solaranlagen mit je 120 kWp auf seinen Dachflächen verteilt. Biotreibstoffe erzeugten insgesamt 200 kVA; die Netzanschlussleistung ist auf 200 kVA begrenzt. Weil sich der Bedarf mit dem Ausbau der Trockenkammer und der Sägelinie um 300 kVA erhöhte, beschloss das Unternehmen, zwei zusätzliche 400-kWp-Solarstromanlagen und einen „scalestac“ mit einer Leistung von 400 kVA und einer Kapazität von 616 kWh zu installieren. Das Speichersystem bildet zusammen mit dem Dieselaggregat das Netz, optimiert die Energieflüsse durch ein überlagerte Gesamtsystemsteuerung, optimiert den Eigenverbrauch und führt bei einem Stromausfall das Inselnetz. Intilion AG