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Michael Hobohm
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In Parmen in der Uckermark realisiert die Ruhe Unternehmensgruppe ihre zweite Produktionsanlage für nachhaltiges Bio-LNG (Bio Liquefied Natural Gas). Die Anlage wird eine Kapazität von 7,5 t/d haben und im November in Betrieb gehen. Mit dem Kraftstoff aus lokaler Produktion soll bald die Region rund um den Standort versorgt werden.
(Quelle: Ruhe Unternehmensgruppe)
Im vergangenen Jahr hatte Ruhe die deutschlandweit erste Kompaktanlage in Darchau bei Lüneburg gestartet, die täglich bis zu 2,5 t klimaneutralen Kraftstoff für Lkw und Traktoren herstellt. In 2024 will die Ruhe Gruppe, die ihre Aktivitäten von der Zentrale im niedersächsischen Lüsche aus steuert, weitere acht Anlagen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 60 t Bio-LNG pro Tag an Kundenstandorten und eigenen Standorten der Gruppe umsetzen. Das Modell kann durch seine kompakte Bauart zum Vorbild für viele Agrarbetriebe in Deutschland und Europa werden.
Bislang haben landwirtschaftliche Betriebe Biogas meist zur Stromerzeugung genutzt. Die neue Anlage in Parmen wird, so wie ihr Schwesterstandort in Darchau, stattdessen anteilig Bio-LNG produzieren. Mit dem grünen Treibstoff können Lkw, Traktoren, Schiffe und Busse klimafreundlich angetrieben werden. Der Biokraftstoff aus landwirtschaftlichen Reststoffen kann für viele Landwirte ein neues Geschäftsmodell darstellen.
„Als Ruhe-Unternehmensgruppe setzen wir für die Zukunft auf Nachhaltigkeit und regionale Energiekonzepte aus der Landwirtschaft. Ein entscheidender Baustein dafür ist die Produktion von Bio-LNG, da wir damit unseren Beitrag zu einer regionalen Kreislaufwirtschaft weiter ausbauen“, so Thomas Rolfes, Geschäftsführer der Ruhe-Unternehmensgruppe.
Negative CO2-Bilanz von Treibstoff aus Bio-LNG
Die Zertifizierung der drei beteiligten Biogasanlagen in Parmen nach den Kriterien des REDCert EU-Systems hat Ruhe bereits abgeschlossen. Über das Tankstellennetz eines Partnerunternehmens soll das Bio-LNG in einem regionalen Umkreis in den deutschen Verkehr gebracht werden. Eine Teilmenge will der Unternehmensbereich Ruhe Agrar, der sich innerhalb der Gruppe auf das Management von landwirtschaftlichen Betrieben sowie von Biogasanlagen konzentriert, zum Betrieb eigener Fahrzeuge nutzen. Technisch entsprechend ausgestattete Lkw wurden bereits angeschafft beziehungsweise umgerüstet.
Unternehmensgründer und Gesellschafter Kunibert Ruhe will mit der zweiten Modellanlage ein weiteres starkes Zeichen für die Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs setzen. „Mit dem phasenübergreifenden Zukunftskonzept für Biogas können wir die Verkehrswende aktiv mitgestalten“, so Ruhe. „Wir wollen der Branche mit unserer Initiative auch den dringenden Rückenwind für lokal produzierte, dezentrale und erneuerbare Energien geben. Mit diesem Projekt wird erstmalig in Deutschland über ein eigenes Mikrogasnetz zur Verknüpfung mehrerer Biogasanlagen dezentral Bio-LNG produziert. Dies ist ein weiterer Meilenstein für die Biogasbranche.“
Die Aufbereitung und Verflüssigung am Standort in Parmen wird über ein Mikrogasnetz von 8 km zwischen den Biogasanlagen in Fürstenhagen und Parmen und von rund 6 km zwischen den Biogasanlagen Fürstenwerder und Parmen mit zusätzlichem Rohgas versorgt.
Der Clou an der Veredelung von Biogas: Die CO2-Bilanz der Nutzung von Bio-LNG als Treibstoff fällt negativ aus, wenn Abfallprodukte wie Gülle und Mist aus Betrieben in der Region für die Herstellung eingesetzt werden. Die Nutzung des beim Gärprozess freiwerdenden Methans verhindert, dass dieses in die Atmosphäre gelangt. Die Energiedichte von Bio-LNG ist hoch – 1 kg Bio-LNG enthält etwa 1,4-mal mehr Energie als 1 l Diesel. Der fortschrittliche Kraftstoff hat das Potenzial, eine jährliche Menge von circa 3,8 Millionen l Dieseltreibstoff zu ersetzen und damit rund 27.000 t CO2äq einzusparen.
Projektpartner in Parmen
Beteiligt an dem Bio-LNG-Projekt in Parmen sind mehrere Unternehmen der Ruhe Gruppe. Dazu gehört neben den drei Biogasanlagen der Gruppe auch das Unternehmen Ruhe Biogas, das den Betreiber der neuen Bio-LNG-Anlage, mit einer Machbarkeitsstudie sowie der Vermarktung und Nachhaltigkeitszertifizierung – auch zukünftig im Betrieb - unterstützt.
Green Line Liquid Anlagenbau ist Lieferant für die Planung, Erstellung von Genehmigungsunterlagen und Lieferung der Gesamtanlage, bestehend aus:
Vorbehandlung (Entschwefelung und Trocknung),
Aufbereitung (Gastrennung Kohlenstoffdioxid und Methan),
Feinreinigung (finale Gasbehandlung vor der Verflüssigung),
Stand: 16.12.2025
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Biomethan-Verflüssigung (herunterkühlen auf - 155 °C),