70 GWh Bio-LNG pro Jahr für grüneren Schwerlastverkehr Envitec Biogas mit Großprojekt in Schweden

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Mit dem offiziellen ersten Spatenstich startet Biogas Västra Skaraborg (BVS) im schwedischen Vara in die Bauphase der ersten kombinierten Biogas- und Gasaufbereitungsanlage. „Mit der von uns für BVS realisierten Anlage werden wir bis zu 70 GWh Bio-LNG pro Jahr erzeugen – ein echter Meilenstein für uns auf dem schwedischen Markt“, sagt Maurice Markerink, Geschäftsführer des Envitec.

Fundamente für die Behälter der künftigen Biogas- und Gasaufbereitungsanlage in Vara.(Bild:  Envitec Biogas)
Fundamente für die Behälter der künftigen Biogas- und Gasaufbereitungsanlage in Vara.
(Bild: Envitec Biogas)

Die Anlage von BVS, einem Zusammenschluss aus rund 100 Landwirten, soll Schweine- und Rindergülle sowie Mist aus der Region verarbeiten. "Die Biogasanlage wird für insgesamt circa 370.000 t Einsatzstoffe ausgelegt", so Markerink. Tomas Carlmon von BVS sagt: "Mit dem Projekt entwickeln wir gemeinsam den ländlichen Raum und nutzen das große Potenzial zur Bioenergieproduktion auch für den Transport-, Schifffahrts- und Industriesektor. Gemeinsam mit Envitec und unseren weiteren Partnern machen wir unser Bio-LNG in ganz Nordeuropa verfügbar." 

Hygienisierung der Gärreste für Biogas

"Um für die unterschiedlichen Inputstoffe eine optimale Verweilzeit zu gewährleisten, werden die geplanten fünf Fermenter der Anlage unterschiedlich gefüttert", berichtget Markerink. Die Anlage verfügt über ein Fermentervolumen von etwa 32.000 m³.

Beim Mischen von Gülle aus unterschiedlichen Betrieben ist eine Hygienisierung vorgeschrieben. Dazu muss das Material nach den beiden Fermentationsschritten für 10 h isoliert in einem auf über 52 °C geheizten Tank verbleiben. Danach werden die Gärreste in einen Reststoffspeicher gepumpt. Um eine hohe energetische Effizienz der Anlage zu gewährleisten, wird die Anlage durch Wärmetauscher betrieben, welche die Gärreste vor dem Befüllen der Entnahmetanks abkühlen und gleichzeitig die eingehende Gülle aufheizen. Den gesamten weiteren Wärmebedarf der Anlagen erzeugen industrielle Wärmepumpen, die in Kombination mit der Wärmerückgewinnung für einen geringen Energieverbrauch und einen verbesserten CI-Score des Biomethans sorgen.

Kooperation mit Bio-LNG-Spezialist Nordsol

Die Envithan-Gasaufbereitungsanlage ist dafür ausgelegt, bis zu 70 GWh Biomethan pro Jahr für die Bio-LNG-Produktion bereitzustellen. "Hierzu kooperieren wir mit dem niederländischen Bio-LNG-Spezialisten Nordsol", betont Markerink. Die Envithan-Technologie bereitet das Biomethan auf 98 % CH4 auf. Das von Nordsol eingesetzte Verfahren ermöglicht eine weitere Reinigung und die Verflüssigung des Methans. "Mit der patentierten ,Flash-2-Sweep'-Technologie steigt die Leistung der Membranen der Nordsol Anlage um das 20-fache, sodass verflüssigungsfähiges Biomethan ohne den Einsatz von Molekularsieben oder Chemikalien entsteht", erläutert Markerink. "Die Technologie von Nordsol ist eng mit der Envithan-Gasaufbereitungsanlage verzahnt, um eine optimale Bedienbarkeit und Energieeffizienz zu gewährleisten."

Stärkung des schwedischen Marktes für Biogas

Das Großprojekt wird durch das schwedische Investitionsprogramm Klimatklivet gefördert. Das Programm, das von der schwedischen Umweltschutzbehörde verwaltet wird, fördert Investitionen, die zu einer dauerhaften Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Schweden führen, insbesondere in den Bereichen: Verkehr, Energie und Wärme, Landwirtschaft sowie bei der Nutzung von Abfällen und Reststoffen für Biogas. Die Höhe der Förderung richtet sich nach dem Klimanutzen des jeweiligen Projekts; Priorität haben Maßnahmen, die die größte und zugleich kosteneffizienteste Reduktion von Treibhausgasemissionen erzielen.

Der schwedische Biomethanmarkt ist größtenteils dezentralisiert und umfasst mehrere kleine lokale und regionale Netze sowie Biogasanlagen und Tankstellen. Ein Großteil des Biomethans in Schweden wird als komprimiertes Gas (200/250 bar) auf der Straße transportiert. Ein kleiner, aber stetig wachsender Anteil wird als verflüssigtes Gas (Bio-LNG) transportiert. Auch die lokalen und regionalen Gasnetze gewinnen an Bedeutung, da sie die Möglichkeit bieten, Industrie, Städte und Biogasanlagen mit LNG-Terminals an der südwestlichen Küste zu verbinden.

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