TÜV Nord inspiziert Windenergieanlagen mit Drohnen

Verantwortlicher Redakteur:in: Michael Hobohm 2 min Lesedauer

Um kritische Schäden in der Betonstruktur von Windenergieanlagen feststellen zu können, überprüft sie der TÜV Nord mithilfe von Drohnen und leitet Maßnahmen ab.

(Quelle:  TÜV Nord)
(Quelle: TÜV Nord)

Betonturmteile von Beton-Stahl-Hybridtürmen von Windenergieanlagen können einige Jahren nach der Errichtung Auffälligkeiten im Material aufweisen. Doch weisen diese Auffälligkeiten auf Schwachstellen hin oder sind sie noch als unkritisch einzustufen?

In einem Pilotprojekt für einen europäischen Hersteller von Windenergieanlagen setzt TÜV Nord auf Drohnenunterstützung bei der sogenannten End-of-Warranty-Inspektion zum Ende der Garantielaufzeit. Die Drohne fotografiert den kompletten Betonturm ab; erfahrene TÜV-Nord-Sachverständige werten die Bilder später aus. Mittelfristig soll auch eine automatisierte Bilderkennung zum Einsatz kommen. Diese soll die auf Basis umfangreicher Trainingsdaten Bilder mit Auffälligkeiten vorsortieren. So können die Sachverständigen die Aufnahmen noch gezielter sichten und bewerten.

Schäden an Windenergieanlagen beheben

„Anfangs kleine Risse und Abplatzungen können später zu kritischen Schäden in der Betonstruktur führen. Daher ist eine Bewertung von Auffälligkeiten am Turm noch vor Ende der Garantiezeit wichtig, um diese  beheben zu lassen“, erläutert Windenergieexperte Michael Lange. Er verantwortet bei TÜV Nord die Remote-Inspection-Projekte für Erneuerbare Energien. Für diese Inspektion nun Drohnen einzusetzen, vereinfache die Bilderfassung und bedeute eine höhere Arbeitssicherheit. Der Grund: Es müssen keine zusätzlichen Fachkräfte mit Seilzugangstechnik eingesetzt werden, so Lange. „Wir arbeiten auch an einem System, mit dem die Drohne den Turm autonom abfliegen kann, sodass Aufträge in kürzerer Zeit abgeschlossen werden können."

Ein gutes Beispiel für die laufenden Innovationsprojekte, findet Alexander Ohff, Leiter des Segments Erneuerbare Energien bei TÜV NORD: „Wir setzen digitale Technologien wie Drohnen oder neue Softwarelösungen ein, um Dienstleistungen effizienter oder sicherer zu machen. Pilotprojekte evaluieren den Nutzen in der Praxis.“ Mit der drohnengestützten Inspektion wurden in diesem Jahr bereits 34 Windenergieanlagen des Herstellers bewertet und die Ergebnisse validiert. Das Verfahren wird nun auf zusätzliche Standorte ausgeweitet. Gespräche mit weiteren Herstellern und Windparkbetreibern laufen.

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