Pilotprojekt Schweizer Post testet E-Roller als virtuelle Kraftwerke zur Stromnetz-Entlastung

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Können die E-Roller der Schweizer Post das Stromnetz stabilisieren, indem die Batterien als virtuelles Kraftwerk genutzt werden? Und wie lässt sich mit dem Laden und Entladen der Roller Geld verdienen?

(Bild:  PostAuto)
(Bild: PostAuto)

Rund 6.000 E-Roller sind bei der Schweizer Post unterwegs, um Briefe oder Postkarten zuzustellen. In einem Pilotprojekt unter anderen mit der der Hochschule Luzern (HSLU) testet die Post nun in Fribourg, wie die E-Roller einen Beitrag zur Entlastung und Stabilisierung des Schweizer Stromnetzes leisten können, indem die Roller-Batterien als virtuelles Kraftwerk genutzt werden. Zudem möchte die Schweizer Post herausfinden, wie sie damit langfristig Geld einsparen kann, wenn sie variable Tarife nutzt, um von diesen Batterien Strom ins Netz abzugeben.

Für das Projekt wurden neun E-Roller umgerüstet, damit sie für den Test des bidirektionalen Ladens bereit waren. Weitere Installationen im Depot waren nicht nötig.

Sobald die Roller am frühen Nachmittag im Depot eintreffen, berechne man die Lade- und Entladeprofile gemäß dem variablen Tarif des Netzbetreibers Groupe-e, um den maximalen Nutzen der Fahrzeuge zur Unterstützung des Stromnetzes zu erreichen, erklärt Severin Nowak von der HSLU. Einzige Bedingung sei, dass die Batterien morgens um 5 Uhr wieder voll aufgeladen sind, wenn die Zustelltouren beginnen.

Geld verdienen mit variablen Tarifen

Wenn die Post die Batterien ihrer Roller in der Nacht mit einem günstigen Stromtarif lädt und den Strom dafür tagsüber zu einem hohen Tarif ins Netz zurückspeist, könnte sie damit Geld verdienen. „Mit dem Projekt in Fribourg wollen die Beteiligten herausfinden, ob die Skaleneffekte durch die hohe Zahl an Rollern groß genug wären, damit die Post mit Hilfe der Arbitrage Geld verdienen könnte“, so Michael Graf, der die Post im Projekt vertritt.

Gegenwärtig ergeben die Hochrechnungen einen Mehrwert von 2500 Schweizer Franken pro Fahrzeug über dessen ganze Lebensdauer. Das entspricht nach aktuellen Kurs gut 2660 Euro. Das Projekt in Fribourg in Zusammenarbeit mit Groupe-e soll aufzeigen, ob diese Rechnung auch dem Realitäts-Check standhält. In Zukunft könnten durch höhere Preisvariabilität noch höhere Erträge möglich werden.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung