E-Mobilität Schneller Laden: Voss Gruppe entwickelt Hochvolt-Ladeleitung für 1 Megawatt

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Die Verkürzung der Ladezeit ist eine der großen Herausforderungen der E-Mobilität. Ein gekühlter Hochvolt-Ladeleitungssatz von Voss ermöglicht nun das Laden mit bis zu 1 Megawatt.

(Bild:  © GOLVR/stock.adobe.com)
(Bild: © GOLVR/stock.adobe.com)

Ein großer Nachteil der Elektromobilität ist die aktuell noch lange Ladezeit. Es wird wohl noch etwas dauern, bis die Akkus wieder so schnell voll sind wie ein Treibstofftank.  Die Voss Gruppe, ein Experte für Leitungen unter anderem im Automobilbereich, ist in Zusammenarbeit mit Amphenol-Tuchel Electronics und die GG Group einer kürzeren Ladezeit einen Schritt nähergekommen: Sie entwickelten einen gekühlter Hochvolt-Ladeleitungssatz, der das Laden mit bis zu 1 Megawatt ermöglicht.

Fahrzeugseitiger Hochvolt-Ladeleitungssatz mit integrierter Flüssigkeitskühlung von Voss: Ermöglicht das Laden mit bis zu 1 Megawatt.(Bild:  Voss)
Fahrzeugseitiger Hochvolt-Ladeleitungssatz mit integrierter Flüssigkeitskühlung von Voss: Ermöglicht das Laden mit bis zu 1 Megawatt.
(Bild: Voss)

Der fahrzeugseitige Hochvolt-Ladeleitungssatz umfasst unter anderem die Ladeleitung Power2Flow, die CCS2-Ladebuchse Chargesok, eine auf das Fahrzeug abgestimmte Batterieanbindung sowie ein leistungsfähiges Thermomanagementsystem zur Kühlung der Komponenten. Durch die integrierte Wärmeableitung im Inneren des Ladesystems kann die  Stromtragfähigkeit laut Voss bei deutlich reduziertem Leiterquerschnitt um rund 70 Prozent erhöht werden. Das Ziel sei es, die Ladezeit von Pkws auf unter fünf Minuten verringern.

Gekühlter Hochvolt-Leitungssatz gegen Überhitzung

Bisher werden in Elektrofahrzeugen die einzelnen Antriebssystem-Komponenten flüssigkeitsgekühlt, wie der Inverter, die E-Maschine oder die Hochvolt-Batterie. Doch die elektrischen Leitungen zwischen den Systemen bleiben ungekühlt, genauso wie auch die Ladeleitung zwischen Batteriepack und Ladeinlet. Das führt zu starken Einschränkungen bei der Ladezeit, da die Ladeströme so dosiert werden müssen, dass keine Überhitzung droht.

Bestehende Lösungen arbeiten mit einer erheblichen Querschnittserhöhung. Das Ergebnis sind jedoch ein erhöhtes Gewicht und unflexible Leitungen,  was sich nachteilig auf die Verarbeitung und das Handling auswirkt.

Die Lösung von Voss ist eine integrierte Kühlung für Ladeleitung und -buchse. Ein zentraler Bestandteil des  Hochvolt-Ladeleitungssatzes ist die Power2Flow-Ladeleitung der GG Group. Die Hochvolt-Ladeleitung ist von einer robusten Isolationsschicht umhüllt. Diedarunterliegende Litze aus Aluminium oder auch wahlweise Kupfer übertragt die elektrische Leistung und gewährleistet durch einen reduzierten Querschnitt eine hohe Flexibilität und Beweglichkeit. Im „Inneren“ dieser Ladeleitung befindet sich der sogenannte Kunststoffwärmetauscher von Voss – ein mehrschichtiges Kunststoffrohr. Es transportiert  das Kühlmedium und sorgt so für eine ausreichende Kühlung von der Batterieanbindung direkt bis in die Ladebuchse, wo die größte Wärme entsteht. Die Schnittstelle zur Ladeinfrastruktur erfolgt über den CCS2-Ladeanschluss Chargesok von Amphenol-Tuchel Electronics, der über ein Direktkühlungskonzept durch den Voss--Wärmetauscher verfügt. Dabei werden die Gleichstrom-Kontaktkammern aktiv von einem Kühlmedium umströmt.

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