Praxistest Bidirektionales Laden: So effizient ist das E-Auto als Stromquelle wirklich

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Bidirektionales Laden macht das E-Auto zum Stromspeicher. Wie das in der Praxis funktioniert, hat die Hager Group nun mit mehreren Audi-Fahrzeugen erprobt.

(Bild:  © Glaserfotografie.de/stock.adobe.com)
(Bild: © Glaserfotografie.de/stock.adobe.com)

Die E-Auto-Batterie versorgt das eigene Haus mit Strom: Bidirektionales Laden macht es möglich. Herfür lädt man das Elektroauto mit überschüssigen Strom, etwa aus der Photovoltaikanlage – und bei Bedarf gibt das Fahrzeug den Strom wieder ans Haus ab. Die Hager Group hat gemeinsam mit ihrer Tochtermarke E3/DC und Audi zwei Jahre lang in zehn Haushalten untersucht, wie bidirektionales Laden in der Praxis funktioniert.

Bei den Tests wurden mehr als 7.000 Kilowattstunden aus Fahrzeugbatterien ins Haus oder in einen Speicher zurückgeführt. Das entspricht zwei Jahren Strom für ein Einfamilienhaus oder knapp 30.000 Kilometern Reichweite im Audi E-Tron oder circa 450.000 Smartphone-Ladungen. Insgesamt wurden rund 10 Terabyte an Daten erfasst – Ladeprofile, Energieflüsse und Nutzerverhalten. Das Ergebnis: Laden in beiden Richtungen bringt messbare Vorteile und eröffnet neue Ansätze für die Integration erneuerbarer Energien.

Bidirektionales Laden: Mehr Autarkie für Haushalte

Als besonders effizient erwies sich die Möglichkeit, die Energie aus der Autobatterie zunächst in einen stationären Speicher umzuladen. Die Entladevorgänge mit dem sogenannten Shift-Mode der Hager Group mit konstant 4,5 Kilowatt reduzierten die Aktivzeit des Fahrzeugs um 85 Prozent und schonten damit die Fahrzeugbatterie und -elektronik.

Im Test traten dabei auch saisonale Unterschiede klar hervor: Bidirektionales Laden im Vehicle-to-home-Betrieb (V2H) war vor allem im Frühjahr und Herbst besonders nützlich, um zum Beispiel in der Übergangszeit den zusätzlichen Strombedarf einer Wärmepumpe zu  decken.

Ein weiterer Schwerpunkt des Praxistests lag auf der Analyse des Nutzerverhaltens. Die Teilnehmer steckten ihre Fahrzeuge im Schnitt an 60 Prozent der Tage an die Ladesäule an, meist in Erwartung hoher Photovoltaik-Erträge. Ein angepasstes Ansteckverhalten des Ladekabels ist erforderlich, da bidirektionales Laden dann den größten Nutzen bringt, wenn Fahrzeuge regelmäßig an die heimische Wallbox angeschlossen werden. Das heimische Energiemanagement entscheidet dann, wo die Solarenergie am sinnvollsten im Gebäude eingesetzt wird.

Die Kombination aus Photovoltaikanlage und stationärem Energiespeicher erhöhte den Anteil der erneuerbaren Energien und die Autarkie der teilnehmenden Haushalte bereits um mehr als 50 Prozent. Wenn die Haushalte zusätzlich das Laden in beiden Richtungen mit dem Fahrzeug-Akku eines Audi E-Tron nutzten, dann erhöhte sich der Anteil weiter um bis zu 9 Prozent. 

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