PV-Anlagen in Deutschland Photovoltaik boomt: 3,4 Millionen Anlagen liefern 12 Prozent des Netzstroms

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

Immer mehr Unternehmen und Haushalte in Deutschland nutzen die Energie der Sonne zur Stromerzeugung. Im April 2024 waren auf Dächern und Grundstücken 3,4 Millionen Photovoltaik-Anlagen installiert - 700.000 mehr als vor einem Jahr. Die Nenn-Erzeugungsleistung aller Anlagen betrug insgesamt 81.500 Megawatt.  

Die "Einspeisungskurve" für Strom aus Photovoltaik im Jahresverlauf(Bild: Destatis / Statistisches Bundesamt)
Die "Einspeisungskurve" für Strom aus Photovoltaik im Jahresverlauf
(Bild: Destatis / Statistisches Bundesamt)

Vor einem Jahr, im April 2023, waren nach Angaben des Statistischen Bundesamts hierzulande nur 2,7 Millionen Sonnenstrom-Anlagen im Einsatz - mit einer Nennleistung von 67.600 Megawatt. Insgesamt haben alle diese Anlagen von Januar bis Dezember 2023 53,6 Millionen Megawattstunden (MWh) Strom ins Netz eingespeist. Erfasst werden in dieser amtlichen Statistik nur die Photovoltaik-Anlagen, die Strom in die Netze der öffentlichen Versorgung einleiten und über einen Stromzähler verfügen, der die eingespeisten Strommengen misst. Kleine Anlagen wie die privaten Balkonkraftwerke fallen in der Regel nicht darunter.

Damit entfielen im Gesamtjahr 2023 11,9 Prozent des eingespeisten Stroms auf Photovoltaik – ein neuer Höchstwert in Deutschland. 2022 hatte der Strom aus den Solarzellen noch einen Anteil von 10,6 Prozent an der jährlichen Stromeinspeisung ausgemacht. Ein historischer Rekordwert für die Solarstrom-Erzeugung wurde im Juni 2023 erreicht: Mit 8,5 Millionen MWh stammte in jenem Monat mehr als ein Viertel (27,3 Prozent) des eingespeisten Stroms aus PV-Anlagen .

Photovoltaik-Importe sinken im Wert - weil die Preise so tief gefallen sind

Im Gesamtjahr 2023 sind PV-Anlagen im Wert von knapp 3,6 Milliarden Euro nach Deutschland importiert worden. Gegenüber dem Vorjahr lag der dieser Wert um 12,5 Prozent niedriger als 2022. Der Grund dafür ist aber nicht ein Rückgang der Anzahl verkaufter Solarzellen, die aus dem Ausland stammen - sondern deren rapider Preisverfall. Für die ersten Monate dieses Jahres haben die Statistiker - gemessen am Umsatzwert - einen weiteren Import-Rückgang für Solarzellen und -module registriert. Dieses Mal betrug der Rückgang "in Euro" sogar zwei Drittel: Importe für knapp 605 Millionen Euro wurden für den Zeitraum Januar bis Mai 2024  errechnet, obwohl die Anzahl - und die Ertragsleistung - der abgesetzten Module gleichzeitig stark anstieg.  

Der weitaus überwiegende Anteil dieser PV-Technik stammt aus China: Die Volksrepublik hat 2023 rund 86 Prozent aller Anlagen und Komponenten geliefert, aus denen der deutsche Photovoltaik-Zuwachs besteht. Auf den Plätzen 2 und 3 der Importländer liegen die Niederlande mit 5,4 Prozent und Vietnam mit 2,6 Prozent. 

Importe aus China beherrschen den deutschen Markt

Der Wert der Importe von Photovoltaikanlagen nach Deutschland war 2023 mehr als dreimal so hoch wie der Wert der Exporte dieser Waren aus Deutschland. Exportiert wurden im vergangenen Jahr PV-Komponenten im Wert von gut 1,1 Milliarden Euro – knapp ein Viertel (23,5 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor. Diese gingen zu einem großen Teil in andere europäische Staaten. Die wichtigsten Abnehmerländer waren Österreich (17,8 Prozent), Italien (11,4 Prozent) und die Schweiz (9 Prozent).

Die heimische Produktion von Solarmodulen für Photovoltaik ist in Deutschland im ersten Quartal des laufenden Jahres weiter gesunken: Gegenüber dem Vorjahr ging die Anzahl der produzierten Solarmodule um mehr als die Hälfte zurück - auf weniger als 500.000 Stück. Noch stärker als bei den PV-Modulen fiel der Produktionsrückgang bei Solarkollektoren aus. Diese wandeln Sonnenenergie in Wärme um, sowohl für die Warmwassererzeugung als auch zum Heizen. Während im Q1/2023 noch fast 65.000 Solarkollektoren hergestellt wurden, waren es von Januar bis März 2024 gerade noch 21.300. Das entspricht einem Mengen-Rückgang von 67 Prozent.

Privatleute verdienen mit am Photovoltaik-Boom

Private Haushalte erzeugen inzwischen Solarstrom nicht nur für den Eigenbedarf – sie speisen ihn zum Teil auch ins Netz ein. Im Jahr 2022 hatten 4,7 Prozent der privaten Haushalte (rund 1,8 Millionen) in Deutschland Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom. Der Anteil hat in den vergangenen Jahren zugenommen: 2015 waren es 3,1 Prozent (1,2 Millionen Haushalte).

Die Einnahmen  aus dem Stromverkauf für private Haushalte sind allerdings überschaubar: Sie lagen 2022 bei durchschnittlich 183 Euro im Monat - und sind damit im Vergleich zu 2015 um knapp ein Drittel (31,2 Prozent) gesunken. Eine Ursache für diesen Rückgang dürften die deutlich niedrigeren Umlagesätze nach der Novelle des Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) sein. Mit den gekappten Einspeisesätzen verfolgt die Bundesregierung das Ziel, dass die Erzeuger mehr von ihrem selbst erzeugten Strom im eigenen Haushalt verbrauchen. 

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