Viele Prozesse nicht CO2-neutral Marktanalyse zeigt: Photovoltaik-Sektor kämpft mit Nachhaltigkeit

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 1 min Lesedauer

Die Photovoltaik-Branche ist in vielen Bereichen nicht nachhaltig. Zwar werden Solarmodule und -zellen häufig CO2-neutral produziert – das gilt aber nicht für vorgelagerte und nachgelagerte Prozesse.

(Bild:  © Anny Sketches/stock.adobe.com)
(Bild: © Anny Sketches/stock.adobe.com)

Im Photovoltaik-Sektor hat sich den letzten 20 Jahren in Bezug auf Nachhaltigkeit wenig getan. In vielen Bereichen gab es sogar Rückschritte, wenn man die etablierten Prozesse und Strukturen einmal genauer untersucht. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Marktanalyse von Dipl.-Ing. Martin Schachinger vom Solarmodul-Großhändler pvXchange Trading.

Zwar würden einige Hersteller mittlerweile damit werben, ihre Solarmodule und -zellen CO2-neutral produzieren zu können – „allerdings gilt dies nie durchgehend auch für vorgelagerte und nachgelagerte Prozesse“. Der Grundstoff Polysilizium, die in der Produktion benötigten Chemikalien und viele andere Komponenten würden laut Martin Schachinger in der Regel alles andere als klimaschonend gefertigt.

Dazu komme die komplette Materiallogistik, also die Anlieferung der Vorprodukte und der Abtransport der fertiggestellten Solarkomponenten. Denn die für die Modulproduktion benötigten Güter würden in den seltensten Fällen fabriknah gewonnen beziehungsweise hergestellt. Manche Materialien würden um den halben Globus reisen, bevor sie in einem Solarmodul landen. „Dieses legt in gefertigtem Zustand dann nochmals weite Strecken per Schiff und LKW zurück, wird zigmal abgeladen, umgelagert und wieder aufgeladen, bevor es seiner Bestimmung zugeführt werden kann – nicht nachhaltig.“

Wenig umweltfreundliche Umverpackungen

Laut Martin Schachinger stellt auch die Umverpackung von Solarmodulen ein Problem dar: Zwar benötige man keine massiven Holzkisten mehr, wie es Anfang der 2000er-Jahre für rahmenlose Dünnschichtmodule noch üblich war. „Aber die verwendeten Einwegpaletten, Kartonagen, Plastikbänder und Folien, welche dann auf der Baustelle anfallen und selten getrennt entsorgt werden, sind alles andere als ökologisch wertvoll und einfach recycelbar.“ Im besten Fall würden Umverpackungen nochmals dafür genutzt, die alten abgebauten Module bei einem Repowering zu sammeln und abzutransportieren. Oft seien die Boxen aber so labil und billig ausgeführt, dass noch nicht einmal die enthaltenen Paletten wiederverwendet werden können.

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