An der Schnittstelle von Mobilität und Energie Ladeinfrastruktur Elektromobilität: So erleichtern smarte Lösungen den Ausbau

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Regionale Versorgungsunternehmen und Stadtwerke sind für die Entwicklung und den Ausbau der Ladeinfrastruktur von Elektromobilität unabdingbar. Es braucht individuelle, effiziente Lösungen, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden – und bei Markt- oder regulatorischen Änderungen stetig justierbar sind.

(Bild:  uflypro/AdobeStock)
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“Regionale Energieversorger oder Stadtwerke sind wichtige Treiber der Energiewende.“  Stefan Schauer-Burkart, Enterprise Sales Director bei Monta in Deutschland und Österreich.(Bild: Magdalena Schauer-Burkart)
“Regionale Energieversorger oder Stadtwerke sind wichtige Treiber der Energiewende.“ Stefan Schauer-Burkart, Enterprise Sales Director bei Monta in Deutschland und Österreich.
(Bild: Magdalena Schauer-Burkart)

Über eine Million rein elektrisch betriebene Autos sind auf Deutschlands Straßen unterwegs und können im öffentlichen Raum an rund 85.000 Normal- beziehungsweise 20.000 Schnellladepunkten geladen werden. Bis 2030, so das Ziel der Bundesregierung, soll sich die Anzahl der E-Autos auf 15 Millionen und die Zahl der öffentlich verfügbaren Ladesäulen auf eine Million erhöhen. Während der Ausbau von Ladeinfrastruktur im privaten Bereich in den letzten Jahren einen Boom erlebte, darf eines nicht vergessen werden: Nicht jeder hat die Möglichkeit einer eigenen Ladestation zuhause. 

Für eine gelungene Mobilitätswende benötigt es eine bundesweite flächendeckende Ladeinfrastruktur, bei der der öffentliche wie der halböffentliche Raum nicht vernachlässigt werden. Als Beispiel dienen Initiativen wie das Deutschlandnetz, mit dem der Bund per Ausschreibung an mehr als 1.000 Standorten rund 9.000 Schnellladepunkte errichten lässt. So sollen weiße Flecken auf der Ladelandkarte im urbanen, suburbanen und ländlichen Raum sowie auf Autobahnen geschlossen werden. „Denn wer nicht zuhause lädt, will am Bahnhofs-, Supermarkt- oder Schwimmbadparkplatz laden können. An dieser Stelle kommen Versorgungsunternehmen ins Spiel“, weiß Stefan Schauer-Burkart, Enterprise Sales Director bei Monta in Deutschland und Österreich.

Ladeinfrastruktur Elektromobilität: Verschiedene Kundensegmente als Herausforderungen

Die Produktpalette von lokalen Energieanbietern im Bereich der Elektromobilität hat sich in den letzten Jahren laut Schauer-Burkart ausgedehnt und weiterentwickelt. In der Praxis erkenne man bei dem auf Ladetechnologien spezialisierten Softwareunternehmen Monta jedoch einige Hindernisse und Herausforderungen. Viele kleinere Energieversorger bedienen mit ihrem Team rund um erneuerbare Energien oft ein sehr breites Portfolio an Lösungen. Von PV-Anlagen, Speichern, Wärmepumpen bis zu E-Ladestationen für verschiedenste Kundensegmente. „Um mit begrenzten Ressourcen ein so breites Angebot profitabel und effizient bedienen zu können, sind intelligente und integrierte Lösungen wichtig”, meint Schauer-Burkart. Gerade im Bereich Ladeinfrastruktur Elektromobilität haben die Privatperson mit Wallbox, der lokale Supermarkt mit Kundenparkplatz, das Großunternehmen mit Fuhrpark oder das Mehrparteienhaus allesamt unterschiedliche Anforderungen an ihre Energie- und Ladeinfrastruktur. „Betreiber müssen demnach enorm flexibel sein, Produktlösungen für alle Anwendungsfälle anbieten und auch bei ihrer Tarifgestaltung in den verschiedenen Kundengruppen individuell agieren können.“

EMSP as a service für umfassende Lösungen

Was für die Kundschaft ebenso bedeutsam ist: Dass sie überall laden können. Ein attraktives Roaming-Angebot ist demnach für Versorger ausschlaggebend, damit E-Fahrer unterwegs sowie im Ausland laden können. Die Krux an der Sache: Eigene Roaming-Vereinbarungen sind für kleinere Versorger mit großem Aufwand verbunden. „Es ist verständlich, dass es kleineren Energieversorgern schwerfällt, mit den großen Playern am Markt mitzuhalten. Aus diesem Grund sind für sie Lösungen wichtig, die es ihnen erlauben, im Bereich der Elektromobilität ein möglichst großes Portfolio bedienen zu können – ohne dabei auf viele Mitarbeiter, große Investments oder Eigenentwicklungen angewiesen zu sein“, sagt Schauer-Burkart. Als Beispiel führt er an, dass Stadtwerke nicht immer eigene EMSP-Rolle einnehmen müssen, sondern dabei auf einen externen Anbieter zurückgreifen können – EMSP as a service sozusagen: „Regionale Energieunternehmen treten so als Ladesäulenbetreiber auf und können ihren Kunden eine verlässliche Infrastruktur bieten. Das Roaming erfolgt dann über einen Dienstleister.“

Smarte Ladelösungen sorgen dafür, dass die Abrechnung transparent und einfach wird.(Bild: rh2010/AdobeStock)
Smarte Ladelösungen sorgen dafür, dass die Abrechnung transparent und einfach wird.
(Bild: rh2010/AdobeStock)

Ladeinfrastruktur Elektromobilität: Regulierter Markt fordert meist externe Lösungen

Hinzu kommt, dass der Markt für Ladeinfrastruktur Elektromobilität im öffentlichen Bereich stark reguliert wird. Stadtwerke müssen sich also kontinuierlich an neue Regularien anpassen können, was oft in einem finanziellen und personellen Mehraufwand resultiert. Auch Regulierungen wie die AFIR sind für kleinere Betreiber nicht so einfach umzusetzen, hier ist man vermehrt auf Know-how und Lösungen von außen angewiesen. Schauer-Burkart: „Regionale Energieversorger oder Stadtwerke sind wichtige Treiber der Energiewende. Jedoch müssen diese oft mit begrenztem Personal und Ressourcen ein breites Portfolio an Lösungen anbieten, um am Markt zukünftig relevant zu sein. Wir unterstützen Versorger mit einer umfangreichen und effizienten Lösung, um diesen Spagat zu meistern.“

Engagement der Stadtwerke als Chance

Die Bemühungen lokaler Versorgungsunternehmen in puncto Ladeinfrastruktur sind vor allem deshalb so unverzichtbar, weil es in Deutschland eine immense regionale Ungleichheit in Bezug auf vorhandene öffentliche Ladepunkte gibt. Eine Statistik der Bundesnetzagentur aus dem letzten Jahr, die der Automobilverband VDA pro Region auswertete, verdeutlicht die Lage: In der Stadt Emden kamen auf eine öffentliche Ladesäule rund sechs E-Autos, in Offenbach mussten sich 117 Pkws einen Ladepunkt teilen. „Es braucht ein deutschlandweites Ladenetz mit verschiedenen Anbietern, und das ist dann möglich, wenn auch Stadtwerke Ladepunkte in ihrem eigenen Netzgebiet zur Verfügung stellen“, sagt Schauer-Burkart. Insbesondere in kleineren Städten und Ortschaften sei dies von Bedeutung, weil E-Fahrer ohne eigene Wallbox auf die lokale Infrastruktur vollends angewiesen sind. Dass sich der Betrieb vereinzelter Ladestationen nicht rentabel gestaltet, sei oft ein Trugschluss. Denn es gehe nicht primär um die bloße Bereitstellung von Ladesäulen, sondern viel eher um effiziente Prozesse und die zugehörigen Möglichkeiten und Serviceleistungen der Versorger als verlässlicher Partner und Anlaufstelle im Bereich der E-Mobilität.

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Ladeinfrastruktur Elektromobilität: Neue Geschäftsfelder für regionale Energieversorger

Smarte Ladelösungen sorgen beispielsweise dafür, dass sowohl für Privat- als auch für Gewerbekunden die Abrechnung transparent und einfach wird. Wird zum Beispiel bei einer Dienstfahrt geladen, erfolgt die Abrechnung automatisch über das Firmenkonto und der Mitarbeitende muss die Summe nicht vorstrecken. Regionale Energieversorger können außerdem weitere Geschäftsfelder erschließen, etwa lokale Betriebe bei ihrem Umstieg auf eine E-Flotte unterstützen oder nachhaltiges Car-Sharing inklusive Ladeinfrastruktur anbieten. „Im Bereich E-Mobilität aktiv zu sein, ist für den Energieversorger der Zukunft nicht nur eine Option, sondern ein Muss“, ist sich Schauer-Burkart sicher. „Denn der Wettbewerb am Markt im Bereich E-Mobilitätslösungen steigt, und Endkunden treffen ihre Lieferantenentscheidung für den Energiebezug zumeist nach finanziellen Kriterien. Mit dem E-Fahrzeug als neuen Großverbraucher im Haushalt, haben Kunden nun erstmals die Möglichkeit, ihre Energiekosten wirklich zu optimieren. Wer demzufolge innovative Ladelösungen mit einem Energieliefervertrag anbietet, hat gute Chancen, Kunden zu halten und neue zu gewinnen. Unsere Ladelösung ist eine optimale Komponente, die Stadtwerke bei ihrer Transformation berücksichtigen können“, hält Schauer-Burkart fest.