Riesen-Elektrolyseur in Rotterdam Grüner Wasserstoff: Europas größte Produktionsstätte entsteht im größtem Hafen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Winfried Rauscheder 2 min Lesedauer

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Auf der Maasvlakte 2 im Hafen von Rotterdam wird die größte Erzeugungsanlage für grünen Wasserstoff entstehen, die bislang in Europa geplant ist. Die endgültige Investitionsentscheidung hierfür hat nun Shell getroffen. Die Anlage soll als "Holland Hydrogen I" 2025 in Betrieb gehen.

Die Maasvlakte in Rotterdam ist Europas größtes zusammenhängendes Hafengebiet.(Bild:  Shell)
Die Maasvlakte in Rotterdam ist Europas größtes zusammenhängendes Hafengebiet.
(Bild: Shell)

Die Maasvlakte im Hafengebiet von Rotterdam beherbergt den größten Containercluster Europas. Auch enorme Massengüter-Umschlagbetriebe für Erdöl, Erdgas und Kohle sind hier ansässig. Nun entsteht auf dem Erweiterungsgebiet Maasvlakte 2 Europas bisher größte Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage. Sie ist auf eine Leistung von 200 Megawatt (MW) ausgelegt und soll im Endausbau täglich 60 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren – erzeugt ausschließlich aus erneuerbarem Strom von dem Offshore-Windpark Hollandse Kust Nord. Auch dieser ist zum großen Teil im Besitz von Shell.

Grüner Wasserstoff soll Groß-Raffinerie von Shell umweltverträglicher machen

Der grüne Wasserstoff wird schon bald über die HyTransPort-Pipeline den riesigen Energy and Chemicals Park Rotterdam (Pernis) versorgen, den Shell dort betreibt. In der Raffinerie ersetzt er einen Teil des bisher verwendeten „grauen Wasserstoffs“, bei dessen Gewinnung große Mengen CO2 freigesetzt werden.

Der Einsatz des treibhausgas-freien Brennstoffs soll die Herstellung von Energieprodukten wie Benzin, Diesel und Paraffin kohlenstoffarm machen – zumindest teilweise. In dem Maße, wie mehr Wasserstoff-Lkw auf den Markt kommen und das Netz der Wasserstofftankstellen für den Schwerlastverkehr wächst, kann die Versorgung mit grünem Wasserstoff auch auf sie ausgerichtet werden, um zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs beizutragen.

Holland Hydrogen I wird vor Hamburg in Betrieb gehen

Für den Bau und Betrieb der riesigen Elektrolyse-Anlage, in der der Wasserstoff künftig weitestgehend CO2-frei erzeugt wird, hat Shell eine Investition in Milliardenhöhe veranschlagt. „Holland Hydrogen I“ übertrifft in Dimension und Leistungsumfang den 100-Megawatt-Elektrolyseur, der im Hamburger Hafen im stillgelegten Kohlekraftwerk Moorburg entstehen soll, um mehr als das Doppelte.

Die  Baustelle von Holland Hydrogen I im Rendering-Modell(Bild:  Shell)
Die Baustelle von Holland Hydrogen I im Rendering-Modell
(Bild: Shell)

Zudem wird das Rotterdamer Mega-Wasserstoffprojekt deutlich früher betriebsbereit sein als sein Hamburger Pendant. Im September haben Shell und Tennet, der größte niederländische Netzbetreiber, eine Vereinbarung geschlossen, die es ermöglicht, dass der neue Industriepark mit dem Riesen-Elektrolyseur schon bald eine zumindest teilweise Anbindung an die 380-kV-Hochvolt-Substation bekommt, um seine Produktion schon im Frühjahr 2025 starten zu können.

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