rEnergy Basics Grüner Wasserstoff: Definition & Einsatzmöglichkeiten

Verantwortliche:r Redakteur:in: Melanie Ehrhardt 3 min Lesedauer

Für den langfristigen Erfolg der Energiewende und für den Klimaschutz braucht es Optionen zu fossilen Energieträgern. Grüner Wasserstoff nimmt dabei als vielfältig einsetzbarer Energieträger eine Schlüsselrolle ein. 

Als „grün“ wird Wasserstoff bezeichnet, der klimaneutral gewonnen wurde.(Bild:  Anoo/Adobe Stock)
Als „grün“ wird Wasserstoff bezeichnet, der klimaneutral gewonnen wurde.
(Bild: Anoo/Adobe Stock)

Grüner Wasserstoff ist weit mehr als ein Zukunftsthema – er ist bereits heute technologisch verfügbar und wirtschaftlich zunehmend attraktiv. Durch die Kopplung von Strom-, Wärme- und Industriesektoren bietet er eine nachhaltige Lösung für die Dekarbonisierung komplexer Energiesysteme.

Was ist grüner Wasserstoff?

Grüner Wasserstoff ist Wasserstoff, der ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt wird – meist durch Elektrolyse von Wasser. Dabei wird Wasser (H₂O) in seine Bestandteile Wasserstoff (H₂) und Sauerstoff (O₂) zerlegt. 

Entscheidend ist, dass der für die Elektrolyse benötigte Strom aus Photovoltaik- (Solarenergie), Wind- oder Wasserkraftanlagen stammt. Nur dann ist der Wasserstoff „grün“ und somit klimaneutral.

Im Gegensatz dazu entsteht grauer Wasserstoff durch Dampfreformierung von Erdgas, wobei erhebliche Mengen CO₂ freigesetzt werden. Blauer Wasserstoff nutzt das gleiche Verfahren, speichert jedoch das CO₂ (Carbon Capture and Storage). Grüner Wasserstoff hingegen kommt ohne fossile Energieträger aus und bietet damit eine langfristig nachhaltige Lösung für Industrie, Mobilität und Energieversorgung.

Wo kommt grüner Wasserstoff zum Einsatz?

Grüner Wasserstoff ist vielseitig einsetzbar und gilt als Schlüssel zur Dekarbonisierung energieintensiver Sektoren.

Industrie

  • Stahlproduktion: Direkte Reduktion von Eisenerz mit Wasserstoff (ersetzt Kokskohle)
  • Chemische Industrie: Nutzung als Rohstoff für Ammoniak, Methanol und synthetische Kraftstoffe
  • Raffinerien: Dekarbonisierung bestehender Prozesse

Energieversorgung

  • Sektorenkopplung: Wasserstoff verbindet Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor
  • Langzeitspeicherung: Überschüssiger erneuerbarer Strom kann in Form von H₂ gespeichert und bei Bedarf „rückverstromt“ werden
  • Netzstabilisierung: Elektrolyseure können als flexible Verbraucher zur Netzregelung beitragen

Mobilität

  • Schwerlastverkehr: Brennstoffzellen-Lkw, Busse und Züge mit Reichweiten bis zu 500 km
  • Luft- und Schifffahrt: Nutzung von H₂-basierten E-Fuels zur Dekarbonisierung globaler Transportketten

Mit dem europäischen und nationalen Markthochlaufprogramm entstehen aktuell zahlreiche Pilot- und Großprojekte. Sie bilden die Grundlage für eine skalierbare Wasserstoffwirtschaft.

Beispiele aus der Praxis

Toyota setzt auf Wasserstoff-Truck
Toyota und VDL Groep haben die Brennstoffzellen-Technologie von Toyota in Lkw integriert. Mit nur einer Tankfüllung lassen sich mit dem Wasserstoff-Truck bis zu 400 Kilometer zurücklegen. Weiterlesen

RWE liefert jährlich 30.000 Tonnen grünen Wasserstoff an Total
Der Energiekonzern RWE liefert von 2030 bis 2044 jährlich rund 30.000 Tonnen grünen Wasserstoff an die Total-Raffinerie in Leuna. Die Raffinerie wird damit Ankerkunde für RWEs Elektrolyse in Lingen. Weiterlesen
 
Wasserstoff-Flugzeuge: Projektarbeit bei Airbus
Das Flugzeug als Verkehrsmittel hat vor allem auf kürzeren und mittleren Distanzen eine sehr schlechte Klimabilanz. Eine Alternative könnte das Fliegen mit Wasserstoff sein, doch dafür müssten Flugzeuge völlig neu konstruiert werden: In Toulouse in Frankreich arbeitet Airbus am Wasserstoff-Flugzeug der Zukunft. Video ansehen

Wirtschaftlichkeit und Rahmenbedingungen

Die Herstellungskosten für grünen Wasserstoff liegen derzeit noch über denen fossiler Alternativen, doch der Trend ist eindeutig: Sinkende Preise für erneuerbaren Strom, Skaleneffekte durch industrielle Produktion und technologische Fortschritte in der Elektrolyse führen zu einer deutlichen Kostenreduktion in den nächsten Jahren.

Politische und regulatorische Rahmenbedingungen – wie die Nationale Wasserstoffstrategie Deutschlands, die EU-Wasserstoffbank und Förderprogramme (etwa IPCEI-Projekte) – beschleunigen die Entwicklung.

Zudem gewinnen Nachhaltigkeitszertifizierungen (zum Beispiel „Renewable Hydrogen Directive“ der EU) an Bedeutung. So sollen Investitionssicherheit und Handelbarkeit gewährleistet werden.

Chancen und Herausforderungen 

Chancen

  • Unabhängigkeit von fossilen Importen
  • Neue Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze
  • Beitrag zur CO₂-Neutralität der Industrie

Herausforderungen

  • Aufbau einer flächendeckenden Transport- und Speicherinfrastruktur
  • Hoher Flächen- und Energiebedarf für erneuerbare Erzeugung
  • Harmonisierung internationaler Zertifizierungsstandards

Dennoch gilt: Grüner Wasserstoff wird langfristig ein zentraler Energieträger in einem klimaneutralen Energiesystem sein.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde auch mithilfe von KI erstellt. 

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