Grubenwasser: Iqony und RAG realisieren innovative Wärmelösung
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Michael Hobohm
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Die Saarbrücker Iqony Energies GmbH, Tochtergesellschaft des Essener Energieunternehmens Iqony, hat die Modernisierung und den Umbau ihrer bestehenden Fernwärmeerzeugungsanlagen und ihres Fernwärmenetzes auf dem Gelände der früheren Zeche Camphausen zu einer klimaneutralen Wärmeerzeugung beschlossen. Dabei wird Abwärme aus Grubenwasser der RAG als neue Wärmequelle erschlossen und für die Fernwärmeversorgung der Stadt Sulzbach zur Verfügung gestellt. Dadurch werden zukünftig jährliche CO2-Emissionen von mehr als 6.000 t vermieden.
(Quelle: mindscanner/Adobe Stock)
Bereits im Dezember 2020 hatte das Projekt eine Förderzusage im Rahmen einer Ausschreibung für „Innovative KWK-Energiesysteme“ (iKWK) der Bundesnetzagentur erhalten. Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erzeugen zugleich Strom und Wärme und sind deshalb besonders effizient und ressourcenschonend. Umfangreiche planerische Vorläufe, viele technische Herausforderungen und regulatorische Entscheidungen in Berlin hatten jedoch zur Folge, dass das Projekt bisher noch nicht realisiert werden konnte. Jetzt jedoch sind alle Voraussetzungen erfüllt und die Umsetzung kann beginnen.
Technisch besteht das Projekt aus drei aufeinander abgestimmten Komponenten: einer konventionellen KWK-Anlage, der erneuerbaren Wärmequelle in Form von Grubenwasser und einer Wärmepumpe, die die im Grubenwasser enthaltene Restwärme von etwa 36 °C für die Fernwärmeversorgung nutzbar macht.
Technischer Vorteil von Grubenwasser
„Wir sind froh, mit dem Grubenwasser, dass wir Iqony zur Verfügung stellen, mithelfen zu können, einen klimaneutralen Beitrag zur Wärmeversorgung zu leisten. Dieses Grubenwasser hat eine Temperatur, die sich zur Wärmegewinnung durchaus nutzen lässt“, so Dr. Michael Drobniewski, RAG-Regionalbeauftragter für das Saarland. An allen Standorten der Grubenwasserhaltung würden deshalb entsprechende Machbarkeitsstudien durchgeführt.
„Mit dem Pumpen des Grubenwassers wird die Erschließung dieser nicht alltäglichen Wärmequelle natürlich wesentlich einfacher“, erläutert Dr. Dietmar Bies, der das Projekt für Iqony verantwortet. Die so gewonnene Wärme sorge für einen entsprechend verminderten Einsatz konventioneller Energieträger, sodass mit der iKWK-Anlage Camphausen jährlich rund6.300 t an CO2-Emissioneneingespart würden.
Weil auch der dritte Anlagenteil, die konventionelle KWK-Anlage, mit einem als klimaneutral eingestuften Energieträger befeuert wird, arbeitet die Anlage insgesamt bilanziell bereits heute vollständig emissionsfrei.
Anke Langner, Sprecherin der Geschäftsführung von Iqony Energies: „Wir setzen in der konventionellen KWK-Anlage Grubengas als Brennstoff ein, das einen hohen Methananteil hat. Unverbrannt freigesetzt hat Methan in der Atmosphäre eine mehr als zwanzigmal klimaschädlichere Wirkung als CO2. Entsprechend hat auch die Politik erst jüngst die Eistufung von Grubengas als bilanziell klimaneutralem Brennstoff bestätigt und deshalb ist der Einsatz von Grubengas als Brennstoff auch im Interesse des Klimas eine sinnvolle Maßnahme.“
Hinzu kommt: Auch in den kommenden Jahren steht noch in ausreichendem Maß Brennstoff zur Verfügung. Allerdings war die gesetzliche Einstufung des Energieträgers Grubengas in der politischen Diskussion lange in der Schwebe. Dies hatte zur Folge, dass auch die Realisierung des Projekts in Camphausen länger hat auf sich warten lassen als ursprünglich geplant.
Grüne Wärme für Camphausen und Teile von Sulzbach
Für die Bezieherinnen und Bezieher von Fernwärme in den Gemeinden Camphausen und Sulzbach, darunter auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbebetriebe, heißt das wiederum: Die künftig aus der Anlage auf dem ehemaligen Zechengelände gelieferte Fernwärme ist heute schon grün, also klimaneutral.
Nicht nur vor diesem Hintergrund haben die Stadtwerke Sulzbach als lokaler Fernwärmelieferant und Iqony Energies beschlossen, ihre bewährte und erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen und den entsprechenden Kooperationsvertrag um zwanzig Jahre zu verlängern.
„Wir freuen uns, dass wir unsere Kooperation fortsetzen und mit dem nun beginnenden Umbau der Anlage in Camphausen zugleich ein neues, klimaneutrales Kapitel für die hiesige Wärmeversorgung aufschlagen“, so Langner. „Technisch gesehen hat unsere Anlage noch Potenzial, die Erzeugung von grüner Heizwärme noch zu steigern. Das heißt, einem möglichen Ausbau einer wirklich klimaneutraler Fernwärmeversorgung steht erzeugungsseitig nichts im Wege.“
Zeitplan
Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich bereits im Oktober 2023 beginnen und etwa 14 Monate dauern. Mit einer Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2024 zu rechnen. Während der Umbauphase wird die Wärmeversorgung der Gemeinden mittels mobiler Heizzentralen jederzeit sichergestellt.
Stand: 16.12.2025
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