Mehr Erdwärme für München Geothermie: Stadtwerke bauen die größte Tiefenwärme-Anlage Europas

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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Sechs Geothermie-Anlagen betreiben die Stadtwerke München schon heute auf dem Stadtgebiet. Die siebte errichten sie nun auf dem Gelände eines öffentlichen Bades. Nach Fertigstellung im Jahr 2033 soll das heiße Wasser aus 2.500 Metern Tiefe Wärme für rund 75.000 Münchnerinnen und Münchner liefern.

So harmonisch soll sich die größte Geothermie-Anlage auf dem europäischen Kontinent in die küntige Bad-Landschaft einfügen.(Bild:  SWM (Ingenieurbüro MuellerNeumann und Straub-Architekten)
So harmonisch soll sich die größte Geothermie-Anlage auf dem europäischen Kontinent in die küntige Bad-Landschaft einfügen.
(Bild: SWM (Ingenieurbüro MuellerNeumann und Straub-Architekten)

Nach langer Planung und sorgfältiger Vorbereitung hat Anfang Oktober der Bau für die größte Geothermie-Anlage auf dem europäischen Kontinent begonnen – auf dem Areal eines öffentlichen Bades im Südosten der Stadt. Der kommunale Energieversorger SWM ist damit Deutschlands größter Geothermie-Betreiber. Nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2033 soll die Anlage das ganze Jahr über Wärme für 75.000 Stadtbewohner liefern – und auch für Unternehmen, Gewerbebetriebe, Schulen und Behörden.

Geothermie: Stabile Wärmeversorgung mit hohem Klimaschutz-Faktor

Mit dem Spatenstich startet ein Projekt, das dem Klimaschutz ebenso dienen soll wie der Entlastung des Geldbeutels der Münchner Bürger. Denn in seltener Einigkeit halten Wirtschaft, Wissenschaft und Politiker aller Couleur die Geothermie nicht nur für die sicherste und zuverlässigste erneuerbare Wärmequelle, sondern auch für die berechenbarste und auf lange Sicht günstigste.

Dieter Reiter, als Münchner Oberbürgermeister der „Bauherr“ der Anlage, ist überzeugt: „Jetzt können wir auch innerstädtische Flächen im Umfeld von Wohngebieten für die Geothermie-Gewinnung erschließen. Das zeigt, dass wir es ernst meinen mit dem klimaneutralen Umbau der Fernwärme in München.“ Sein erklärtes Ziel ist es schon seit Jahren, seine Stadt „bis 2040 zu einer klimaneutralen Millionenstadt zu machen."

Geothermie
Minister Robert Habeck, Stadtwerke-Geschäftsführerin Karin Thelen und SWM-Chef Florian Bieberbach bei der Eröffnung der Baustelle in München.
(Bild: SWM)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck, als Fördergeber beim Spatenstich ebenfalls anwesend, lobt die Stadtwerke München als  Beispiel dafür, wie die Geothermie auch in dicht besiedelten Großstädten Erfolg haben kann. „Die Erschließung der geothermischen Wärme hat das Potenzial, bis 2045 rund ein Viertel des erneuerbaren Wärmebedarfs Deutschlands zu decken. Unser Ziel ist es, die derzeitige Geothermie-Einspeisung in Wärmenetze zu verzehnfachen.“

Daten und Fakten zur zukünftigen Anlage

Die Geothermieanlage wird vier Förder- und vier Reinjektionsbohrungen aufweisen und auf einer Teilfläche des städtischen Michaelibads entstehen. Der Freibadbetrieb läuft während der Bauzeit weiter, allerdings auf einer eingeschränkten Fläche an der westlichen Liegewiese. Auf dem  Bauareal wird neben den Bohrungen eine Wärmestation errichtet, in der die gewonnene Erdwärme über Wärmetauscher an das Fernwärmenetz übertragen wird. Zusätzlich wird eine Großwärmepumpe installiert, die die Wärmeausbeute weiter erhöht.

Nach Abschluss der Bauarbeiten, der für das Jahr 2033 vorgesehen ist, kann die Liegewiese von den Freibadgästen zum großen Teil wieder genutzt werden, da die betrieblich notwendigen Bereiche wesentlich kleiner sein werden als die Baufläche. Hierzu wurden bereits im Vorfeld im Rahmen einer Bürgerbeteiligung und einer Projektwerkstatt Ideen aus der Bevölkerung gesammelt, die in die zukünftige Freiflächengestaltung einfließen. 

SWM arbeiten am Gelingen der Energiewende

München verfügt nicht nur über die meisten Geothermie-Anlagen in Deutschland, sondern auch über eines der am weitesten verzweigten Fernwärmenetze. Über das tausend Kilometer lange Netz versorgen die SWM schon lange knapp 40 Prozent der Münchner Haushalte mit Wärme. Ihre Vision: Bis 2040 wollen die SWM den städtischen Fernwärmebedarf klimaneutral decken – mit Hilfe der Tiefengeothermie. Für diesen Plan zur weiteren Dekarbonisierung sehen die SWM ein Investitionsvolumen von rund 9,5 Milliarden Euro vor. 

Bereits erfolgt sind die Rückbauarbeiten nicht mehr benötigter Gebäude, auf deren Flächen die neue Wärmestation errichtet wird. Ebenso wurde die Einbindung der zukünftigen Geothermie-Anlage in das Fernwärmenetz vorbereitet. Der Standort am Michaelibad hält SWM-Chef Florian Bieberbach aus mehreren Gründen für ideal geeignet:

Im Münchner Untergrund (Molassebecken) ist ein hohes Wärmepotenzial gegeben.

Die Anbindung an das Fernwärmenetz ist gut realisierbar.

Im näheren Umfeld besteht ein hoher Wärmebedarf – nicht zuletzt in dem Bad selbst, dessen Wärmeversorgung zukünftig vollständig CO2-neutral erfolgen soll.

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