Eigenständige Strom- und Wärmeversorgung Feldheim zeigt: So gelingt Energieautarkie mit erneuerbaren Energien

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

Das kleine brandenburgische Dorf Feldheim schreibt seit 2010 Energiegeschichte – als deutschlandweit erster Ort mit eigenständiger Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien.

(Bild:  © skcpdesign/stock.adobe.com)
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Seit dem Oktober 2010 ist Feldheim, ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg, offiziell energieautark. Damit zeigt das kleine Dorf, das deutschlandweit als erster Ort mit eigenständiger Strom- und Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien gilt, dass die dezentrale Energiewende nicht nur Vision, sondern gelebte Realität sein kann.

Basis für die autarke Stromversorgung von Feldheim ist ein nahegelegener Windpark aus aktuell 52 Windenergieanlegen. Der meiste Strom wird dabei in das öffentliche Stromnetz eingespeist, denn für Feldheim reicht eine der Anlagen aus, um das Dorf mit seinen knapp 130 Einwohnern zu versorgen.

Feldheim: Der Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg, ist seit Oktober 2010 offiziell energieautark.(Bild:  Energiequelle)
Feldheim: Der Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg, ist seit Oktober 2010 offiziell energieautark.
(Bild: Energiequelle)

Die Wärmeversorgung übernimmt eine Biogasanlage, die 2009 gemeinsam mit der Agrargenossenschaft errichtet wurde. Bei Unterschreitung einer bestimmten Temperatur springt das Holzhackschnitzel-Heizwerk ein und bei kurzfristigem Wärmebedarf wird eine Power-to-Heat-Anlage zugeschaltet, die mit grünem Strom aus dem Windpark betrieben wird. Seit 2010 ergänzt ein Batteriespeicher die Versorgung und kann kurzfristige Schwankungen des Stromnetzes ausgleichen.

Eine eigene Energieversorgungsgesellschaft für Feldheim

Ein neu verbautes Verteilersystem verknüpft die einzelnen Energieträger zu einem regionalen Energieversorgungsnetz. Möglich wurde dies durch den Bau eines eigenen Nahwärmenetzes sowie eines eigenständigen Stromnetzes, an die alle Haushalte Feldheims angeschlossen wurden. Dazu gründeten Unternehmen, Privathaushalte und Kommunen eine Energieversorgungsgesellschaft, die Feldheim Energie GmbH & Co. KG.

„Die Offenheit in Feldheim sowie die Bereitschaft und das neugierige Interesse, gemeinsam etwas zu bewegen, haben die Entwicklung in Feldheim ermöglicht“, so Michael Raschemann, Gründer und Geschäftsführer von Energiequelle. Das Unternehmen hat in Feldheim die Bausteine dieses Konzepts geplant und schlüsselfertig errichtet. „Durch Beteiligung der Gemeinde, der Unternehmen sowie aller Bürgern können wir den Ort nicht nur nachhaltig mit sauberer Energie versorgen, sondern sie auch an den Umsätzen beteiligen.“

Die Entwicklung in den brandenburgischen Dorf soll weitergehen: Für viele der Windenergieanlagen steht in den nächsten Jahren ein Repowering an, zudem liegen Pläne für einen Hybridpark sowie die Weiterentwicklung Feldheims als Besucherzentrum vor.

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