Kritische Infrastruktur Energie AG vernetzt ihre Umspannwerke mit einem privaten LTE-Netz

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 1 min Lesedauer

Die Energie AG verbindet ihre 6.000 Umspannwerke durch ein privates LTE-Netz. So behält der oberösterreichische Energieversorger die volle Kontrolle über seine kritische Infrastruktur.

(Bild:  OlegD / Adobe Stock)
(Bild: OlegD / Adobe Stock)

Die Energie AG betreibt bereits seit 2014 ein 450-MHz-Netz. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Sie reichen von der Fernsteuerung der Umspannwerke über SCADA-Systeme bis hin zur Aggregation von Daten aus intelligenten Stromzählern. Zudem nutzt der oberösterreichische Energieversorgung das Netz zur Steuerung und Überwachung dezentraler Energiequellen wie Solar- und Windkraftanlagen.

Die Karte zeigt alle Anlagen der Energie AG, etwa Umspannwerke, die über 450-MHz-LTE angebunden werden sollen.(Bild:  Westermo Network Technologies)
Die Karte zeigt alle Anlagen der Energie AG, etwa Umspannwerke, die über 450-MHz-LTE angebunden werden sollen.
(Bild: Westermo Network Technologies)

Da der CDMA-450-Funkstandard das Ende seines Lebenszyklus erreicht hat, migriert der Energieversorgung auf ein privates LTE-Netz – ebenfalls im 450-MHz-Frequenzbereich. Der erwies sich als ideal für die geografischen Herausforderungen der Alpenregion. „Unsere Topologie ist extrem vielfältig – von flachen Ebenen bis zu steilen Gebirgsregionen. 450 MHz funktioniert in all diesen Landschaften hervorragend“, erklärt Walter Pesendorfer, Leiter der Funkdienste bei der Energie AG. Dank der niedrigen Frequenz deckt das Netz große Gebiete mit vergleichsweise wenigen Mobilfunkmasten ab, was erhebliche Kosten spart.

Sicherheit und Kontrolle

Die Nutzung eines privaten LTE-Netzes bringt zwei entscheidende Vorteile: Eine möglichst hohe Cybersicherheit und auch bei Stromausfällen wird eine Netzverbindung sichergestellt. Ein privates Netz gibt der Energie AG die volle Kontrolle über ihre kritische Infrastruktur.

Ein Beispiel für einen Schaltschrank mit dem Westermo-Router. (Bild:  Westermo Network Technologies)
Ein Beispiel für einen Schaltschrank mit dem Westermo-Router.
(Bild: Westermo Network Technologies)

Das Kommunikationsnetz der Energie AG basiert auf etwa 8.000 Mobilfunkroutern von Westermo, die über das gesamte Versorgungsgebiet verteilt sind. Diese Router sind speziell für die Bedürfnisse von Versorgungsunternehmen und kritischen Infrastrukturen konzipiert und bieten Funktionen wie Protokollkonvertierung und integrierte RTU-Funktionalität.

Damit lassen sich auch ältere Anlagen problemlos in das Gesamtsystem integrieren. Die Router konvertieren gängige SCADA-Protokolle wie IEC 101, Modbus, IEC 104 oder DNP3 in einheitliche Formate, was die Wartung und den Betrieb der Anlagen erheblich erleichtert.

Im ersten Quartal 2024 fiel der Startschuss für das Migrationsprojekt. Bereits im Juni waren 10 Prozent der erforderlichen Basisstationen implementiert. Bis Ende 2026 soll die Migration vollständig abgeschlossen sein und dann 6.000 Umspannwerke vernetzen.

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