„Besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ EnBW: Netzstabilitätsanlage in Marbach sichert die Energiewende

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Die Netzstabilitätsanlage in Marbach ist ein klassisches Kraftwerk – wird aber nicht zur Stromerzeugung für den allgemeinen Bedarf genutzt. Es dient ausschließlich der Absicherung der Netzstabilität.

(Bild:  EnBW)
(Bild: EnBW)

Die EnBW Energie Baden-Württemberg spricht von einem einem „wichtigen Meilenstein zur Sicherung der bundesweiten Stromversorgung“:  Vergangene Woche wurde die neue Netzstabilitätsanlage am Kraftwerksstandort Marbach offiziell mit dem Auftraggeber, dem Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, eingeweiht.

Netzstabilitätsanlage Marbach: Soll im Auftrag von TransnetBW die bundesweite Stromversorgung sichern. Das Bild zeigt die Kühlwasserleitung am Generator.(Bild:  EnBW)
Netzstabilitätsanlage Marbach: Soll im Auftrag von TransnetBW die bundesweite Stromversorgung sichern. Das Bild zeigt die Kühlwasserleitung am Generator.
(Bild: EnBW)

Bei der Netzstabilitätsanlage in Marbach handelt es sich eigentlich um ein klassisches Kraftwerk. Es wird aber als „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ nach §11 Abs. 3 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) betrieben. Das bedeutet: Marbach dient nicht nicht zur marktlichen Stromerzeugung für den allgemeinen Bedarf, sondern ausschließlich der Absicherung der Netzstabilität im Auftrag des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW.

Netzstabilitätsanlage: Idealer Standort Marbach

Die Errichtung der neuen Anlage geht auf einen Beschluss der Bundesnetzagentur von 2018 zurück und soll die Netzstabilität in Süddeutschland sichern. Die Entscheidung für den Standort Marbach fiel aufgrund der vorhandenen Infrastruktur, der bereitstehenden Flächen und wirtschaftlicher Überlegungen.

„Die Anlage in Marbach ist notwendig, damit die Transformation unseres Energiesystems hin zu einer klimafreundlichen Energieversorgung bei gleichzeitiger Gewährleistung der Versorgungssicherheit gelingen kann“, erklärt Michael Class, Leiter Erzeugung Portfolioentwicklung bei der EnBW. Die Anlage sei von vornherein nicht dafür gedacht, gegebenenfalls ausfallende Kraftwerksleistung zu ersetzen oder den Energiemarkt zu beeinflussen. Sie werde in Situationen zum Einsatz kommen, in denen im Übertragungsnetz Betriebsmittel, wie zum Beispiel Transformatoren, Umspannwerke oder Teile des Netzes ausfallen und ein kritischer Zustand im Stromnetz entsteht. In diesem Fall könne das Kraftwerk die Netzstabilität kurzfristig wiederherstellen, so Class weiter.

Gasturbine und Großbatteriespeicher

Die Anlage wird als offene Gasturbine errichtet, die mit extraleichtem Heizöl (HEL) betrieben wird. Sie verfügt über eine Feuerungswärmeleistung von 940 MW und eine elektrische Leistung von circa 300 Megawatt.

Auf demselben Kraftwerksgelände plant die EnBW zudem einen Großbatteriespeicher. Mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden und einer Leistung von 100 Megawatt wird es sich dabei um den größten entsprechenden Speicher im Erzeugungsbereich der EnBW handeln. Der Großbatteriespeicher nutzt die vorhandene Infrastruktur vor Ort gemeinsam mit der Netzstabilisierungsanlage, unter anderem den Netzanschluss. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2025 geplant.

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