Deutscher Gründerpreis 2024 Elektrolyte: Der Wettkampf um die besten Lösungen beginnt gerade erst

Von Winfried Rauscheder 3 min Lesedauer

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Elektrolyte sind das Herzblut moderner Energiespeicher: Sie beeinflussen maßgeblich die Energiedichte, die Be- und Entladegeschwindigkeit und die Sicherheit von Batterien. Asiatische Anbieter dominieren derzeit den Weltmarkt für Elektrolyte. Dass das nicht so bleiben muss, zeigt ein Start-up aus Kaiserslautern.

Firmengründer aus der Wissenschaft, die noch vieles vorhaben: Das Startup-Team von E-Lyte mit Geschäftsführer Ralf Wagner (links).(Bild:  E-Lyte)
Firmengründer aus der Wissenschaft, die noch vieles vorhaben: Das Startup-Team von E-Lyte mit Geschäftsführer Ralf Wagner (links).
(Bild: E-Lyte)

Gewonnen haben er und seine Kollegen den Deutschen Gründerpreis 2024 in der Kategorie „Aufsteiger“ zwar letztlich nicht. Doch bei der ZDF-TV-Übertragung am 24. September im Kreis der drei Finalisten gesessen zu haben, war für Ralf Wagner, Geschäftsführer der E-Lyte Innovations GmbH, „eine große Ehre – und ein enormer Erfolg für unsere Industrie“. Denn so viel öffentliche Aufmerksamkeit wird einem Hersteller anwendungsspezifischer Elektrolyte im Normalfall kaum zuteil– obwohl Wagners Firma in ihrem Zielmarkt sehr erfolgreich agiert.

Zur ersten Produktionsanlage für Elektrolyte in Europa

Die vier jungen E-Lyte-Gründer sind allesamt ambitionierte Wissenschaftler aus der Universität Münster und deren Batterieforschungszentrum MEET. Drei von ihnen tragen einen Doktortitel – ein sicheres Zeichen dafür, dass es sich um eine Uni-Ausgründung handelt. Die junge Firma entwickelt und produziert kundenspezifische Elektrolyte für eine breite Palette von Spezialanwendungen – von extrem sicheren Batterien für Herzschrittmacher bis hin zu Hochleistungsbatterien für Sportwagen und LKWs.

Erst jüngst hat E-Lyte dabei einen entscheidenden Schritt nach vorne gewagt. In Kaiserslautern haben die Firmengründer Mitte September ein eigenes Fertigungswerk für ihre hoch-chemischen Produkte eingeweiht – das erste seiner Art in Europa und Nordamerika. In der neuen Produktionsstätte können sie künftig 20.000 Tonnen an Spezial-Elektrolyten herstellen. Ein Klacksim Vergleich mit den Mengen der asiatischen Konkurrenz – aber im wachsenden europäischen Markt ein nicht zu unterschätzender Meilenstein.

Im Westen wächst der Markt für Batteriekomponenten – auch für Elektrolyte

Das pfälzische F&E-Unternehmen arbeitet inzwischen eng mit einer Reihe führender Hersteller von Automobilen und Batteriezellen zusammen, in Deutschland und weit darüber hinaus. Denn ihre gemeinsame Vision – die Entwicklung und Produktion maßgeschneiderter Elektrolyt-Lösungen – trifft hierzulande nun auf einen interessierten Markt, den es bis vor wenigen Jahren so noch gar nicht gab.

Die Herstellung von Batteriezellen und deren Komponenten war bis dahin alleiniges Spielfeld der großen Zellen und Batterien-Anbieter in China, Korea, Japan und Taiwan. Europäische und amerikanische Technologiefirmen kauften dort allenfalls bereitwillig und günstig ein. An einer eigenen Zellfertigung im eigenen Territorium waren sie nur mäßig interessiert – und damit auch an der Beschaffung von Komponenten wie Elektrolyten.

Das hat sich inzwischen geändert. Praktisch alle großen Fahrzeughersteller in Europa und den USA haben inzwischen eingesehen, dass sie der asiatischen Konkurrenz ohne eigenes Batterie-Knowhow künftig heillos unterlegen sein werden. Sie haben begonnen, eigene Kapazitäten dafür aufzubauen. Damit wächst ihr Interesse an entscheidenden Zuliefer-Materialien – und dazu zählen Elektrolyt-Lösungen, die auf definierte Anwendungszwecke hin optimiert sind.

Großteil der Produktionsmengen ist schon verkauft

Genau hier sieht das inzwischen weithin respektierte Start-up seinen künftigen Absatzmarkt. Längst haben die pfälzisch-westfälischen Jungunternehmer sich einen Namen gemacht als Anbieter von Hochleistungs-Elektrolyten für Lithium- und Sodium-Ionen-Batterien sowie Super-Kondensatoren. Ein Großteil ihrer künftigen Produktionsmengen ist schon verkauft. Er geht direkt in den Markt der Hersteller batteriegetriebener Elektroautos, die dringend nach Optimierungsmöglichkeiten für ihre Produkte du nach echten Innovationen suchen.

Für sie ist der kleine, aber feine Elektrolyt-Spezialist ein  interessanter Partner. Die nagelneue Produktionsanlage in Kaiserslautern ist eine der modernsten ihrer Art weltweit – und sie revolutioniert an wichtigen Stellen den Prozess der umweltverträglichen Elektrolyt-Herstellung. Denn die traditionellen Prozesse im Elektrolyt-Markt enthalten viele zeitraubende manuelle Schritte, die nicht nur ineffizient sind, sondern auch zu hohen Abgas- und Verdampfungs-Verlusten führen – und nachfolgend zu aufwändigen Reinigungsmaßnahmen.

Das Ionen-Chronomatographie-System unterstützt die Elektrolyte-Analyse.(Bild:  E-Lyte/Deutsche Metrohm GmbH)
Das Ionen-Chronomatographie-System unterstützt die Elektrolyte-Analyse.
(Bild: E-Lyte/Deutsche Metrohm GmbH)

Um das zu vermeiden, hat E-Lyte hat ein hoch automatisiertes System zur exakten Steuerung und Kontrolle der Rohmaterial-Abfüll-Prozesse entwickelt. Es erfordert signifikant weniger Lösungsmittgel und Stickstoff für unnötige Reinigungsprozesse – und spart damit sowohl eine Menge Abfall als auch Produktionskosten. „Unsere digital gesteuerten Prozesse setzen neue Maßstäbe in der Elektrolyt-Produktion. Sie sind effizienter, um Längen umweltfreundlicher und garantieren gleichzeitig höchste Qualität bei den Ergebnissen“, erklärt Ralf Wagner. Alles Vorzüge, mit denen er aktuell seine anspruchsvollen Kunden aus der Automobil- und Energiebranche erfolgreich überzeugt.

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