Vorausschauende  Einspeisekapazitäten Einspeisesteckdose von Bayernwerk: Schnellere Netzanschlüsse für erneuerbare Energie

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Wie lässt sich der Stromnetzausbau künftig besser mit dem Ausbau von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen synchronisieren? Die Bayernwerk Netz GmbH nahm hierfür eine ganz spezielle Steckdose in Betrieb: Die „Einspeisesteckdose" bringt erneuerbare Energien schnell ans Netz.

(Bild:  Bayernwerk)
(Bild: Bayernwerk)

Die Einspeisesteckdose ist ein neues netztechnisches Konzept der Bayernwerk Netz und der LEW Verteilnetz (LVN), mit dem die beiden Netzbetreiber in ihren jeweiligen Netzgebieten erstmalig in Deutschland vorausschauend Netzkapazitäten für den künftigen Bedarf zur Bewerbung ausschreiben. Nur acht Monate nach dem Spatenstich ist Mitte November die erste Einspeisesteckdose von Bayernwerk Netz in Betrieb gegangen. Eine ähnliche Anlage der LVN ist im Oktober ans Netz gegangen.

Bei der Bayernwerk-Einspeisesteckdose handelt es sich um ein neues Umspannwerk im niederbayerischen Niederviehbach, das den Netzanschluss für vier Photovoltaikanlagen aus den Landkreisen Landshut und Dingolfing-Landau ermöglicht und bündelt. In einem erstmaligen Verfahren hat der Netzbetreiber Anschlusskapazitäten vorausschauend bereitgestellt und in einem beschleunigten Prozess an Projektierer vergeben. Mit diesem Verfahren könne laut Bayernwerk-Vorstandsvorsitzendem Dr. Egon Leo Westphal der Stromnetzausbau künftig besser mit dem Ausbau von Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen synchronisiert werden.

So funktioniert die Einspeisesteckdose

Der Anschluss neuer Stromerzeugungsanlagen – etwa Windkraftanlagen oder Solarparks – ans Stromnetz erfolgt weitgehend unkoordiniert. Diejenigen, die eine neue Anlage bauen wollen, planen überall im Land verteilt, ein abgestimmtes Vorgehen gibt es häufig nicht. Verteilnetzbetreiber müssen jeden Netzanschlussantrag einzeln betrachten und prüfen. Dieses Vorgehen benötigt Zeit und erzeugt in Summe höhere Kosten. 

Daher haben Bayernwerk Netz und LVN gemeinsam das Konzept der sogenannten Einspeisesteckdose entwickelt. Mit dem Pilotprojekt stellt man proaktiv neue Netzkapazitäten zur Verfügung und erprobt dabei einen einfachen und schnellen Beantragungsprozess.

Damit wird der Netzanschlussprozess für Erneuerbare-Energien-Anlagen umgedreht: Statt einzelne Netzanschlussanträge zu bearbeiten und auf Anfragen zu reagieren, schaffen Bayernwerk Netz und LVN vorausschauend zusätzliche Einspeisekapazität im Verteilnetz. Für die Einspeisekapazität, die dadurch künftig zur Verfügung steht, können sich Unternehmen mit ihren Projekten bewerben.

Einspeisesteckdose-Pilotprojekt

In Niederbayern speisen bereits über 175.000 Photovoltaikanlagen mit rund 4.500 Megawatt Leistung in das Bayernwerk-Netz ein. Das neue Umspannwerk ist ein zusätzlicher Knotenpunkt, um diese Mengen gezielt zu großen niederbayerischen Lastzentren wie den Standorten der Automobilindustrie zu bringen.

Beim Pilotprojekt in Niederviehbach hat die Bayernwerk Netz zunächst 80 Megawatt freie Anschlussleistung ausgeschrieben. Davon waren 90 Prozent bereits am ersten Tag vergeben. Da nicht alle angeschlossenen PV-Anlagen gleichzeitig ihre volle Leistung einspeisen, kann das Umspannwerk dank sogenannter Überbauung insgesamt rund 112 MW aufnehmen. 

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