Studie des BDI Effizientere Energiewende könnte bis 2035 dreistelligen Milliardenbetrag sparen

Verantwortliche:r Redakteur:in: Konstantin Pfliegl 2 min Lesedauer

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Eine Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie kommt zu dem Ergebnis, dass durch eine effizientere Umsetzung der Energiewende Deutschland bis 2035 mehr als 300 Milliarden Euro sparen könnte.

(Bild:  Palm / Adobe Stock)
(Bild: Palm / Adobe Stock)

Wenn Deutschland die Energiewende effizienter  umsetzt, dann könnte das Land bis zum Jahr 2035 mehr als 300 Milliarden Euro sparen. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse „Energiewende auf Kurs bringen” des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Boston Consulting Group (BCG). Die Kosten der Transformation könnten erheblich reduziert und der Industriestandort Deutschland gestärkt werden – ohne die langfristigen Klimaziele zu gefährden.

Das Problem laut dem BDI: Die Energiekosten seien in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig. Unternehmen würden hierzulande überdurchschnittlich viel für ihre Energieversorgung bezahlen. Insgesamt seien die Kosten des deutschen Stromsystems seit 2010 um 70 Prozent gestiegen und Strompreise um bis zu 2,5-mal höher als bei den internationalen Wettbewerbern – Gas als wichtigster Energieträger der Industrie sei um den Faktor 5 teurer.

Hebel für eine kosteneffizientere Energiewende

Folgende Hebel könnte laut der Studie eine zukünftige Bundesregierung einsetzen, um die Energiewende kosteneffizienter zu gestalten: 

Infrastrukturplanung anpassen: Der geplante Ausbau von Stromnetzen, Erneuerbaren und Wasserstoff sollte an die tatsächlich erwartete Nachfrage angepasst werden – im Jahr 2030 allein beim Strom beispielsweise mindestens 100 Terawattstunden weniger als aktuell geplant. Damit würde sich das Ausbautempo gegenüber den vergangenen Jahren weiter beschleunigen, gegenüber den politischen Zwischenzielen aber stärker den realen Entwicklungen anpassen.

Elektrifizierung beschleunigen: Eine schnellere Umstellung auf Strom in Verkehr, Industrie und Gebäudewärme ist nötig, um bestehende Investitionen ins Stromsystem besser auszulasten und dabei die Erreichung der Klimaziele zu beschleunigen. 

Versorgungssicherheit und Flexibilität erhöhen: Durch schnellen Zubau gesicherter Leistung und stärkere Flexibilisierung der Nachfrage, wo es technisch und ökonomisch möglich ist, können mit sehr hohen Kosten verbundene Knappheiten vermieden werden. 

Unnötig hohe Kosten sparen: Etwa durch Vermeidung teurer Erdkabel, eines frühzeitigen Einsatzes von hochpreisigen „Letzte Meile“-Konzepten wie der Verstromung von Wasserstoff, eines ineffizienten Netzausbaus und eines hohen Anteils relativ teurer Technologien, bspw. Offshore- anstelle von Onshore-Windanlagen, im Erneuerbaren-Mix. 

Transformation effektiver steuern: Stärkere regionale Anreize für Erneuerbare, Speicher und Verbrauch, eine systemdienlichere Integration von Erneuerbaren sowie stärkere europäische Zusammenarbeit können erhebliche Kosten sparen. 

Gestiegene Gaskosten begrenzen: Da Unternehmen ganzjährig eine gleichmäßige Gasnachfrage haben, könnten sie von der Finanzierung saisonaler Gasspeicher befreit werden. Die diskutierte Grüngasquote wäre vor einer möglichen Einführung sorgfältig auf ihre kostensteigernde Wirkung auf den Gaspreis und eine genaue Ausgestaltung hin zu prüfen.

Optionenraum öffnen: Anstatt sich vorauseilend allein auf grünen Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Backup-Kraftwerken für die „letzte Meile“ festzulegen, sollten auch andere und absehbar günstigere Lösungen wie Batterien, biogene Energieträger und Carbon Capture and Storage (CCS) ermöglicht werden.   

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