Daten besitzen eine transformative Kraft, umso mehr, wenn sie Teil eines vernetzten Ökosystems zwischen Unternehmen, Partnern, Lieferanten und Kunden sind. Energieunternehmen können so Emissionen reduzieren und stabile Stromnetze sicherstellen.
(Bild: Aveva)
In einer hochfragmentierten Welt gewinnt Gleichgewicht an Bedeutung, um das Leben und die Lebensgrundlagen für die Zukunft zu sichern. Wie lässt sich eine Balance zwischen wirtschaftlichem Fortschritt und industrieller Dekarbonisierung schaffen? Welches Maß an coopetition – also Kooperation und Wettbewerb, wie es ein neuer Report zum Stand der globalen Kooperation des Weltwirtschaftsforums (WEF) nennt – ist das richtige?
Die Erfahrungen vor einigen Wochen bei COP28 und dem diesjährigen WEF in Davos zeigen, dass für die Beantwortung dieser Fragen die Energiewende eine treibende Rolle spielt. Denn der Energiesektor ist eng mit dem Wirtschaftswachstum verbunden, verursacht aber auch schätzungsweise drei Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen. Regierungs- und Unternehmensvertreter suchen nun kontinuierlich Wege, um diese Emissionen nachhaltig zu reduzieren. Die wichtigsten Hebel sind hierfür nach Einschätzung der International Energy Agency (IEA) höhere Kapazitäten für erneuerbare Energien sowie eine höhere Energieeffizienz. Denn laut Fatih Birol, Executive Director der IEA, geht es nicht darum, ob, sondern wie bald die Energiewende geschieht.
Datengetrieben mit voller Kraft voran
Es geht also um Geschwindigkeit. Da das Zeitfenster für sinnvolle Veränderungen immer kleiner wird, müssen Lösungen im großen Stil Wirkung zeigen. Neben regulatorischen sowie marktbasierten Lösungen wie CO2-Preisen ist die Digitalisierung ein dritter Hebel, damit Unternehmen effizienter werden und eine Umstellung auf erneuerbare Energieträger beschleunigen können. Das WEF schätzt, dass verfügbare Technologien auch im Energiesektor bis 2050 schon 20 % der Emissionen einsparen können.
Im Idealfall können Mitarbeitende aus Produktion und Entwicklung, aber auch externe Partner sicher und zuverlässig anhand derselben Daten Entscheidungen treffen.
(Bild: Aveva)
Dabei sind Daten der Power Player für Unternehmen. Mithilfe von Sensoren und weiteren Datenquellen können sie Informationen aus dem gesamten Anlagenlebenszyklus sammeln und in der Cloud zu einem virtuellen Abbild, dem digitalen Zwilling, ihrer Anlagen vereinen. In Form validierter, strukturierter Informationen helfen Daten, fundierte Entscheidungen zu treffen, die Energieeffizienz zu optimieren und Emissionen direkt an deren Quellen zu senken. Die durchschnittlichen Ergebnisse nach Auswertung von Aveva unterstreichen den Wert von strategischer Datennutzung: Unternehmen können 10 % rentabler arbeiten, ihre Nachhaltigkeitsperformance um 20 % erhöhen und ihren Return on Investment verdreifachen.
Einheitliche Zusammenarbeit
Globale Anwendungsfälle zeigen, welche Kraft Daten im Energiesektor entfalten können. Digitale Technologie erlaubt Teams, abteilungsübergreifend und über Unternehmensgrenzen hinaus zu arbeiten. Solange sie Zugriff auf dieselben Echtzeit-Daten und deren Analysen haben, können Mitarbeitende geografisch unabhängig potenzielle Störungen identifizieren, Lösungen finden und Innovationen vorantreiben. Gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele schaffen hochwertige Datensätze eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Führungskräfte, um den Betrieb, ihre Lieferketten und den Energieverbrauch zu optimieren.
Ihr Weg zur eigenen Solaranlage – Projektmanagement für KMU in sieben Schritten
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(Bild: WIN-Verlag)
Viele kleine und mittlere Unternehmen denken über die Nutzung von Solarstrom zur Deckung ihres Energiebedarfs nach. Doch wie gelingt diese Transformation? Beantwortet wird diese Frage vom r.energy Summit 2024 in Würzburg. Die Veranstaltung mit begleitender Fachausstellung wendet sich an Entscheider für Investitionsprojekte, Leiter in der Energie-, Betriebs- und Gebäudetechnik, sowie Energie- und Umweltbeauftragte oder Logistikplaner.
Digitalisierung der Energiewende: Dominion Energy optimiert Stromnetzmanagement durch Softwarelösungen
Der US-amerikanische Gas- und Elektrizitätskonzern Dominion Energy setzt Softwarelösungen ein, um die Daten all seiner Stromnetze für erneuerbare Energien zu vereinheitlichen. So reguliert das Unternehmen Schwankungen und ermöglicht gleichzeitig eine optimale Energieversorgung. Innerhalb eines Jahres entdeckten Mitarbeitende so frühzeitig 42 potenzielle Anlagenausfälle und konnten diese beheben. Da dem Konzern die vollständigen Echtzeit-Betriebsdaten seiner Netze in der Cloud zur Verfügung stehen, kann das Dominion Energy diese Daten über die Cloud an die Kunden weitergeben und somit transparent die eigenen ESG-konformen Aktivitäten nachweisen.
Erfolgreiches Ökosystem
Konferenzen wie COP28 und WEF stellen den Austausch verschiedener Akteure in den Mittelpunkt. Ein gemeinsames Handeln zur Erreichung gemeinsamer Ziele braucht es dann auch im Industriealltag, damit Unternehmen ihre hoch gesteckten Ziele erfüllen können. Im Idealfall können Mitarbeitende aus Produktion sowie Entwicklung, aber auch externe Partner, Lieferanten und Technologieanbieter sicher und zuverlässig auf dieselben Daten zugreifen. Über vernetzte Plattformen hinweg entsteht so ein effizientes Ökosystem entlang der gesamten Wertschöpfungskette, das allen Beteiligten nutzt.
Digitalisierung der Energiewende: Zglobal und SVCE entwickeln Cloud-basierte Datengemeinschaft für Solarenergie
Im Bereich der Solarenergie haben das in Kalifornien ansässige Beratungsunternehmen Zglobal und der Energieversorger Silicon Valley Clean Energy (SVCE) eine Datengemeinschaft in der Cloud aufgebaut, um Echtzeit- sowie historische Daten zu Energiepreisen und -verfügbarkeit sowie voraussichtliche Nachfragetrends sicher zu integrieren. Die gemeinsame Plattform hat die Datentransparenz, die Zusammenarbeit und das Vertrauen zwischen mehreren Organisationen gesteigert und den Beteiligten Tausende von Dollar gespart – und das bei gleichzeitiger Unterstützung des kalifornischen Übergangs zu sauberer Energie.
Stand: 16.12.2025
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Power Player Daten: Mithilfe von Sensoren und weiteren Datenquellen können Unternehmen Informationen aus dem gesamten Anlagenlebenszyklus sammeln.
(Bild: Aveva)
Ressourcen schonen
Digitale Technologien ermöglichen bereits heute eine CO2-reduzierte Energieversorgung für alle beteiligten Akteure. In vielen Fällen nutzen Unternehmen, aber auch Städte und Energieversorger digitale Technologien, um messbar Emissionen zu senken, Abfälle zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Pimpri Chinchwad Smart City (PCMC) im indischen Pune führte mehr als 4.600 einzelne städtische Systeme und Anwendungen, darunter Wasser, Abfallwirtschaft und Verkehr, in einem einzigen, einheitlichen Betriebszentrum zusammen. So konnte die Stadt nach der Corona-Pandemie einen datengesteuerten Ansatz für die Bereitstellung ihrer Dienstleistungen entwickeln. Als Ergebnis reduzierte PCMC die Umweltverschmutzung und Verkehrsstaus, verringerte die Wasserverluste um bis zu 18 % und erwartet eine Senkung des Energieverbrauchs um bis zu 22 %.
Erfolge sind zum Greifen nah
Wie die Beispiele zeigen, kann datenzentrierte Technologie die Klimaziele unterstützen – und zwar schon heute. Allein die Erhöhung der Investitionen in digitale Technologien um 2 % wird die betrieblichen Emissionen um 76 % und die CAPEX-Emissionen um 17 % senken, wie Daten von McDermott und Schneider Electric zeigen.
Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen für eine ökologisch und ökonomisch nachhaltigere Zukunft den Moment nutzen, um über theoretische Diskussionen hinauszugehen, Aktionspläne zu verabschieden und neue Partnerschaften aufzubauen. Indem sie ihre bereits vorhandenen Daten zu Power Playern in ihrem Betrieb machen, können Unternehmen ihre Effizienz, Resilienz und langfristig positive Auswirkung auf Klimaziele steigern.
Evgeny Fedotov ist Senior Vice President and Head of the EMEA Region bei Aveva.