BASF-Standort in Ludwigshafen Verdampfer für Großwärmepumpe geliefert

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BASF wird in Ludwigshafen die weltweit größte industrielle Wärmepumpe zur Dampferzeugung installieren. Nun wurde das Kernstück angeliefert: der Plattenfallfilmverdampfer.  

Ein Schwergewicht: Zwei Kräne heben den fast 100 Tonnen wiegenden Fallfilmverdampfer in die Luft.(Bild:  BASF)
Ein Schwergewicht: Zwei Kräne heben den fast 100 Tonnen wiegenden Fallfilmverdampfer in die Luft.
(Bild: BASF)

Die Wärmeenergie spielt nicht nur in der Energiewirtschaft, sondern auch in der Wirtschaft eine große Rolle. In der chemischen Industrie zählt neben Strom der Dampf zu den wichtigsten Energieträgern. 

Allein BASF benötigt pro Jahr etwa 14 Millionen Tonnen Dampf. Ein Teil davon (50 %) wird über Wärmerückgewinnung gedeckt, der Rest über Gas- und Dampfkraftwerke. Mit der neuen Wärmepumpe soll die Dampferzeugung elektrifiziert werden.

Verdampfer erreicht BASF-Standort

Mehrere hundert Kilometer Wasserstraßen hat eines der größten Anlagenteile für den Bau der Wärmepumpe am Standort der BASF in Ludwigshafen hinter sich gebracht. Der 95 Tonnen schwere sogenannte Plattenfallfilmverdampfer wurde per Schiff aus Schwedt an der Oder bis in den Hafen des BASF-Stammwerks transportiert. Per Schwertransport ging es im Anschluss über das Werksgelände an die Baustelle für die Wärmepumpe am Steamcracker, wo die Kernkomponente nun verbaut wird.

Die im Bau befindliche Anlage wird eine der leistungsfähigsten industriellen Wärmepumpen zur emissionsfreien Dampferzeugung weltweit sein. Der Fallfilmverdampfer übernimmt darin eine zentrale Rolle: Denn erst in ihm entsteht Dampf, der keinen Sauerstoff mehr enthält und damit ideale Voraussetzungen für die Nutzung in industriellen Anlagen erfüllt. Der hier erzeugte Prozessdampf gelangt anschließend über das Verbundnetz am Standort zu den Produktionsbetrieben, wo er als Energieträger dient.

Kooperationspartner GIG Karasek

Mit der erfolgreichen Anlieferung des Plattenfallfilmverdampfers ist nun ein wesentlicher logistischer Schritt im Rahmen des Projekts abgeschlossen. Das rund 16 Meter lange Anlagenteil wurde vom Projektpartner GIG Karasek konstruiert. Das Unternehmen aus Österreich zeichnet auch hauptverantwortlich für die Errichtung der Wärmepumpe. 

IM Detail

GIG Karasek liefert mit der CompriVAP-Technologie ein integriertes Wärmepumpensystem, das bewährte Komponenten zu einem leistungsfähigen Gesamtsystem verbindet. Das Konzept basiert auf mechanischer Brüdenverdichtung: Dampf wird mittels elektrisch angetriebener Verdichter auf ein höheres Energieniveau gebracht und anschließend als Prozesswärme bereitgestellt. Herzstück der Anlage ist ein 11-stufiges System mit Hochleistungskompressoren.

Quelle: www.gigkarasek.com

Gemeinsam mit BASF wurde ein überwiegender Teil der Anlagenkomponenten eigens auf das technische Umfeld auf dem Werksgelände des Chemieunternehmens angepasst. Die Gebäudeinfrastruktur – darunter die Anlagenhalle und das Schaltanlagengebäude – wurde bereits fertiggestellt; auch ein Großteil der Rohrleitungen zum Steamcracker ist vorbereitet.

Bis zu 98 Prozent weniger Emissionen

Die entstehende Wärmepumpe wird mithilfe von Grünstrom bis zu 500.000 Tonnen CO2-freien Dampf pro Jahr herstellen und dabei eine thermische Leistung von rund 50 Megawatt aufweisen. Der Dampf soll vornehmlich zur Produktion von Ameisensäure eingesetzt werden. 

Bis zu 98 Prozent der hier jährlich entstehenden Treibhausgasemissionen können auf diese Weise vermieden werden – eine Reduktion von 100.000 Tonnen CO2 im Jahr. Zur Dampferzeugung kommt in der Wärmepumpe Abwärme aus Kühlprozessen von einem der beiden Steamcracker am Standort zum Einsatz.

Die Inbetriebnahme der Anlage ist für Mitte des Jahres 2027 geplant. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt das Projekt im Rahmen der Klimaschutzverträge mit bis zu rund 310 Millionen Euro.

FAQ Wärmepumpe

Was ist eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe ist ein Heizsystem, das Wärme aus der Umwelt (Luft, Erde oder Wasser) nutzt und sie zum Heizen oder für Warmwasser ins Haus bringt – ähnlich wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Sie entzieht der Umgebung Wärme, hebt deren Temperatur mithilfe von Strom an und gibt sie ins Heizsystem ab. Dafür nutzt sie ein Kältemittel, das verdampft und wieder verflüssigt wird.

Welche Arten gibt es?

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe (am häufigsten, nutzt Außenluft)

  • Solar-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme über Sonden oder Kollektoren)

  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser als Quelle)

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