Energieplattform Twistringen Avacon erprobt Wirkweise von Batteriespeichern im Verteilnetz

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Der Energieversorger Avacon erprobt zusammen mit Rolls-Royce im Rahmen eines Forschungsprojektes die Wirkweise von Batteriespeichern im Stromnetz. Die „Energieplattform Twistringen“ soll auf Basis eines Feldtests zeigen, dass Großbatteriespeicher einen Beitrag zur Stabilisierung des Energiesystems leisten können. Das Ziel ist klar: Mit Flexibilitätslösungen wie Speichern sollen Erzeugungsspitzen von PV-Anlagen abgemildert und Erzeugung und Verbrauch in Einklang gebracht werden. 

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) nahm den Batteriespeicher in Twistringen zusammen Lukas Koehler, Managing Director Rolls-Royce Power Systems, und Rainer Schmittdiel, Technikvorstand Avacon (von links), symbolisch in Betrieb.(Bild: Avacon)
Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) nahm den Batteriespeicher in Twistringen zusammen Lukas Koehler, Managing Director Rolls-Royce Power Systems, und Rainer Schmittdiel, Technikvorstand Avacon (von links), symbolisch in Betrieb.
(Bild: Avacon)

Auf diese Weise können Kapazitäten im Verteilnetz perspektivisch effizienter genutzt werden. Nachdem der erste Projektteil die Funktionsweise eines Großbatteriespeichers im eher ländlich geprägten Abbenhausen erprobte, fokussiert sich die ab sofort startende zweite Projektphase auf das städtisch geprägte Gebiet von Twistringen.

Gezieltes Steuern entlastet das Stromnetz

Das Projekt in Twistringen basiert auf dem Konzept einer Energiegemeinschaft und ist Teil des Kopernikus-Projektes "Ensure 3": Lokale Haushalte speichern selbst erzeugte Energie aus PV-Anlagen in Heimspeichern ein, überschüssige Energie wird zusätzlich in den zentralen Großbatteriespeicher geleitet. Das Zusammenspiel zwischen Heim- und Großbatteriespeicher auf der Niederspannungsebene wird mithilfe intelligenter Algorithmen gesteuert. Die alltäglichen Be- und Entladeprozesse der Haushaltsspeicher werden dadurch nicht beeinflusst. Auf diese Weise soll einerseits die Volatilität der Energieerzeugung aus PV-Anlagen ausgeglichen werden, andererseits strebt das Projekt eine Erhöhung der lokalen Eigenverbrauchsquote auf zeitweise bis zu 100 % an. Dadurch werden potenziell höhere Spannungsebenen entlastet und die Gesamtstabilität des Systems erhöht. Diese für das Stromnetz positiven Effekte ließen sich bereits im ländlich geprägten Ortsnetz in Abbenhausen während der ersten Projektphase nachweisen und sollen nun im städtischen Kontext von Twistringen repliziert werden.

Großbatteriespeicher im Verteilnetz – Hohe Anzahl an Anschlussbegehren

Großbatteriespeicher sind ein wichtiger Baustein der zukünftigen Energielandschaft, wie auch die bisherigen Daten der Energieplattform Twistringen zeigen. Indem sie der Volatilität von Erneuerbaren-Energien-Anlagen potenziell entgegenwirken, können Speicher den Netzausbaubedarf positiv beeinflussen. Wie groß das Interesse am Betrieb von Großbatteriespeichern ist, zeigt die Anzahl der Netzanschlussbegehren: Allein für das Avacon Netzgebiet liegt zurzeit ein Anfragevolumen von über 1.500 Speichern mit einer Leistung von über 95 GW vor. Klar ist: Damit Stromspeicher grundsätzlich eine netzdienliche Rolle im Energiesystem einnehmen, braucht es passgenaue gesetzliche Rahmenbedingungen und Anreize. Nur so lässt sich die große Standortflexibilität der Anlagen maximal nutzbar machen und auf diese Weise potenziell Engpasssituationen im Verteilnetz reduzieren. Zwei Faktoren spielen hier eine zentrale Rolle: der Standort und die „Fahrweise“. Aus Sicht von Avacon braucht es Vorgaben, die eine gezielte Verortung von Großbatteriespeichern sowohl regional als auch in Bezug auf die Spannungsebene erlauben. Darüber hinaus braucht es klare Kriterien für einen netzdienlichen Betrieb von Speichern, die eine entsprechende Fahrweise angemessen entlohnen. Insgesamt gilt es den marktlichen- und regulatorischen Rahmen weiterzuentwickeln und eine netzdienliche Betriebsweise stärker anzureizen.

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