Kommentar Alles im grünen Bereich, neue Bundesregierung?

Ein Gastkommentar von Thorsten Schliesche, Geschäftsführer von Grüüün 3 min Lesedauer

Wirtschaft, Sicherheit, Migration – das sind die Prioritäten der neuen Bundesregierung, zumindest laut Koalitionsvertrag. Klimaschutz? Energiewende? Finden sich nicht in der Einleitung, aber weiter hinten: Ja, Deutschland soll klimaneutral werden. Bis 2045. So steht es da.

Gute Energiepolitik rechnet sich, schlechte verteuert das ganze System – für Verbraucher und Industrie.(Bild:  © Tom Bayer/stock.adobe.com)
Gute Energiepolitik rechnet sich, schlechte verteuert das ganze System – für Verbraucher und Industrie.
(Bild: © Tom Bayer/stock.adobe.com)

Der Anspruch: Klimaschutz, Wettbewerbsfähigkeit, soziale Balance – möglichst alles zugleich. Wie das gelingen soll, ist offen. Gasthermen sollen länger laufen, Gaskraftwerke im Umfang von 20 GW sind angekündigt. Das sind rund 40 Gaskraftwerke, die bis 2030 gebaut werden sollen. Das klingt nicht nach Aufbruch, sondern nach Aufschub.

Was es jetzt braucht? Neue Ideen. Und einen realistischen Blick. Denn vieles in der deutschen Energiepolitik folgt alten Mustern: fossile Pfade, bekannte Argumente, ideologische Grabenkämpfe. Doch mit Debatten gewinnt man keine Zukunft. Mit klugen, wirtschaftlich tragfähigen Lösungen schon.

Es sind genau sechs Faktoren, die das alte Stromsystem ins Wanken bringen – und zeigen, warum wir neu denken müssen.

Faktor 1 – Zeit

Nachhaltige Energien werden Deutschlands wichtigster Energieträger. Hier zu sehen der Anteil von Energieträgern an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland in Prozent.(Bild:  Grüüün)
Nachhaltige Energien werden Deutschlands wichtigster Energieträger. Hier zu sehen der Anteil von Energieträgern an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland in Prozent.
(Bild: Grüüün)

Der Bau eines Gaskraftwerks dauert in der Regel 5 bis 7 Jahre; Atomkraft: eher 10 bis 15 Jahre. Der Bedarf an verlässlicher Energie ist aber jetzt da – in der Industrie, bei den Menschen. Wind und Sonne dagegen wachsen schneller.

Mit Batteriespeichern und der schnelleren Genehmigung bestehender Projekte ließe sich Deutschlands Stromversorgung in ein bis zwei Jahren absichern. (Ein Batterie-Tsunami rollt heran; Spiegel, 17.11.2024)

1:0 für die Erneuerbaren.

Faktor 2 – Preis

Erneuerbare Energie ist oft günstiger als konventionelle. Die Grafik zeigt die Stromkosten für erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke in Deutschland im Jahr 2021 in Cent pro KW. (Bild:  Grüüün)
Erneuerbare Energie ist oft günstiger als konventionelle. Die Grafik zeigt die Stromkosten für erneuerbare Energien und konventionelle Kraftwerke in Deutschland im Jahr 2021 in Cent pro KW.
(Bild: Grüüün)

Sonne und Wind schicken keine Rechnung. Studien zeigen: Selbst ohne Förderung sind erneuerbare Energien günstiger als fossile –von den Umweltschäden ganz zu schweigen. Preisschwankungen inklusive.

2:0 für erneuerbare Energien.

Faktor 3 – Versorgungsstabilität

Gas- und Atomkraft liefern konstant Strom – aber sie sind schwer steuerbar. Erneuerbare schwanken. Doch moderne Speichertechnologie schafft hier zunehmend Ausgleich.  Noch fehlen skalierbare Großspeicher, daher: Punkt für die Fossilen.

2:1 zugunsten der erneuerbaren Energien.

Faktor 4 – Nachhaltigkeit

80 % der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus fossilen Brennstoffen. Deutlicher geht’s nicht.

3:1 für die Erneuerbaren.

Faktor 5 – Ökonomie

Fossile Energie macht abhängig – politisch und wirtschaftlich. Sie ist anfällig für Krisen, Zölle, geopolitische Schachzüge. Erneuerbare dagegen stärken Unabhängigkeit, Innovation und Standorte. Sie schaffen neue Märkte und Arbeitsplätze.

4:1 für die erneuerbaren Energien

Faktor 6 – Effizienz

Teurer Strom ist kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis schlechter Planung. Laut einer aktuellen Analyse der Boston Consulting Group (BCG) und dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) ließen sich über 300 Mrd. Euro sparen – mit klügerer Netzplanung, flexiblerem Verbrauch und dem Fokus auf günstige Technologien. Die Erneuerbaren spielen dabei die Hauptrolle. Nicht, weil sie ideologisch korrekt sind. Sondern weil sie systemisch effizienter funktionieren.

5:1 für erneuerbare Energien – wenn man es richtig macht.

Fazit

Es geht um mehr als Strom. Es geht um wirtschaftliche Vernunft. Wer in erneuerbare Energien investiert, investiert in Verlässlichkeit, in Preisstabilität, in Unabhängigkeit. Und in Wettbewerbsfähigkeit. Erneuerbare Energien sind kein Idealismus. Sie sind ein Geschäftsmodell.

Denn gute Energiepolitik rechnet sich, schlechte verteuert das ganze System – für Verbraucher und Industrie. Die Wahl ist nicht grün oder grau. Sondern: klug oder teuer. Wenn erneuerbare Energien effizient integriert werden, sind sie nicht nur sauber, sondern auch ökonomischer.

Hier zu sehen der Anteil von Energieträgern an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland in Prozent.Thorsten Schliesche 
Thorsten Schliesche ist Geschäftsführer bei Grüüün und hat die Marke – aus Überzeugung für ein nachhaltiges, sozialverträgliches und emotionales Produkt – aufgebaut. Als Pionier mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der Einführung neuer Plattformen für Musik und E-Commerce hat er die digitale Transformation in diesen Branchen begleitet. Nun steckt er seine Expertise in die Gestaltung der Energiewende und die Unternehmens-Vision „Gemeinsam die Erde bewahren“.
 
In seiner Rolle zeigt Thorsten Schliesche, dass der Verzicht auf Gewinnmaximierung kein Widerspruch zu einem erfolgreichen Geschäftsmodell ist und wie das Unternehmen Grüüün durch Batteriespeicher und strategische Kooperationen Versorgungssicherheit gewährleistet. Grüüün zeigt revolutionäre Ansätze im deutschen Strommarkt auf und gewährt eine 10-jährige Preisgarantie für die Kundschaft.
 
Zuvor war Schliesche von 2000 bis 2005 bei der T-Online International AG als Senior Manager Digital Shops & Music tätig. In den Jahren 2005 bis 2017 hat der gelernte Diplomingenieur bei Napster/Rhapsody International Inc. gearbeitet. Dort hat er als Executive Vice President Europe das internationale Geschäft des Musik-Streaming-Angebots verantwortet.

Bildquelle: Grüüün

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